Deutschland - Schweiz

22. Mai 2015 05:51; Akt: 22.05.2015 06:45 Print

Neue Verhandlungen im Fluglärmstreit möglich

Seit 2012 liegt der Flug-Vertrag zwischen Deutschland und der Schweiz auf Eis. Bald könnte wieder Bewegung in die Sache kommen, glaubt CDU-Mann Guido Wolf.

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Im Streit um Fluglärm über dem Südwesten Deutschlands hat sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Guido Wolf für neue Verhandlungen mit der Schweiz ausgesprochen. Nach einem Besuch bei der Kantonsregierung Schaffhausen sagte er: «Wir sind bereit, Lasten zu übernehmen.»

«Aber nur in dem Masse, in dem Süddeutschland auch vom Flughafen Zürich profitiert.» Wolf warnte am Donnerstag gleichzeitig davor, die «extrem gute Zusammenarbeit» mit der Schweiz durch die Fluglärmfrage aufs Spiel zu setzen.

Konsenslösung gesucht

Er habe bei seinem Besuch beim Schaffhauser Regierungsrat Reto Dubach «durchaus Bewegung erkennen dürfen», sagte der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl. «Ihm ist wichtig, zu einer Konsenslösung zu kommen.»

Wolf betonte aber auch, dass der 2012 ausgehandelte Staatsvertrag, der bislang auf Eis liegt, für Südwestdeutschland in der jetzigen Form nicht akzeptabel sei. «Es geht um eine gerechte Lastenverteilung und nicht um einen ungerechten Export von Fluglärm aus der Schweiz nach Süddeutschland.»

Im Anflug auf den Flughafen Zürich nehmen die meisten Maschinen Kurs über deutsches Gebiet. Betroffen sind der Schwarzwald und der Bodensee. Dort gibt es seit Jahrzehnten Widerstand.

«Mehr Flugbewegungen durch die Hintertür»

Kürzlich sorgten zudem Pläne für ein neues Betriebskonzept in Zürich für Kritik auf deutscher Seite: Die betroffenen Landkreise fürchten noch mehr Anflüge als bisher über Südbaden und haben Einspruch gegen die Pläne des Airports erhoben.

Das geplante Konzept sei dazu geeignet, mehr Flugbewegungen durch die Hintertüre zu realisieren, sagte Wolf. «Das könnte auf kaltem Wege Teile des Entwurfs des Staatsvertrags realisieren. Das ist eine ganz schwierige Phase, in der man aufpassen muss, dass das Misstrauen auf der deutschen Seite nicht noch genährt wird.»

Der Flughafen Zürich wies die Vorwürfe kürzlich zurück. «Die Änderung hat keine Lärmauswirkungen auf deutsche Landkreise», sagte eine Sprecherin des Flughafens. Die letzten Kilometer des Landeanfluges würden vollständig über Schweizer Gebiet erfolgen. Dieser Aspekt werde von deutscher Seite «völlig ignoriert». Die teilweise sehr harsche Kritik habe den Flughafen überrascht.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gorandi am 22.05.2015 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werdet vernünftig

    Man sollte die Anflüge auf Zürich anhand der Passagierzahlen aufteilen. Es fliegen viele Deutsche aus den betroffenen Gebieten von ZRH, Lärm wollen sie aber nicht! Alle wollen Fliegen, aber keiner will Fluglärm - Werder vernünftig!

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  • Rafael am 22.05.2015 06:46 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzlos

    Unser Bundesrat hat kein Rückgrat und bückt sich wie eine Prostituierte im Bordell. Wenn der BR tatsächlich mit Deutschland verhandelt, ziehen wir garantiert den Kürzeren. Also: lasst es bleiben!

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  • Dani am 22.05.2015 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gotthard 2 Wochen sperren,

    dann wird die EU inkl. Deutschland langsam Gesprächsbereit. Wenn sich die Schweiz immer kleiner macht, so wird sie auch nie Erfolge verbuchen können! Guckt mal was Greece mit der EU macht? Katz und MausSpiele!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Max H am 23.05.2015 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gekröpfter Nordanflug

    Geht erstens die Deutschen nichts an. Zweitens: dass die Aargauer reklamieren ist Nebensache, denn alle reklamieren. Besonders diejenigen, die ab Kloten in die Ferien fliegen. Und drittens ist der von den technischen ungelösten Problemen ein beschämender Witz, denn der alte Flugplatz von Hongkong, namens Kai-Tak, wurde während Jahrzehnten gekröpft angeflogen und zwar mit einer Kadenz, die uns heute in Zürich schwindlig machen würde

  • R.Anderegg am 23.05.2015 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    total überheblich von Herrn Wolf

    «Aber nur in dem Masse, in dem Süddeutschland auch vom Flughafen Zürich profitiert.» wie dreist von diesem Deutschen, da Süddeutschland und Südbaden schon seit Jahrzehnten von Kloten profitieren: Das deutsche Gewerbe im Südschwarzwald und am Hochhrein durch Kloten grosse Vorteile erfährt, da Kloten viel näher liegt als der Flughafen in Stuttgard, die Bewohner aus Südbaden für den Urlaub gerne unseren Flughafen benützen, deutsche Grenzgänger auch am Flughafen arbeiten und die Swiss obendrein noch eine deutsche Firma ist!

  • Frequent Flyer am 22.05.2015 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne die Deutschen

    Wäre Zürich ein Mini Flughafen. 1. Sorgen die zahlreichen Deutschen für die gute Auslastung. 2. Ohne Anflüge über Süddeutschland muss Zürich die Zahl der Starts und Landungen halbieren. ZRH geht dann direkt in den Konkurs. Also redet mal bitte sehr nicht immer im diesem arroganten Ton gegenüber den Deutschen.

    • Leser am 22.05.2015 18:44 Report Diesen Beitrag melden

      Danke für diesen Kommentar

      Endlich einmal jemand, der die Zusammenhänge versteht nicht dumpf nationalistisch seinen Frust ablässt.

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  • 1848 am 22.05.2015 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Nobles Hotel

    Kein Volk fliegt häufiger als die Schweizer. Nur die Nachteile delegieren wir gerne an die anderen. Wir sind ein nobles Hotel, nur der Abtritt fehlt.

  • A Andermatt am 22.05.2015 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flughafen/Einkaufen/Arbeitsplätze.. Jetzt ist lang

    Immer wieder diese Diskusionen über Deutschland, das uns vorschreiben will, wie wir leben sollen. Nun dann, lassen wir jeden der einen deutschen Pass hat extra Flughafengebühr zahlen, die Arbeit in der Schweiz wird fester besteuert, und auf deutschen Importartikeln erheben wir eine gerechtere Steuer... Mal sehen, wer wen braucht...

    • Susi Berger am 22.05.2015 17:38 Report Diesen Beitrag melden

      Fair?

      ... und wir Schweizer gehen trotzdem über die Grenze einkaufen? ... Ausserdem gibt es auch sehr viele Anflüge über DE nach Kloten, dürfen wir nicht vergessen.

    • hotzenblitz am 22.05.2015 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Flughafen, einkaufen usw

      @ a.andermatt: zuviel Drogen genommen oder was! Die Schweiz will Deutschland vorschreiben wie viel Flugverkehr es von kloten zu tragen hat.Die Schweizer regen sich auf, wenn ein deutsches Dorf keinen discounter haben will. Arroganz ohne ende.

    • ueli am 22.05.2015 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      keine ahnung?

      Herr Andermatt, wie wäre es mit ein wenig informieren über die ganze Geschichte und wie es zu dieser Auseinandersetzung kam? Dann erfährt man auch,wer wem was vorschreiben wollte.

    • Tüechlidrugger am 23.05.2015 10:53 Report Diesen Beitrag melden

      Lesen

      Wenn ich zwischen den Zeilen lese willst du damit sagen es ist ein Eigentor.

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