1,5 Millionen Katzen

25. Mai 2016 17:41; Akt: 26.05.2016 10:01 Print

Naturschützer fordert 400 Franken Büsi-Steuer

Wer eine unkastrierte Katze hält, soll dafür zahlen müssen: Pro Natura Aargau will mit der Abgabe Eidechsen und Vögel schützen.

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Geht es nach dem Naturschützer Johannes Jenny, werden Katzenbesitzer bald tief ins Portemonnaie greifen müssen: Der Präsident von Pro Natura Aargau fordert die Einführung einer Büsi-Steuer, wie die SRF-Sendung «Rundschau» heute berichtet. Die Steuer soll bewirken, dass die Zahl der Hauskatzen sinkt.

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Geschätzt wird der Büsi-Bestand in der Schweiz auf 1,5 Millionen. Damit sei die Katzendichte viel zu gross, sagt Jenny – mit schlimmen Folgen für die Tierwelt: «Viele Jungvögel werden gefressen oder zu Tode gequält. Es ist ein eigentliches Massaker.»

Steuer wirkt ab 300 Franken

Die Höhe der geforderten Steuer dürfte viele Katzenhalter schmerzen. Jenny: «Damit sie eine Lenkungswirkung hat, müsste eine unkastrierte Katze 300 bis 400 Franken kosten.» Der Naturschützer stellt sich vor, dass der Kanton Aargau hier eine Pionierrolle übernimmt. Fernziel ist eine schweizweite Lösung.

Doch die Idee kommt nicht überall gut an. Manuela Gutermann, Präsidentin des Vereins Katzenfreunde Schweiz, sagt zur «Rundschau»: «Eine solche Steuer würde vor allem ältere und wenig Vermögende treffen, die das Büsi besonders nötig haben.» Doch auch Gutermann befürwortet die Kastration von Katzen, die Auslauf ins Freie haben.

Zauneidechse von Katzen lokal ausgerottet

Gegen die Steuer ist auch der Katzenforscher Dennis Turner. Er bestreitet, dass die Katzen den Wildtier-Bestand in grossem Ausmass dezimieren. «Dafür gibt es keinen wissenschaftlich gesicherten Befund.»

Jenny widerspricht: «Bei der Zauneidechse kann man nachweisen, dass sie lokal durch Katzen ausgerottet wurde.» Generell sei das Problem aus ökologischer Sicht bei den Reptilien am grössten. Bundesrechtlich geschützten Arten drohe durch die grosse Katzendichte die Auslöschung. Weniger bedroht sind Vogelarten: «Bei den Vögeln werden vor allem häufige Arten gefressen.»

Für das Jagdverhalten der Büsi müsse man Verständnis aufbringen, fordert Katzenfreundin Gutermann: «Wir haben uns ein Raubtier ins Haus geholt. Und wir müssen damit leben, dass das Tier seine natürlichen Instinkte auslebt.»

Hohe Gebühr im Vergleich zur Hundesteuer

Die Büsi-Steuer wäre neu. Zwar wurden schon Forderungen nach einer Chip-Pflicht für Katzen laut, aber bisher musste man für Katzen keine Gebühren zahlen. Die Hundesteuer gibts dagegen flächendeckend. Je nach Gemeinde kostet diese zwischen 50 bis 18o Franken pro Jahr und Tier. Die Katzensteuer wäre also vergleichsweise teuer.

Mehr über die Büsi-Steuer am Mittwoch, 25. Mai, ab 20.55 Uhr in der Sendung «Rundschau» auf SRF1.

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rob62 am 25.05.2016 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katzendichte?

    Ich finde die Menschendichte in der Schweiz viel zu hoch.

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  • Robert am 25.05.2016 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht Zuwanderung besteuern

    Die immer grössere Bevölkerung beschneidet immer mehr unserer Freiheiten. In jeder Hinsicht. Wieso wollen wir das?

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  • James am 25.05.2016 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demnächst...

    bezahlen wir in der Schweiz wohl auch noch die Luft zum atmen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Shipibo am 18.06.2016 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuer

    ...momentan habe ich das Gefühl, dass alle nur Steuern einnehmen wollen - und für was? Hallo Leute erwacht: Einnahmen, weil irgendwo ungedeckte Ausgaben in Aussicht sind! Hier in der Schweiz wird man je länger je mehr unter suspekten Gründen abgezockt!

  • Shipibo am 18.06.2016 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mist

    Und was ist mit Pferdesteuer???? Wenn ich sehe, wie die die (Flur)Strassen beschädigen und ihren Mist auf Trottoir, Strassen und vor Hauseingängen machen und die Halter das nicht zusammen nehmen, sorry, dann braucht es definitiv keine Katzensteuer!

  • Atina am 26.05.2016 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    natur pur

    warum räumt man solch irrwitzigen Ansichten überhaupt das Recht ein gehört zu werden.

  • Manfredo am 26.05.2016 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnapsidee

    Das ist ja der größte Blödsinn wo ich je gelesen habe. Die Natur regelt das ja selber. Sonst müssen wir für Mäuse - und Vogelfänger ja bezahlen und die Katze macht es ja gratis.

  • Jooooo am 26.05.2016 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    Genau es geht widereinmal ums Geld.