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01. Juni 2017 08:48; Akt: 01.06.2017 10:04 Print

Parlamentarier erhalten Post von Ufo-Sekte

Nationalräte bekamen diese Woche einen Brief, auf dem ein Davidstern mit Hakenkreuz abgebildet ist. Er stammt von den Raelianern.

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Dass Mitglieder der eidgenössischen Räte mit Post von Lobbyisten überhäuft werden, ist nichts Aussergewöhnliches. Am Dienstag erhielten Parlamentarier aber einen Brief, der im Bundeshaus für Kopfschütteln sorgt: «Ich habe leer geschluckt, als mir ein Davidstern mit Hakenkreuz entgegengesprungen ist», sagt SVP-Nationalrat Claudio Zanetti. Das Symbol sei klar antisemitisch: «Das ist dermassen infam, dass es nur eine Interpretation zulässt.»

Der Davidstern mit Hakenkreuz ist das Symbol der Rael-Bewegung, deren Gründer, Claude Vorilhon, eine Botschaft von Ausserirdischen empfangen haben will: Hochentwickelte Ausserirdische sollen den Menschen erschaffen haben (siehe Box). Die Raelianer hatten das Hakenkreuz zwischenzeitlich durch ein Gänseblümchen ersetzt, sind inzwischen aber zum Hakenkreuz zurückgekehrt.

«Werbung durch Provokation»

«Maximale Provokation ist in der Öffentlichkeitsarbeit der Bewegung Programm», sagt Georg Otto Schmid von der Informationsstelle Relinfo.ch. So habe sich die Bewegung in der Vergangenheit nicht nur für die Entkriminalisierung des Hakenkreuzes eingesetzt, sondern auch das Märchen in die Welt gesetzt, ein Baby geklont zu haben.

Im Brief fordert die Sekte die Parlamentarier auf, ein weltweites Verbot von Nuklearwaffen zu unterstützen, über das die UNO derzeit diskutiert. Für Religionsexperte Schmid ein Strategiewechsel: «Bislang lag auf den Atomwaffen kein Fokus. Die provokativen Aktionen haben dem Image eher geschadet, darum versucht man nun offenbar, sich mit unverfänglichen Themen ins Gespräch zu bringen.»

Laut Schmid hat die Bewegung in der Westschweiz einige Tausend Anhänger, in der Deutschschweiz seien es weit weniger. Das Sekretariat der Rael-Bewegung war am Mittwoch für 20 Minuten nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Dickes Buch eines islamischen Kreationisten

Parlamentarier erhalten immer wieder Post von umstrittenen religiösen Gruppierungen. So bekamen sie unlängst das aufwendig gestaltete, über 700 Seiten starke Buch eines islamischen Kreationisten zugeschickt – mehrere Kilo schwer. Der «Atlas der Schöpfung» stammt vom türkischen Autor Adnan Oktar alias Harun Yahya. Dieser will mit Wackelbildern von Tieren und Fossilien nachweisen, dass sich alle heute lebenden Tierarten seit der Schöpfung nicht verändert haben. Oder kurz: Darwins Evolutionstheorie widerlegen.

SP-Nationalrätin Jacqueline Badran sagt: «Die Herstellung der Bücher muss ein Vermögen gekostet haben. Es ist beängstigend, wenn jemand so viel Geld hat, um derartige Ideen zu verbreiten.»

Auch Rosmarie Quadranti von der BDP hat das Buch bekommen. Sie habe den Absender nicht evaluieren können, schicke solche Post in der Regel aber an den Absender zurück – mit dem Vermerk, dass sich «mein Altpapier solchem Quatsch verweigert».

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom Tucker am 01.06.2017 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sorry, aber..

    Wer nur ein bisschen Allgemeinwissen hat weiss, dass das Hakenkreuz eine ganz andere Bedeutung hat. Wie der Stern auch. Googelt mal nach Swastika oder Buddhistische Zeichen. Was haben wir bloss für Einfaltspinsel in unserem Parlament.

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  • Denise am 01.06.2017 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Verboten? - Nein!

    Das Hakenkreuz ist in der Schweiz nicht verboten und der Davidstern sowieso nicht. - Was also soll die Polemik?

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  • majanaef am 01.06.2017 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    seltsamer Gedanke

    "Es ist beängstigend, wenn jemand so viel Geld hat, um derartige Ideen zu verbreiten." Dann muss natürlich dafür gesorgt werden, dass die normalen Bürger gar nie an Vermögen kommen oder wie soll ich diese Aussage verstehen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Still thinking am 01.06.2017 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ausserirdische gibt es wirklich

    Sogar die Bibel beweist, dass es Ausserirdische gibt ;-) Daher kann es ja auch sein dass er wirklich einen Ausserirdischen gesehen hat :D

    • Stefan am 01.06.2017 13:54 Report Diesen Beitrag melden

      Schlecht informiert?

      Es gibt doch auch in alten Höhlen irgendwelche Zeichnungen von fliegenden UnterTassen usw.. Daher glaube ich das wir schon sehr lange Besuch von Ausserirdischen haben "könnten". Entweder stimmt dies alles nicht oder wir sind von den Regierungen sehr "schlecht informiert".....aber warum bloss?

    • Marcel H am 01.06.2017 16:06 Report Diesen Beitrag melden

      Rael ein Genie? Oder sagt er die Wahrhei

      oder... Rael ist ein Visionär, ein Genie, das 1974 bereits wissenschaftliche Entdeckungen vorausgeahnt hat die oft erst Jahrzehnte später veröffentlicht wurden. Welche Variante gefällt Ihnen besser?

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  • Lorenz Fellmann am 01.06.2017 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logo

    Es handelt so CH um die Kopie eines Logos der indischen Computerfirma "Swastika"!

    • Marcel H am 01.06.2017 15:06 Report Diesen Beitrag melden

      Netter Versuch...

      :) Rael hat im Jahre 1974 seine Begegnung mit einem Außerirdischen in einem Buch geschildert und veröffentlicht. Er gab diesem Buch den Titel, 'Le livre qui dit la vérité', also: 'Das Buch das die Wahrheit (..über unseren Ursprung) sagt'. Es würde mich sehr wundern, wenn diese Computerfirma damals schon existiert haben sollte... Außerdem bezeichnet das Wort 'Swastika' das seit Jahrtausenden existierende Religiöse Hakenkreuz, kann also nicht 'geschützt' werden...

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  • Dumby am 01.06.2017 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Allgemeinwissen ade!

    Das Hakenkreuz ist ein Jahrtausende altes Symbol welches von den Nazis in knapp 12 Jahren ruiniert wurde. Zum Glück wählten sie nicht das christliche Kreuz. Etwas mehr Allgemeinwissen der Politiker wäre erfreulich...

  • Alois am 01.06.2017 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache ist

    Dass man eine Badran mit Steuergeldern finanzieren muss ist sogar mehr als beängstigend!!

  • Glaubnix am 01.06.2017 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Parlasektkreuzegal

    Ach, lassen wir doch die Sekten Sekten und die Parlamentarier Parlamentarier sein. Wer wem was glaubt ist eh egal, so lange man dabei glücklich ist.