Komplizierte Namen

04. März 2018 18:01; Akt: 04.03.2018 18:06 Print

«Sie denken, ich heisse wie das Katzenfutter Sheba»

von Qendresa Llugiqi - Wer einen komplizierten Namen hat, muss sich einige kuriose Variationen und Spitznamen anhören. Drei Leser erzählen, wie es ihnen damit ergeht.

20-Minuten-Reporterin Qendresa Llugiqi muss ihren Namen ständig buchstabieren. (Video: qll)
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Einen komplizierten Namen zu haben, kann ganz schön anstrengend sein. Die 20-Minuten-Reporterin Qendresa Llugiqi etwa muss ihren Namen mehrmals pro Woche buchstabieren. Sie ist nicht allein: Drei Leser erzählen, was an ihrem Namen falsch verstanden wird, und wie sie damit umgehen.

Natalie Hanschitz (20) aus Wil SG: «Sie nennen mich Hauschlitz oder Hanschiss»

«Mein Nachname klingt schon ziemlich speziell, vor allem für eine Schweizerin. Ich wurde deswegen schon oft gefragt, ob ich verheiratet sei. Mein Grossvater stammt aus Österreich, und dort ist der Name auch eher verbreitet als in der Schweiz, aber ob er ursprünglich von dort kommt, weiss ich nicht.

Er wird eigentlich genau so ausgesprochen, wie er geschrieben wird. Doch sobald ich meinen Namen irgendwo angeben muss, entstehen die kuriosesten Versionen davon. Ein paar Beispiele: Hauschlitz, Hansfritz, Hanfschnitz, Hanschiss und Hanschi. Ich ärgere mich nicht, sondern lache einfach darüber und freue mich immer wieder, neue Kreationen zu hören.»

Xhevaire Thaci (35) aus Killwangen AG: «Nicht einmal in meiner Firma kann man meinen Namen richtig aussprechen»

«Weil ich weiss, dass kaum jemand meinen Vornamen Xhevaire aussprechen kann, biete ich ihnen meinen Spitznamen Xheva an. Die Leute denken dann aber, dass es Sheba heisst, so wie das Katzenfutter. Auch mein Nachname wird statt Thaci (Thatschi) Tagi ausgesprochen.

Seit 18 Jahren arbeite ich in derselben Firma, und nicht einmal dort kann man meinen Namen richtig aussprechen. Dort rufen mich alle Scheva. Mein komplizierter Name führt dazu, dass ich ihn oft buchstabieren muss. Auch fragen mich die Leute wegen meines Nachnamens, ob ich mit dem kosovarischen Präsidenten Thaci verwandt sei. Nein, das bin ich nicht. Dass die Leute meinen Namen nicht aussprechen können, ärgert mich schon. Aber man gewöhnt sich daran.»

Khaoula Askri (24), aus Goldach SG: «Nun heisse ich Koalabär oder Kaulquappe»

«Meinen Vornamen spricht man eigentlich wie Paula aus, einfach mit einem K. Die meisten sprechen ihn jedoch Koala, Karla, Kaoula, Kaola oder Quala aus. Einige Freunde nennen mich inzwischen schon Koalabär oder Kaulquappe. Auch mein Nachname wird oft – vor allem am Telefon – falsch ausgesprochen. Statt Askri heisse ich Astrid. Auch denken sie, dass mein Nachname mein Vorname sei.

Die grössten Schwierigkeiten habe ich wohl im Berufsleben. Immer wenn jemand mir ein E-Mail schreiben soll, muss ich meinen Namen rund dreimal buchstabieren. In der Schule habe ich weniger Schwierigkeiten gehabt, ausser dass die Lehrer meinen Namen oft falsch aussprachen. Am Anfang hat es mich sehr genervt, dass die Leute meinen Namen falsch aussprechen. Aber mit der Zeit ist es mir egal geworden. Jetzt sage ich nur noch ‹Jaja.›»