Drohbrief in Regensdorf ZH

02. Oktober 2017 15:03; Akt: 03.10.2017 11:01 Print

Nachbarn halten Jack-Daniel's- für IS-Fahne

Ein 29-jähriger Zürcher hat bei seiner Wohnung die Fahne des berühmten Tennessee-Whiskeys aufgehängt. Besorgte Nachbarn reagierten mit einem anonymen Schreiben.

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Über den Dächern von Regensdorf ZH flattert seit kurzem eine Jack-Daniel’s-Fahne. Angebracht wurde sie von einem 29-jährigen Zürcher, der vor zwei Monaten zusammen mit seiner Freundin in eine Liegenschaft der Gemeinde gezogen ist. «Ich habe sie aufgehängt, weil ich das witzig fand», sagt der Zürcher mit italienischen Wurzeln. Offenbar kam der Spass bei den Nachbarn gar nicht gut an.

Als der 29-Jährige am Samstag seinen Briefkasten geleert habe, sei darin ein anonymer Zettel gelegen. «Muss man vor euch Angst haben? Zuerst die italienische Flagge und nun die schwarze Todesflagge. Seid ihr IS-Sympathisanten?», heisst es im Schreiben. Unterzeichnet war er von «besorgten Nachbarn», die den Mann und seine Freundin unter Beobachtung stellen wollen.

«Das ist Rufschädigung»

«Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich das gelesen habe», sagt der Zürcher. Bis heute wisse er nicht, wer das Schreiben verfasst habe. «Ich habe mich in der Nachbarschaft umgehört, aber niemand weiss etwas.» Er habe den Sachverhalt seiner Verwaltung gemeldet.

Der Zürcher hat alles darangesetzt, die Urheber des Schreibens ausfindig zu machen: «Wir wollen die verantwortliche Person oder Personen zur Rede stellen.» Sobald diese ausgemacht sind, erwäge der 29-Jährige auch rechtliche Schritte. «Wenn fälschlicherweise herumgesprochen wird, dass wir IS-Anhänger seien, ist das Rufschädigung.»

Schreiben sollte der Polizei gemeldet werden

Der 29-Jährige sagt, dass er nun mit einem gewissen Unbehagen leben müsse. «Wir haben noch keine Vorhänge in der Wohnung. Deshalb lassen wir die Rollläden herunter, damit niemand hereinschauen kann.» Er denke aber nicht daran, die Fahne zu entfernen. «Dann würden wir ihnen recht geben. Das machen wir nicht», sagt er.

Die Kantonspolizei Zürich empfiehlt, nach dem Erhalt solcher Mitteilungen die Polizei zu informieren, falls trotzdem Zweifel für eine Gefahr zurückbleiben. Auch bei verdächtigen Wahrnehmungen sei umgehend die Polizei zu kontaktieren.

(jen)