Weg vom digitalen Stress

11. Februar 2017 08:21; Akt: 11.02.2017 21:00 Print

Neue Spiele sollen Kinder vom Handy weglocken

von Fabrice Dubler - Schon Primarschüler nutzen eifrig Smartphones. Mit einem neuen Spielzeugtrend versuchen Hersteller Kinder nun davon abzubringen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bereits in der Primarschule sind Handys aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie gehören laut einer Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften aus dem Jahr 2015 zu den beliebtesten Medien von Schweizer Kindern. Über die Hälfte der befragten 6- bis 13-Jährigen besitzt bereits ein Smartphone und ist somit täglich digitalen Medien ausgesetzt.

Umfrage
Würden Sie solche Spielzeuge für Ihr Kind kaufen?
78 %
18 %
4 %
Insgesamt 1640 Teilnehmer

Mit dem neuen Trend «Body and Mind» ist an der Spielwarenmesse in Nürnberg, die bis Anfang dieser Woche dauerte, ein Gegentrend vorgestellt worden. Die Branche möchte Kinder so wieder zu mehr Bewegung und Balance bringen. Und damit sind nicht digitale Spielereien wie «Pokémon-Go» gemeint. Auch ohne technisches Endgerät könnten körperliche Aktivitäten Spass machen, wie es auf der Website der Messe heisst.

Weg vom digitalen Stress

Die vorgestellten Spielwaren sind aber keine Neuerfindungen, sondern rufen Bekanntes wieder ins Leben. Das Ziel sei, unabhängig von digitalen Geräten aktiv zu sein. Hersteller Gonge beispielsweise präsentiert eine Balancerolle, die Motorik und Koordination fördern soll. Die Körperspannung trainiert ein für Kinder entwickeltes Yoga-Programm. Und mit einem Mandalabuch sollen Kids «ihrer Kreativität freien Lauf lassen».

Auch Schweizer Spielwarenhändler nehmen den Gegentrend wahr. «Wir verkaufen seit letztem Jahr wieder vermehrt klassische Spielwaren wie Gesellschaftsspiele, Holzartikel und Puppen», sagt Elle Steinbrecher, Sprecherin von Manor, zu 20 Minuten. Technische Toys seien aber nach wie vor gewünscht. Franz Carl Weber führt ebenfalls seit längerer Zeit solche Produkte im Sortiment, wie es auf Anfrage heisst.

Spass an Bewegung

Doch ist dies der richtige Weg, um die junge Generation von den Bildschirmen wegzubringen? «Solange die Kinder Spass dabei haben, ist jegliche Form von Bewegungsförderung sinnvoll», sagt Lukas Zahner, Leiter des Bereichs Bewegungs- und Trainingswissenschaft an der Universität Basel.

Er sieht aber auch in Apps und Games wie «Pokémon-Go» Zukunft, solange diese längerfristig genutzt würden. So werde eine grössere Zielgruppe auf einem anderen Weg erreicht. «Wichtig ist, dass man nicht mit dem Mahnfinger auf inaktive und übergewichtige Kinder zeigt.»

Variation in der Spielzeugbranche

Ähnlicher Meinung ist Oskar Jenni, Leiter der Abteilung Entwicklungspädiatrie am Kinderspital Zürich: «Wünschenswert ist eine möglichst grosse Vielfalt in der Spielzeugwelt.» Deshalb seien analoge Spielereien ein gutes Pendant zur digitalen Game-Landschaft. «Natürlich beeinflussen auch die Eltern als Vorbilder, in welcher Umgebung ihre Kinder aktiv sind.»

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Waterpolo1s am 11.02.2017 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leider ...

    ... leider wird dies kein Erfolg haben !!! Warum? Versucht mal uns Erwachsene vom Handy loszulösen ...

    einklappen einklappen
  • Elternteil am 11.02.2017 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Erziehungsberechtigte in der Pflicht

    Das wegkriegen vom Smartphone ist nicht Sache der Spielwarenhrrsteller sondern der Eltern. Aber für viele ist ein Kind ja nur nich ein Nice to have und "erzogen" wird es von TV, Handy oder anderswo abgeschoben.... traurige Entwicklung.

    einklappen einklappen
  • B-a am 11.02.2017 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nutzlos

    Das kommt leider 10 jahre zu spät. Der digitale wandel ist bereits überall angekommen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Oli am 12.02.2017 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Das eine zun das andere nicht lassen

    Den Vortschritt aufhalten hat noch keiner geschafft und die die es versucht haben sind allesammt als Verlierer von der Welt gegangen. Digital ist real und Zukunft das ist Fakt ob im Spiel oder in derdr Arbeit. Damit umzugehen, das ist die Herausforderung. Bei uns ist es ziehmlich einfach gelöst der Router wird einfach mit Zeitkontigent gefüttert. Die Kinder haben 2h Internet das müssen Sie delbst verwealt. Apps installierten braucht eine Erlaubnis. Den Rest des Tages wird mit andern Kindern und Familie verbracht. Kinder müssen heute beides erlernen. Erziehung funktioniert durch vorleben.

  • Eine Mami am 12.02.2017 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spielt und lacht mit euren Kindern

    Ich habe drei Kinder und viel Besuch von Kindern. Viel Mutter sagen mir schon von Anfang an Er darf dann gamen 1 h .wir habe aber eine regeln nur zwei mal /Woche gamen 1/2 Stunde. Es ist immer Interessant zusehen, das sie Kinder oft gar nicht wissen was sie den tun sollen, wenn man ihnen das gamen nicht erlaubt. Wenn ich aber raus gehe mit Ihnen Fussball spielen, in Wald oder sie im Garten was Pflanzen lasse. Habe ich noch gehört das ein Kinder lieber gamen wollte. Im Gegenteil,sie möchten bald wieder kommen und weiter buddeln oder spielen. Zeigt euren Kindern was tun können und dürfen, spielt

  • Nadeschda am 12.02.2017 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    anwendungen mit Smartphone

    Das liegt hauptsächlich an der Kreativität der Eltern mit Smartphone und co umzugehen... Schnitzeljagt im nahen Wäldchen mit GPS daten, oder Vitaparkur mit neuen Übungen via Handy, oder etwas Pioniertechnik auch mit Youtoube Anleitung... ach, es liegt wirklich nicht an den Geräten, es geht darum wie man sie im Alltag NÜTZLICH einsetzt. Nun dazu bräuchte es eine Spiel- messe für Eltern mit Anleitung für Handys im Alltag.

  • C.H. am 12.02.2017 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wen interessierts?

    Genau! Die Kinder und vor allem Eltern, die sowieso nicht schon dauerndhaft am Handy und vor der Glotze hängen. Die Anderen sind nicht erreichbar... - da am Handy oder vor der Glotze...

  • Walliserin am 12.02.2017 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch Erwachsene.....

    Man sollte solches Spielzeug nicht nur für Kinder herstellen!Auch Erwachsene hängen immer zu am Smartphone.