«LegalFling»

13. Januar 2018 18:39; Akt: 13.01.2018 19:13 Print

App soll Sex vertraglich regeln

Anwender können Sex-Anfragen mit eigenen verbindlichen Kriterien senden. Der Vertrag sei rechtlich bindend, sagen die App-Entwickler.

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Die holländische Softwarefirma LegalThings hat eine App entwickelt, mit der man für sexuelle Kontakte rechtlich verbindliche Verträge abschliessen kann. «LegalFling» bietet den Nutzern die Möglichkeit, per Tastendruck die Zustimmung für einvernehmlichen Sex zu geben.

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«Jemanden vor dem Sex um eine Unterschrift auf einem Vertrag zu bitten, ist unangenehm. Darum haben wir ‹LegalFling› entwickelt», sagt Rick Schmitz, CEO von LegalThings. Mit der App soll genau definiert werden können, welche Kriterien beim Geschlechtsverkehr zum Zug kommen dürfen. Sei es Sex ohne Kondom, BDSM-Praktiken oder das Fotografieren oder Filmen des Akts – ein Bruch des Vertrags soll laut den Entwicklern rechtliche Konsequenzen haben.

Rechtssicherheit für alle

«LegalFling» wurde als Folge der #MeToo-Bewegung konzipiert. Die Entwickler wollen laut eigenen Angaben die Möglichkeit bieten, vor dem Geschlechtsverkehr genau festzuhalten, was erlaubt ist und was nicht. Über die App lässt sich das Gegenüber benachrichtigen, dass eine Anfrage über einvernehmlichen Sex eingegangen ist. Wenn die Person die Anfrage bestätigt, geht er oder sie eine rechtlich bindende Vereinbarung ein. «Nein bedeutet aber immer noch Nein», schreiben die Entwickler. Wenn während des Sex also Nein gesagt wird, habe sich die andere Person natürlich daran zu halten.

Wenn eine Person die Vereinbarung verletzt, kann er oder sie im schlimmsten Fall vor Gericht landen – so die Idee. Wenn also ein nicht für die Öffentlichkeit gedachtes Foto oder Video seinen Weg ins Internet finden würde, hätte man ein Mittel in der Hand, um die verantwortliche Person zur Rechenschaft zu ziehen. Im Gegensatz dazu soll die App auch all jenen Rechtssicherheit geben, die sich bisher vor einem falschen Vergewaltigungsvorwurf fürchteten.

Absicherung für MGTOW-Männer

«Der beste Schutz gegen Anschuldigungen ist, konsequent nur einvernehmliche Handlungen vorzunehmen», sagte Nicolas Zogg, der Pressesprecher des Schweizer Dachverbands Schweizer Männer- und Vaterorganisationen, im Zusammenhang mit MGTOW-Männern (Männer, die ihren eigenen Weg gehen), die sich vor falschen Vergewaltigungsvorwürfen fürchten. Besonders für diese Männer könnte die App also interessant sein.

Laut den Entwicklern müssen sich User auch nicht um ihre sensiblen Daten sorgen, denn jeder Vertrag sei von Blockchains abgesichert. Das sind erweiterbare Listen von Datensätzen, die durch kryptografische Verfahren miteinander verkettet sind. Damit wird beispielsweise auch die Kryptowährung Bitcoin geschützt. Apple und Google müssen «LegalFling» allerdings noch genehmigen, damit die Anwendung in den Stores zum Download bereitstehen kann.

(dk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lukas Schmid am 13.01.2018 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    Sind wir mittlerweile schon so weit, dass wir sogar Geschlechtsverkehr vertraglich regeln müssen? Traurig unsere Welt...

    einklappen einklappen
  • maxxüüü am 13.01.2018 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ojee

    Wohin wird das und führen?

    einklappen einklappen
  • Marco am 13.01.2018 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mensch

    Wo bleiben die Menschen??? Wir müssen doch keine Roboter entwickeln...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Onurb am 14.01.2018 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    im Minimum eit

    man könnte meinen der Vertrag wäre obligatorisch und in Stein gemeißelt

  • vorname/nachname am 14.01.2018 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bäng

    Gibts auch Massenverträge für Orgien?

  • Schweizer am 14.01.2018 01:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soweit ist es gekommen...

    Die Idee ist eine Zeiterscheinung und wird ein nützliches Mittel sein, unberechtigen Vorwürfen gegen Männer, als Erpressung und Profitgier zu verhindern. Es gibt leider bereits zu viele solcher Fälle und sowas kann sicherlich (leider) eine Lösung bieten.

  • MaxHeadroom am 14.01.2018 00:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu Kompliziertes lässt die Natur aussterben

    Sicher gibt es die App nur für iPhone und Android ;-) Juhui, diejenigen mit Windows Phone und anderen Smartphones sowie jene, welche gar keines haben werden überlegen :-) Sicher gibt es die App nur für iPhone und Android.

  • TomBasel am 14.01.2018 00:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch????

    Langsam schäm ich mich dafür, ein (normal denkender mit normalen Moralvorstellungen) Mensch zu sein..........