Immobilien-Suche

23. September 2017 15:43; Akt: 23.09.2017 15:43 Print

Mieter stellen oft zu hohe Ansprüche an Wohnungen

von V. Fehlmann - Wohnungssuchende haben teils sehr konkrete Ansprüche an ihr künftiges Heim. Für Vermieter kann es sich lohnen, auf Wünsche einzugehen.

Einige Beispiele von Inseraten, bei denen die Ansprüche hoch sind.
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Genügend Zimmer, günstig, Laminatboden, Altbau, Obergeschoss und sofort verfügbar – Wohnungssuchende wissen teils genau, was ihr neues Zuhause haben soll. Doch oft sind die Ansprüche derart hoch, dass sie jahrelang suchen.

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Laut Albert Leiser, Direktor des Hauseigentümerverbands Zürich, steigen die Ansprüche gerade an begehrten Lagen und bei höheren Mietzinsen. «Beliebt sind Wohnungen mit flexiblen Grundrissen, und ab drei Zimmern ist eine zweite Nasszelle wichtig. Weiter gefragt sind eigene Waschmaschine und Tumbler in der Wohnung statt in einer gemeinsamen Waschküche. In städtischen Gebieten besteht zudem häufig der Wunsch nach WGs.»

«Wer spezielle Ansprüche hat, steht meist nicht unter Druck»

Doch Ruedi Spöndlin, Sprecher des Mieterinnen- und Mieterverbands Deutschschweiz, hat den Eindruck, dass sich die Ansprüche der Wohnungssuchenden verändert haben. «Der Grund ist meines Erachtens, dass der Ausbaustand ‹normaler› Wohnungen im Laufe der Zeit enorm gestiegen ist. Daneben gibt es aber nach wie vor Altwohnungen mit bescheidenem Komfort.»

Beim Mieterverband meldeten sich die Leute aber meist erst dann, wenn sie schon eingezogen sind. Spöndlin: «Ich kann mir aber gut vorstellen, dass jene, die spezielle Ansprüche haben, lange nach einer Wohnung suchen. Sie stehen aber in der Regel auch nicht unter Druck.»

Das sieht Stefanie Fritze, Marketingleiterin bei Homegate, ähnlich: «Wer an der Traumwohnung zum günstigen Mietzins festhält, muss einen langen Atem beweisen.» Aber: «Man darf bei günstigen Mieten keine Wunder erwarten und sollte realistisch sein.»

Kühlschrank ist keine Pflicht

Trotzdem: Viele Mieter kennen sich mit den gesetzlichen Bestimmungen nicht aus, erklärt Spöndlin. «So fragen uns Mieter beispielsweise manchmal: ‹Ist es nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass es in einem Mietshaus eine Waschküche hat?› Oder ‹Muss es nicht zwei Waschmaschinen haben, wenn zehn Parteien im Haus wohnen?› Solche Gesetzesbestimmungen gibt es aber nicht. Massgebend ist der Ausbaustand, der bei Vertragsabschluss zugesichert wurde.» Mängel wie eine defekte Heizung müssten allerdings behoben werden.

Waschmaschinen oder Kühlschränke hingegen sind für eine Wohnung gesetzlich nicht vorgeschrieben. Der Mieter müsse dann eben selbst ein Gerät kaufen. Das sei vielen nicht bewusst. Spöndlin rät, sich vor Vertragsabschluss zu erkundigen und eine Wohnung nicht übereilt zu mieten.

«Wunsch nach Garten lässt sich nicht immer realisieren»

Leiser hingegen betont, dass es sich auch für Vermieter lohnen könne, den Wünschen zu entsprechen. «Die Installation einer eigenen Waschmaschine/Tumbler in der Wohnung etwa kann so auch als Investition in die Zukunft und Attraktivität der Wohnung angesehen werden. Indem Wohnungen – wenn immer möglich und sinnvoll – der Nachfrage angepasst werden, lassen sich diese bei Kündigungen durch die Mieter einfacher wieder vermieten. Damit sinken die Leerstände.»

Doch auch hier gibt es Grenzen. Leiser: «Der Wunsch nach einem Garten oder Seesicht lässt sich kaum realisieren, wenn es das in der Liegenschaft nicht hat. In diesem Fall muss die Suche wohl oder übel weitergehen.»

Auch Fritze von Homegate rät, den Vermieter anzusprechen, wenn die optischen Ansprüche nicht genügen. Und: «Wer definitiv keine Abstriche machen möchte, sollte den Erwerb einer Immobilie in Betracht ziehen. Dann können Bodenbeläge, Badezimmer und Küche nach dem ganz persönlichen Gusto gestaltet werden.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Ironiker am 23.09.2017 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Anders rum

    Natürlich verlange ich einen extrem hohen Standard wenn ich extrem hohe Miete bezahlen muss. Lieber hätte ich einen vernünftigen Standard für einen vernünftigen Mietpreis, aber das gibt es ja kaum.

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  • Flørigni am 23.09.2017 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicht eines Mieters

    Die Vermieter stellen ja auch hohe Ansprüche an mein Portemonai. Da will man natürlich auch was für sehen.

  • Beltran Leyva am 23.09.2017 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwas kann nicht stimmen...

    hier liest man das Mieter jahrelang auf der suche nach der passenden Wohnung sind,weil hohe ansprüche etc.und in Zig anderen Artikeln,sieht man im Video wie die schlange bis zur strasse führt bei einer völlig überteuerten 2-zimmer Wohnung in züri... :-/ das soll einer verstehen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • peterli am 24.09.2017 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wohnungen

    generell sind die wohnungen zu teuer!!! für personen mit nur einem monatslohn sind die mieten neben kk steuern ect kaum mehr zahlbar.

  • Anita Bula am 24.09.2017 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohnung

    Günstiger Mietzins brauche keinen grossen Luxus.Lieder findet man das fast nicht mehr, wenn man alleine Wohnt kann man ja gar nicht ab 1500. Fr aufwärts bezahlen. die neubauten stehe ja leer. Wieso ??? weil sie Teuer sind. Man hört immer günstiger Wohnen ja wo?

  • Kaspersky am 24.09.2017 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht immer die Vermieter schuld

    Für die hohen Mietkosten kann der Vermieter vielmals nichts dafür. Es gibt sehr wohl viele Vermieter die den Mietzins senken würden, aber dank dem Eigenmietwert kommt ein Beamter von der Gemeinde/Stadt und gibt einen "ortsüblichen" Mietzins vor. Vergibt man die Wohnung drunter, ist man selbst schuld und zahlt am Staat aus der eigenen Tasche. Dazu kommt noch die Verwaltung die auch nicht gratis arbeitet und schon bewegt man sich bei 2000Fr. und aufwärts.

  • Miriam am 24.09.2017 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Umfrage sollte multiple Choice sein

    Wenn ich 2000 - 2500 Franken für eine 3.5 Zimmer Wohnung bezahlen soll, dann will ich eine Badewanne wo zwei Erwachsene darin Platz haben mit Sprudeldüsen. Ein Lüftungssystem resp. Klimaanlage. Eine Küche wo man auch Kochen kann in welcher 6 Grosse Pfannen auf dem Induktionsherd Platz haben und einen Steamer und ein Backofen der etwas taugt. Eine Waschmaschine in der Wohnung inkl. Trockner. Eine Terrasse wo man Grillieren kann und auch ein paar Pflanzen aufstellen. Stattdessen findet man nur den billigsten Mist eingebaut. Wofür bezahlt man dann soviel?

    • da muss ich lachen am 24.09.2017 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Miriam

      In der Stadt Zug bekommen sie für 2500.- eine 50 Jahre alte Wohnung, mit ebenso alten Spannteppichen und 10 cm Kalkschicht in der Wanne.

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  • Päde am 24.09.2017 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gesellschaftliche Veränderungen

    Irgendetwas ist faul in der Schweiz: Nutzenmaximierung sowohl der Mieter und vor allem der Vermieter. Schade: Die Vermieter lassen eine Wohnung lieber zwei Jahre unvermietet als sie günstiger zu vermieten. Wenn ein Leerstand mehr bringt als die Vermietung, dann stimmt irgendetwas nicht. Die Mieter andererseits sollen von ihren Ansprüchen runter kommen. Diese verteuern alles. Aber der Egoismus nimmt zu - überall. Das Recht des Stärkeren soll durchgesetzt werden.