«Dumm wie Brot»

11. Januar 2018 13:23; Akt: 11.01.2018 16:59 Print

Nationalrätin Badran beleidigt Studentin (22)

Eine Medizinstudentin setzt sich für No Billag ein. Auf Twitter wird sie deswegen von SP-Politikerin Jacqueline Badran als «dumm wie Brot» bezeichnet.

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Jessica Brestel ist 22 Jahre alt, studiert Medizin und ist Vizepräsidentin der Stadtzürcher Jungfreisinnigen. Sie setzt sich für die No-Billag-Initiative ein. Sie schreibt, ein Ja zu No Billag sei «ein Zeichen gegen die Selbstbedienungsmentalität des Staates, der bei Parkgebühren und Radarfallen immer mehr abkassiert».

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Auf Twitter sorgt dieses Statement bei den Gegnern der Initiative für Aufruhr. Kritisiert wird, dass sich die Studentin über staatliche Abgaben aufregt, obwohl die Allgemeinheit für die hohen Kosten ihres Studiums aufkommt. Nationalrätin Jacqueline Badran wird dabei beleidigend: «Buahh, was läuft da bei der Maturität falsch? Bekommt jetzt jeder so einen Schein, selbst wenn man dumm wie Brot ist?», schreibt die SP-Frau auf Twitter.

«So ein Benehmen ist einfach nur peinlich!»

Die angegriffene Studentin Brestel ist von Badrans Tweet irritiert: «Ich habe Frau Badran noch nie gesehen oder mit ihr geredet, da kommt so ein Angriff überraschend.» Dieser treffe sie allerdings nicht besonders. «Wenn der Gegner auf solche Beleidigungen zurückgreift, zeigt das doch nur, dass ihm die Argumente ausgegangen sind.» Der Tweet sei ein Beleg dafür, dass sie auf dem richtigen Weg sei.

Camille Lothe von der Jungen SVP der Stadt Zürich unterstützt ihre FDP-Kollegin: «So ein Benehmen ist einfach nur peinlich! Nur weil Ihnen die Meinung einer jungen Dame nicht gefällt, müssen Sie diese nicht als dumm bezeichnen. Als NR sollten Sie eine Vorbildfunktion erfüllen.» Die Junge SVP und die Jungfreisinnigen des Kantons Zürich fordern eine «umgehende Entschuldigung» von der SP-Frau.

Auch andere User üben Kritik:



Badran will sich nicht entschuldigen

Der Aufforderung zur Entschuldigung kommt Badran jedoch nicht nach. Zu 20 Minuten sagt sie: «Umgekehrt, Brestel und die Junge FDP sollen sich für dieses saublöde Statement bei der Bevölkerung entschuldigen. Und sich sofort bei allen Steuerzahlenden bedanken, die ihr Medizinstudium gemeinschaftlich finanzieren. Oder will sie diese gut halbe Million Franken selber bezahlen? Nach deren Logik zahlt man selber und nur was man konsumiert - oder? So wie bei Parkplätzen oder Tempoüberschreitungen.»

Brestel sagt dazu, man müsse grundsätzlich überlegen, welche Aufgaben mit Abgaben und Steuern gemeinschaftlich finanziert werden sollen. «Ich finde es zum Beispiel wichtiger, ein gutes Gesundheitssystem zu haben, wo im Notfall ein ausgebildeter Arzt einsatzbereit ist, als Abendunterhaltung am TV mit eingekauften Serien und Filmen aus den USA.»

(the)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 11.01.2018 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Was erwartet man von ihr sonst?

    Jaqueline Badran ist etwas für sich. Zum Glück sind nicht alle Menschen so wie sie.

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  • Pascal am 11.01.2018 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ja zu NO BILLAG

    Lass uns das Thema mit einem JA abschliessen und gut ist.

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  • Dominic am 11.01.2018 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Volksvertreterin

    War es nicht auch Frau Badran, die bereits einen Türsteher welcher das Rauchverbot in einem Lokal durchsetzen musste, aufs übelste beschimpft... da war doch was?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bigi65 am 11.01.2018 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denke & sag danke

    Ein Medizinstudium kostet den Staat 1 Million pro Person. Diese Medizinstudentin spricht sich gegen die Selbstbedienungsmentalität des Staates - & des Staatsfernsehen aus - das den Bürger läppische 400.- pro Person kostet. Werd erwachsen Mädchen. Denke & sag danke & stimme Nein zu NoBillag.

  • Hösch am 11.01.2018 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anstand

    Schade sind heute Politiker/innen am Werk die auf Beleidigungen zurück greifen müssen um sich zu positionieren! Das zeugt aber nur von Schwäche und Auswegslosigkeit. Unser Land braucht unbedingt zielorientierte Menschen mit Anstand in der Regierung.

  • Z. Üri am 11.01.2018 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    sie hat natürlich recht

    In Anbetracht des Statements der Jung-Weichsinnigen hat J. Badran natürlich recht, sie sollte das einfach nicht auch noch twittern.

  • Nick_Name am 11.01.2018 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer Bildung und Massenmedien

    im Sinne einer Staatsaufgabe auf dieselbe Stufe stellt, und dann noch Solidarität als Argument anführt, hat wohl selbst einige Bildungslücken, oder hat während der letzten 30 Jahre Medienentwicklung wohl im Koma verbracht.

  • Donna M. am 11.01.2018 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Als öffentliche Person hat sie Anstand und Respekt zu haben. Beides scheint hier zu fehlen.