777'000 Franken weg

11. Februar 2017 14:12; Akt: 11.02.2017 14:15 Print

Offiziere meutern gegen ihren Verbandschef

Die Schweizerische Offiziersgesellschaft schreibt seit Jahren rote Zahlen. Nun protestiert die Aargauer Sektion in einem offenen Brief gegen den Vorstand und dessen Präsident Stefan Holenstein.

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In der Kritik: SOG-Präsident und Oberst im Generalstab Stefan Holenstein, hier während einer Ansprache nach seiner Wahl im März 2016 in Chur. (Bild: Schweizerische Offiziersgesellschaft)

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Die Aargauer Sektion der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG) meutert gegen die Organisationsspitze. In einem offenen Brief an den SOG-Präsidenten beklagen Oberst Peter Balzer und sieben weitere Offiziere Missstände und Mittelverschwendung.

Die Aargauer werfen der SOG vor, in den vergangenen fünf Jahren 777'000 Franken «vernichtet» zu haben. Die Führungsspitze habe die Rückstellungen der Stiftung «missbraucht», unter anderem um ein «aufgeblähtes Generalsekretariat» zu finanzieren. Zudem mangele es auf Leitungsebene an kreativen Ideen für die alternative Mittelbeschaffung – dafür macht die Aargauer Sektion «geistige Faulheit» verantwortlich.

Rücktritt gefordert

Als Konsequenz fordern Balzer und seine Mitstreiter den Rücktritt der involvierten Vorstandsmitglieder und eine Überprüfung der finanziellen Umstände von unabhängiger Seite. Bevor die Führungsspitze – wie geplant – die Mitgliederbeiträge erhöhe, solle die Organisation zunächst ihre Kosten in den Griff kriegen.

Die Schweizerische Offiziersgesellschaft ist die grösste Milizorganisation der Schweiz, ihr Einfluss reicht weit – auch bei Fragen der Sicherheitspolitik können die Führungskräfte nicht selten ein Wort mitreden.

Vorstand widerspricht

Der Adressat des offenen Briefes, SOG-Präsident Stefan Holenstein, zeigt sich laut «Tagesanzeiger/Newsnet» enttäuscht über das Vorgehen der Kritiker: «Bevor sie an die Öffentlichkeit treten, sollten sie intern das Gespräch suchen.»

Holenstein, der letztes Jahr sein Amt als Generaldirektor des ACS wegen internen Querelen verlor, hat den Posten als SOG-Präsident erst seit März 2016 inne – damals waren die Finanzen bereits in der Schieflage.

Seitdem seien die Kosten von bisher rund 380'000 Franken bereits um 100'000 Franken gesenkt worden. Gespart werde laut Holenstein unter anderem beim Sekretariat und bei den Spesen des Präsidenten. Auch die Suche nach Sponsoren laufe, offizielle Zusagen gebe es aber noch keine. Die Offiziersgesellschaft hätte allerdings Wichtigeres zu tun, als über Mitgliederbeiträge zu streiten – wichtige Projekte wie die Weiterentwicklung der Armee, oder die Fliegerbeschaffung müssten begleitet werden.

(jdr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan.ch am 11.02.2017 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaum nur seine Verantwortung

    Holenstein ist seit 10 Monaten im Amt - wer war denn da vorher verantwortlich? In 10 Monaten bringt man nix in derartige Schieflage...

  • Kusi Wenger am 11.02.2017 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie schon klar warum

    Wundert mich nicht: Sparen und haushälterischer Umgang mit Resourcen/Geld lernt man im Militär nicht!

  • Marc Steiner, Hptm iG a.D. am 11.02.2017 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaft

    Immer mal was... kurios das man so wirtschaften kann - und das erst jetzt merkt!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marko0912 am 12.02.2017 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Marko

    also eigentlich wissen wir Ja das alles schon sehr lange! schade das erst etwas unternommen wird wen das Militär sich gegenseitig Beschuldigungen. Sehr wahrscheinlich wollten die höchsten nicht mit den untergeordnete teilen ;) und nur aus diesen Grund dürfen wir diesen Artikel lesen :)

  • Jacka am 11.02.2017 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..so läuft das halt bei denen...

    ..seit Jahrzehnten. Das wundert niemand. "Bürozeiten" ist das Schlagwort.

  • Cavi33 am 11.02.2017 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armee was sonst

    Vielleicht wäre ein McKinsey Mann gut oder waren die schon da weil kein Geld mehr da ist. Frage mich was an diesem Verein denn so teuer sein kann????

  • Kusi Wenger am 11.02.2017 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie schon klar warum

    Wundert mich nicht: Sparen und haushälterischer Umgang mit Resourcen/Geld lernt man im Militär nicht!

  • Marc Steiner, Hptm iG a.D. am 11.02.2017 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaft

    Immer mal was... kurios das man so wirtschaften kann - und das erst jetzt merkt!!