Von Bern nach Sion und zurück

12. August 2017 15:43; Akt: 17.08.2017 13:07 Print

Militärpolizisten fahren auf Staatskosten hin und her

Eine Planänderung im VBS führt dazu, dass in Bern stationierte zivile Angehörige der Militärpolizei täglich nach Sitten chauffiert werden. Die Reisezeit gilt als Arbeitszeit.

storybild

Zielort Flughafen Sion: Ein Kantonspolizist telefoniert vor dem Flughafengebäude in Sitten. (Archiv) (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Sion hat die Armee den Militärflugplatz zwecks Sparmassnahmen aufgegeben. Als Ersatz erhält die Hauptstadt des Kanton Wallis die Ausbildung und das Kommando der Militärpolizei. Die frei werdenden Logistikbauten hätten frühestens anfangs 2018 bezogen werden sollen, das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat die Umsiedlung der Militärpolizei jedoch überraschend auf den 1. Oktober 2017 vorverlegt. Dies hat zur Folge, dass jetzt 16 von 29 zivilen Militärpolizisten bis zum Ablauf ihrer Arbeitsverträge täglich von Bern nach Sion und wieder zurück chauffiert werden müssen.

Wie die «Basler Zeitung» berichtet, wartet in Bern, am heutigen zentralen Standort der Militärpolizei, morgens vor Arbeitsbeginn ein Personentransporter und bringt die Angestellten an den 156 Kilometer entfernten Standort zu den Logistikbauten beim Flughafen Sion. Am frühen Abend geht es zurück. Die Alpenüberquerung, beziehungsweise -umfahrung erfolgt auf Kosten der Arbeitszeit, die täglich zweimal eine Stunde und 40 Minuten dauert. Gearbeitet wird maximal fünf Stunden und zehn Minuten.

Ab 2018 keine Taxidienste mehr

Gemäss dem VBS habe die «Militärische Sicherheit» ab Oktober bis Ende Jahr den Transport organisiert, «um die personalrechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Wenn ab kommenden Januar die neuen Arbeitsverträge und Strukturen in Kraft treten, seien diese Transporte nicht mehr nötig. Den 16 Nutzern des Transports steht es dann frei, zu kündigen oder den Arbeitsweg nach Sion selber zu organisieren.

Das VBS geht davon aus, dass die Teilnehmerzahl noch im Verlauf dieses Jahres sinken werde, wenn heutige Mitarbeitende andere Funktionen in Bern übernehmen würden.

(nag)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 12.08.2017 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    Absehbar

    Tja, das sind halt die Kosten, die entstehen, wenn das Militär für die Regionalpolitik missbraucht wird. Man hätte die MPs einfach in Bern lassen können und Sion vollständig aufgeben können.

    einklappen einklappen
  • Grüezi Guetetag am 12.08.2017 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechter Titel

    Sie fahren ja nicht für je 300.- Taxi pro Tag, sie sitzen im selbern Personentransporter und fahren dann zur Arbeit. 1h 40min habe ich auch mit den ÖV zu meiner Arbeit. Das die Zeit als Arbeitszeit gilt macht auch Sinn, ich sehe den Skandal oder Problem nicht. Dass das VBS nicht der Platzhirsch im organisieren ist, ist ja auch bekannt.

    einklappen einklappen
  • Blödsinn am 12.08.2017 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieder Sommerloch?

    Was soll daran falsch sein? Jeder normale Mitarbeiter in einer ähnlichen Situation hätte das auch zu gute. Die Medien hierzulande, die wohl teilweise von ausländischen Gepflogenheiten gebrauch machen, versuchen unseren Staat schlecht zu reden. Es genügt schon dass Mitarbeitende in Staats-, Kantons- uns Gemeindepositionen überhaupt keinen Luxus geniessen dürfen. Wollen wir all diese Leute weiter diskriminieren und uns dann wundern, dass die Schalterbeamtin eine schlechte Laune hat? Nein! Deshalb hört auf mit solcher tendenziöser Berichterstattung und füllt das Sommerloch mit anständigen Themen!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Albert am 13.08.2017 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuergelder

    Das ist verschleuderung von steuergeldern. Übrigens spielt es keine rolle ob die beamten nur 5 std arbeiten im büro in bern arbeiten sie auch nicht mehr nur werden sie beim schlafen nicht gestört

  • Isa am 13.08.2017 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsere

    Jetzt reichts aber! Wenigstens sind es UNSERE Leute die uns was kosten. Noch Fragen?

  • marc am 13.08.2017 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fehlplanung

    ist auch beim Zoll Hbf anderen Behörden so. Da werden Arbeisorte verschoben und Mitarbeiter durch die Schweiz geführt auf unsere Kosten. Denke i der Privatwirtschaft kann sich sowas kaum einer leisten, Wird Zeit dass Bund mal an seiner Planung optimiert.

  • Dr.Karbuse am 13.08.2017 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschleuderer

    Das Militär und die Landwirtschaft sind nach wie vor die grössten Steuergeld-Verschleuderer. Für diese par Militärpolizisten gibt es die Bahn. Die Hin-und Rückreisezeit zählt nicht zur Arbeitszeit.

  • Ini Bini am 13.08.2017 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos

    Wozu braucht es die MP überhaupt?! Die fahren sinnlos den ganzen Tag hon und her.