Umfrage

07. Januar 2018 17:50; Akt: 08.01.2018 07:58 Print

Nur jeder Dritte vertraut der SRG-Spitze

von D. Pomper - Fast 60 Prozent bezeichnen ihr Vertrauen in die SRG-Spitze als klein. Die SRG kontert, entscheidend sei das Vertrauen des Publikums in ihr Angebot.

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Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht angeregt über die No-Billag-Initiative diskutiert wird, über die am 4. März abgestimmt wird. So steht denn auch die Frage im Raum: Wie gross ist eigentlich das Vertrauen der Bevölkerung in die SRG-Spitze? Diese Frage haben über 21'000 Personen in der grossen SRG-Umfrage von 20 Minuten beantwortet (siehe Box).

Das Resultat: Knapp 60 Prozent der Befragten bezeichnen ihr Vertrauen in die SRG-Spitze als klein oder eher klein, knapp 30 Prozent als gross oder eher gross.

Für die SRG ist das Resultat nicht besorgniserregend: «Entscheidend ist das Vertrauen des Publikums in das Angebot der SRG. Hier geniessen die Angebote der SRG im Vergleich zu anderen Medienangeboten hohe Werte», sagt Sprecher Daniel Steiner. Er verweist auf die Publikumsbefragung zur Nutzung und Bewertung des privaten sowie öffentlichen Schweizer TV- und Radioangebots des Instituts für angewandte Kommunikationsforschung iaKom. Diese zeigt, dass die Stärken der SRG-TV-Sender und der SRG-Radios aus der Sicht ihrer Zuschauer in der «Glaubwürdigkeit», der «Professionalität» sowie im «Informationsgehalt» liegen.

Die Frage, ob es Anstrengungen gebe, das Vertrauen in die SRG-Spitze zu stärken, blieb entsprechend unbeantwortet.

«Privatwirtschaftliche Unternehmen müssten unverzüglich handeln»

Für Bendicht Luginbühl, der zwischen 2003 und 2005 Mitglied der Geschäftsleitung von Schweizer Radio DRS war, ist der Fall klar: «Wenn drei Fünftel der Befragten wenig oder kein Vertrauen in die SRG-Spitze haben, bedeutet das für diese, dass die strategische Leistung der SRG von der Schweizer Bevölkerung zum grösseren Teil nicht verstanden wird.»

Die SRG habe es bisher nicht geschafft, den Service public mit «eingängigen, griffigen Leitmotiven breit und nachvollziehbar zu erklären» und damit die «eigene, zweifellos vorhandene Legitimation bei den Gebührenzahlenden stetig neu und proaktiv zu verankern». «Privatwirtschaftliche Unternehmen müssen angesichts derart kritischer Umfragewerte unverzüglich handeln, weil ihre Produkte sonst aus dem Markt fallen», sagt der heutige Unternehmensberater mit eigenen Firmen in Zürich.

Doch wissen die Bürger überhaupt, wer zur SRG-Spitze gehört? 29 Prozent geben in der Umfrage an, nicht zu wissen, wie der Generaldirektor der SRG heisst. Immerhin 35 Prozent kannten die richtige Antwort: Gilles Marchand ist seit Herbst 2017 im Amt. 23 Prozent glauben, dass noch immer sein Vorgänger Roger de Weck am Drücker ist. 8 Prozent tippten auf Jean-Michel Cina (seit dem 1. Mai 2017 Präsident der SGR) und 4 Prozent auf Ruedi Matter (Direktor Schweizer Radio und Fernsehen). Bei der SRG heisst es, die Bekanntheit des Generaldirektors sei «kein Ziel».

Einen höheren Bekanntheitsgrad dürften da andere SRG-Aushängeschilder haben. Einige von ihnen haben sich in den letzten Wochen öffentlich kritisch zur No-Billag-Initiative geäussert. Etwa die Moderatoren Susanne Wille, Sandro Brotz, Arthur Honegger oder Patrizia Laeri. Das sorgte für Kritik. Die Mehrheit der Bevölkerung hat mit diesem politischen Engagement dagegen kein Problem. Knapp 60 Prozent finden es richtig, dass sich einzelne SRG-Mitarbeiter öffentlich zur No-Billag-Initiative geäussert haben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Albert M. am 08.01.2018 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen

    Etwa gleichviel wie in den Bundesrat und Anhang.

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  • Serge am 08.01.2018 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Noch immer nichts kapiert

    Erschreckend wie beratungsresistent die SRG Spitze ist: Noch immer haben die nicht kapiert, dass die Initiative hauptsächlich gegen sie geht. Verneinen, abwiegeln und jegliche Kritik von sich weisen - das zeigt, wie berechtigt die Kritik an ihnen ist.

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  • Carol am 08.01.2018 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe SRG

    Um Vertrauen in etwas zu bekommen, ist es naheliegend, zuerst Vertrauen zum Anbieter aufzubauen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Drizzt am 15.01.2018 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No-Billag = Steuersenkung im Selfmadeverfahren

    Wenn nun auch alle Staatlich-finanzierten Betriebe ala: Universitäten, Kantone und Gemeinden auch die Halbstaatlichen SBB, die Swisscom etc. mal NUR kurz überflogen werden würden, in Sachen Kennzahlen, dann würde jeder mal merken, weshalb wir trotz Automatisierung, Technischem Fortschritt und Lehren aus Fehlern sowie Bevölkerungswachstum, trotzdem immer mehr Steuern zahlen. Gabs je Steuererleichterungen ? Also Merkliche? Nö. Man darf sich ja heute zu den glücklichen zählen, wenn der Lohn nicht weniger wird. Grati oder Boni als Normalo, trotz loyal und überdurchschnittlichem Einsatz.

  • Wiwa am 15.01.2018 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen

    Es ist doch erstaunlich, dass man kein Vertrauen in eine Firma hat, deren Spitze nicht kennt, als Konsument keine Ahnung hat, wohin der Weg des Kolosses SRF gehen soll, weil keine Transparenz vorhanden ist..... und da erwartet dieser Koloss doch tatsächlich, dass rund 8 Millionen Schweizer resp. 3 Millionen Haushaltungen ihn mit Fr. 400. pro Jahr unterstützen sollen. Gahts no??? Klares JA zu No-Billag . Weg mit Zwangsgebühren. Setzt die Kohäsionsmilliarde dafür ein. Wenn schon Geld verschleudern, dann wenigstes im Inland.

  • Erich m am 15.01.2018 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zürich ist sehr teuer

    Bleibe beim Ja. Da in der oberen Etage verdienen die Direktoren,ohne grossen Einsatz sehr viel. Was solls ,wenn die Kohlen kommen . Bin Radio srf 1 fan . Ein super Team

  • Norbert Grüninger am 10.01.2018 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Diverse Sendekosten sind zu senken

    Sämtliche Sendeeinheiten sollten überprüft werden in Sachen Kosten. Nach der Kostenanalyse sollte gecheckt werden bei welchen Einheiten wie die Kosten gesenkt werden können. So könnte man auf viele Wiederholungssendungen verzichten, in den Sportsendungen könnte man etliche Experten entlassen. Aber sicher gibt es noch weitere Unkosten zu entfernen.

    • Heiri Sommerer am 15.01.2018 14:25 Report Diesen Beitrag melden

      @ Norbert Grüninger

      Das mit dem Entlassen von etlichen Experten bei den Sportsendungen sehe ich auch so. Speziell bei den Skirennen werden etliche Experten eingesetzt und das Gerede zusammen mit dem Kommentator ist extrem.

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  • Alex Meier am 09.01.2018 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    die Nimmersatten

    Wer noch unentschlossen und verunsichert ist, soll bei der Suchmaschine des Vertrauens mal die Suche "die nimmersatten die wahrheit über das system ard und zdf" eingeben. Viel Spass beim Augenauf!