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Raffinierte Methoden
14. November 2012 07:24; Akt: 14.11.2012 10:38 Print
Mit Hightech gegen Bancomat-Betrüger
von A. Bättig - Skimmer manipulieren Bancomaten immer raffinierter und dreister. Doch auch die Hersteller der Geldautomaten haben einige Tricks auf Lager, um den Dieben das Leben schwerzumachen.
Zwischen den Dieben und den Bancomatherstellern findet momentan ein regelrechtes Wettrüsten statt. Erst vor kurzem manipulierten Diebe Bancomaten in Basel-Land auf besonders dreiste Weise, wie die Sendung «10 vor 10» aufdeckte. Sie haben ein ganzes Kartenlesegerät gleich in den Automaten reingebaut und so die Kartendaten gestohlen - für den ahnungslosen Kunden war dies unmöglich zu entdecken. Denn das Geld kam ordnungsgemäss raus, nur die Daten wurden gestohlen. Diese Methode ist in der Schweiz neu. Ob es Geschädigte gab, ist zurzeit noch offen.
Bildstrecken Bancomat-Betrüger haben eine neue Masche Infografik BancomatBei den Tätern handelt es sich um hochprofessionelle Banden. «Die beschaffen sich sogar ganze Bancomaten, um an ihnen neue Betrugsmethoden auszuprobieren», sagt Wolfang Hamann, Produkte-Manager und Sicherheitsverantwortlicher eines grossen deutschen Bancomatherstellers.
Zwar werden die Methoden der Betrüger immer raffinierter, aber auch die Hersteller versuchen mit ausgeklügelten Hightech-Methoden zurückzuschlagen. Normalerweise hüten sich Banken und Hersteller, solche Methoden zu verraten, denn den Gangstern sollen möglichst wenige Informationen preisgegeben werden. Doch Hamann verrät gegenüber 20 Minuten Online drei dieser Abwehr-Methoden, die auch in der Schweiz eingesetzt werden:
Elektronische Sensoren: Am Gehäuse des Bancomaten werden elektronische Sensoren angebracht. Sobald der Automat manipuliert wird (wie zum Beispiel im Fall Basel durch Anbohren des Gehäuses), spuckt er kein Geld mehr aus und ist vorübergehend abgeschaltet.
Kleine Kameras: Minikameras werden am Automaten angebracht und überwachen zum Beispiel das Tastenfeld. Die Kameras zeichnen eine Manipulation des Automaten auf. Die Bank kann sofort eingreifen.
Störsender: Im Bancomaten installieren die Hersteller spezielle Sender, die Störstrahlungen aussenden. Fremde Lesegeräte werden so gestört und ausser Gefecht gesetzt.
Mit diesen Vorkehrungen kann man gemäss Hamann schon viele Skimming-Fälle verhindern. Von futuristischen Methoden wie Iris- oder Fingerabdruck-Scannern hält der Fachmann wenig. «Dadurch wären die Automaten nicht mehr leicht zu bedienen und nicht mehr kundenfreundlich.»
Karte wird bei Verdachtsfällen sofort gesperrt
Nicht nur bei der Hardware von Bancomaten gibt es immer aufwändigere Schutzvorkehrungen, sondern auch bei der Software. So überwacht zum Beispiel die Schweizer Firma SIX Transaktionen mit Schweizer und Liechtensteiner Maestro-Karten und schlägt Alarm, sobald Unregelmässigkeiten auftreten. «Wenn zum Beispiel innerhalb einer Stunde Geld in New York und in der Schweiz abgehoben wird, ist das verdächtig. Dann wird die Karte gesperrt», sagt Mediensprecher Bernhard Wenger. Zusätzlich bietet SIX seit kurzem die Dienstleistung «Fraud Control» an. Hier können die Banken für ihre Maestro-Karten diverse Sicherheitsparameter setzen und so in Ländern ausserhalb Europas Tageslimiten festlegen oder mit der Funktion «Geoblocking» den Einsatz in gewissen Regionen ganz ausschliessen. Damit kann verhindert werden, dass Diebe das Konto aus dem Ausland plündern.
Doch es braucht nicht immer High-Tech, um sich gegen die Betrüger effizient zu schützen. «Mit der Hand die Eingabe des Pincodes zu verdecken, schützt in den meisten Fällen auch gegen die allerneusten Skimming-Methoden», sagt Urs Bartenschlager, Chef der Kriminalpolizei Solothurn. Ansonsten soll man den Automaten genau anschauen und Auffälligkeiten der Polizei melden. Wichtig sei zudem, seinen Kontonauszug regelmässig zu überprüfen.

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