Umfrage zeigt

06. Dezember 2012 09:57; Akt: 06.12.2012 10:20 Print

Nichts gelernt im Neulenker-WK

von J. Pfister - Zu teuer und kaum ein zusätzlicher Nutzen. So fällt das Fazit der Leser von 20 Minuten Online zu den Neulenker-Kursen aus. Vor allem der zweite Kurstag gehört für eine Mehrheit abgeschafft.

Befragte Personen, die bereits beide Kurse absolviert haben.

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Die zwei obligatorischen Weiterbildungskurse für Neulenker stehen in der Kritik. Nachdem eine Studie der Beratungsstelle für Unfallverhütung die Kurse als «praktisch wirkungslos» beurteilt hatte, sprachen sich gegenüber 20 Minuten Online sogar linke Politiker für deren Abschaffung aus. In dieselbe Richtung geht der Tenor der Leser. In einer nicht repräsentativen Umfrage bezeichnen rund 43 Prozent jener Autofahrer, die schon beide Kurse absolviert haben, beide Kurse als nutzlos.

Die Kursabsolventen kritisieren, dass sie in den zwei Tagen nichts gelernt hätten, was sie nicht schon gewusst haben. Ebenfalls negativ bewerten sie die Kosten - laut Fahrlehrerverband müssen Neulenker zwischen 600 und 800 Franken hinblättern. Gerade der zweite Kurstag, an welchem die Neulenker Rückmeldungen zu ihrem Fahrstil mit einem Fokus auf das umweltschonende Fahren erhalten, fällt bei den Umfrageteilnehmern durch. Lediglich 5 Prozent fanden diesen Kurs sinnvoll.

Mehr Zuspruch erhielt der erste Kurstag, an dem gefährliche Verkehrssituationen auf dem Programm stehen. Immerhin 39 Prozent jener Personen, die die ganze Neulenker-Ausbildung absolviert haben, fanden diesen rückblickend in Ordnung.

Umweltbewusstes Fahren fällt durch

Dies jedoch nicht, weil sich die Neulenker danach auf der Strasse sicherer fühlten, sondern weil sie dabei ihre Grenzen austesten konnten. So waren es auch bei allen Umfrageteilnehmern vor allem Kursinhalte in diesem Bereich, die als wichtig beurteilt wurden. Besonders gefragt ist das Fahren bei Glätte, beziehungsweise der Schleuderkurs. 77 Prozent der Frauen und 63 Prozent der Männer wollen diese Übung absolvieren. Die männlichen Fahrschüler wollen zudem das richtige Bremsen lernen, während sich Frauen vermehrt Übungen wünschen, um Unfallursachen wie Alkohol oder Geschwindigkeit richtig einzuschätzen.

Schlecht schneidet hingegen bei beiden Geschlechtern das umweltbewusste Fahren ab. Dies gehöre genauso wenig in solche Kurse wie Informationen zur Bereifung oder der Gepäcksicherung.

Fahrausweis auf Probe ist akzeptiert

Die grosse Mehrheit findet jedoch, dass all diese Kursinhalte sowieso schon in der Fahrausbildung behandelt werden sollten. Auch das Bundesamt für Strassen (Astra) berät zurzeit, welche Inhalte der Kurse sie verschieben könnte - eine Abschaffung der Kurse kommt für die Verantwortlichen allerdings nicht infrage. Freuen dürfte sie, dass die Mehrheit der Fahrschüler den Fahrausweis auf Probe grundsätzlich gut findet.

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Wenn ich mir das Fahrverhalten sogenannter "guter Autofahrer" ansehe wäre wohl eher ein WK alle 6 Monate angebracht. Blink-Verweigerer, Abstands-Missachter, Permanente Linksfahrer (würg), Kreisel-nicht-versteher, Einspur-Verweigerer und die intelligentesten unter den Fahrern: In einer Kollone "dauernd-Spur-Wechsler" Als überzeugter Autofahrer im Aussendienst finde ich es sehr bedenklich dass gefühlte 90% der Autofahrer keine Ahnung von Verkehrs-Grundregeln und Verkehrsfluss haben. Danke für die vielen Staus. – Alexander C.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Lehmann am 06.12.2012 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Betrachtung des Fahrvermögens

    Öfters höre ich, dass dieser Kurs nur Abzocke ist. Amerika praktiziert "defensive driving", was auf umweltbewusstes Fahren deutet, langsamere und bewusstere Fahrweise und beruhigtes Fahren (nicht Aufhockerei auf der Autobahn). Allerdings sollten wir den Führerausweis beschränkt auf 60 Jahre einführen, dann jährliche (kostenlose) Überprüfung. Dies würde viele Unfälle bereits vermeiden, indem einige Untaugliche aus dem Verkehr gezogen werden (bin übrigens 55). Heute muss das Verkehrswesen anders betrachtet erden, da viel zu viele Fahrzeuge auf der Strasse sind.

  • Marco am 06.12.2012 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Schleuderkurs

    Ich meine, Schleuderkurse sollten obligatorisch sein. Der Rest kommt durch Routine... und unverantwortliche Menschen werden durch diese Kurse bestimmt nicht weniger leichtsinnig.

  • Cris am 06.12.2012 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wab4U

    Ich habe beide Kurse absolviert. Daher finde ich nicht das der erste Kurs sinnlos ist. Da lernt man wia es sich zu verhalten gilt wenn das Fahrzeut schleudert. Wenn ich jetzt sehe wie sich einige auf Schnee verhalten, fände ich es auch für solche gut die die Prüfung schon mehrere Jahre hatten. Allgemein wäre es eine gute Idee einen Schleuderkurs z.B. zu absolvieren. Beim zweiten Kurs war es wirklich reine Zeit- und Geldverschwendung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • B.T. am 09.12.2012 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Alter Fahrer 2

    Jeder sollte wissen dass, Fahrerfahrung sicher wichtig und unabdingbar ist, um "sicher" im Strassenverkehr teil zu nehmen. Aber fatal sind Routinenfehler, es bringt nichts zu denken das man denkt gedackt zu haben und dann krachts. Ob alt oder jund jeder sollte sich Weiterbilden und sei es ein Schleuderkurs. Auch "Altlenker" haben mit Glätte und Schnee Probleme und viele kennen im Kreisel keinen Blinker. Aber auch 120 kmh bei schneebedekter Autobahn?? Aber auch 120 kmh bei Nacht, wenn das Abblendlicht gerade mal 75 m ausleuchtet...Greift euch alle selber an die Nase....

  • B.T. am 09.12.2012 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Alter Fahrer

    Ich bin ein einer derer, die als "gute Fahrer tituliert" werden. Ich bin ein Beruschauffeur (LKW und Car) Jahresleistung 500'000 km. Kurse für Neulenker sind sinnvoll. Abstände einzuhalten zum Vorerfahrer ist wichtig. Aber so gut wie kein Autofahrer hält nach einem Uübeholmanäver einen richtigen Abstand ein. Wenn ein LKW mit 40 t mit 80 kmh überholt wird, bei den Strassenverhältnissen wie sie jetzt sind und nach 5 m vor den LKW eingeschert wird, ist die Frage nicht ob sinnvoll so ein Kurs ist, sondern welcher Autofahrer noch mit Hirn hinter dem Steuerrad seines Gefährts sitzt.

  • Andy K. am 07.12.2012 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Fahrausbildung ist ein Fehlkonstrukt!

    Als ich meinen Führerschein machte, mussten wir erstmal in den VKU, und konnten danach im VKU Kurslokal für die Theorieprüfung lernen. Die Teilnehmer am VKU waren motiviert, weil das vermittelte Wissen für die Theorieprüfung wichtig war. Heute macht man den Kurs nach der Prüfung, und die Teilnehmer sind desinteressiert. Sie wollen nur die Bescheinigung für die Teilnahme. Genau so sieht es jetzt mit den 2 Kursen aus. Vieleicht sollte Kurs Nr.1 vor der Praktischen Prüfung gemacht werden. Und den Ökodrive Kurs, das gehört zur Grundausbildung beim Fahrlehrer.

  • spikee am 07.12.2012 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Frage?!

    Leute nur nebenbei eine Frage: Ich habe genau seit zwei Jahrein meinen Führerschein und noch keins dieser blöden Kurse gemacht. Wieviel Zeit habe ich noch überhaupt? Danke

  • welken m. am 07.12.2012 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    tadahh

    Kurs = Totalschaden! An die, die nun meckern wegen kosten etc.. ich bin Multimillionär! es ist und bleibt unnötig dieser kurs!

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