SP und SVP

17. Dezember 2014 10:19; Akt: 05.01.2015 09:21 Print

Politikerinnen wollen Quäl-Pelze verbieten

von J. Büchi - Blutige Kampagnen, Hausverbot für Pelzträger: Die Pelz-Debatte ist so emotional wie lange nicht mehr. Politikerinnen fordern nun ein Importverbot. Die Branche wehrt sich.

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Das Fell von Marderhunden ist derzeit an vielen Winterjacken-Kapuzen zu sehen. (Bild: Keystone)

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Lieber nackt als im Pelz? Das war einmal. Wer heute durch die Schweizer Strassen läuft, sieht sie alle paar Meter: Jacken, Mäntel, Mützen oder Schuhe mit Pelzbesatz. Modehäuser bestätigen, dass der Verkauf von Echtpelz zugenommen hat. Tierschützer sprechen vom grössten Pelzboom seit Jahrzehnten.

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«Kauften früher reiche Damen Pelzmäntel als Statussymbol, hängt heute an jeder Winterjacke noch ein halbes Tier dran», sagt Katharina Büttiker, Präsidentin der Stiftung Animal Trust. Auf grossen Plakaten in der ganzen Schweiz warnt die Stiftung: «Für Pelzmode sterben Tiere unter schlimmsten Qualen. Sie werden ertränkt, erschlagen oder lebendig gehäutet.» Andere Organisationen warnen in blutigen Kino- und TV-Spots vor dem Trend. In St. Gallen schwärzte ein Tierschützer gar ein einzelnes Modegeschäft in einem Zeitungsinserat an.

(Quelle: Youtube.com/LSCV)

Bundesrat soll Verbot erlassen

Der Pelzboom ruft auch Politikerinnen auf den Plan. Andrea Geissbühler (SVP) und Pascale Bruderer (SP) forderten den Bundesrat in der Wintersession unabhängig voneinander dazu auf, ein Verbot für Pelzprodukte aus tierquälerischer Produktion zu prüfen.

Grund: Eine Deklarationspflicht, die seit März dieses Jahres für Pelz gilt, zeigte kaum Wirkung. Bei einer Stichprobe des Bundesamts für Veterinärwesen haben 41 von 48 Verkaufsstellen nicht korrekt ausgewiesen, aus welchem Land, aus welcher Haltungsform und von welchem Tier ihre Pelze stammen.

Nur noch Felle aus heimischer Produktion

Geissbühler will vom Bundesrat wissen, was er «angesichts der ernüchternden Resultate» unternehmen wolle – und ob ein Import- und Verkaufsverbot nicht zielführender wäre als die geltende Deklarationspflicht. «Produkte aus tierquälerischer Haltung haben in Schweizer Läden nichts verloren», sagt die Nationalrätin. Die Schweiz sei zurecht stolz auf ihre hohen Tierschutz- und Produktestandards. Es gebe keinen Grund, warum Importprodukte diesen nicht auch genügen sollten.

Ähnlich argumentiert Bruderer: «Viele in der Schweiz verkaufte Produkte stammen aus ausländischen Produktionen, die den Tierschutzprinzipien der Schweizer Gesetzgebung diametral widersprechen.» Auch für die Aargauer Ständerätin wäre es deshalb die sauberste Lösung, den Import von Pelzprodukten aus tierquälerischer Produktion komplett zu verbieten. «Dafür könnten Felle aus heimischer Produktion gefördert werden, die in freier Wildbahn und nach geltenden Tierschutzgesetzen erlegt werden.»

Noch weiter geht Büttiker von der Stiftung Animal Trust: «Pelz aus artgerechter Haltung gibt es nicht», ist sie überzeugt. «Nerze, Marderhunde und Füchse sind Wildtiere, die in Gefangenschaft immer schlimme Qualen leiden.» Es sei jedoch erfreulich, dass die Politik den Handlungsbedarf nun offenbar erkannt habe.

«Hohe Tierschutzstandards»

Thomas Aus der Au vom Schweizerischen Pelzfachverband weist die Vorwürfe entschieden zurück. «Die meisten in der Schweiz verkauften Felle stammen aus skandinavischen Ländern, die ähnliche hohe Tierschutzstandards haben wie wir.» Ein Verbot lasse sich nicht rechtfertigen: «Sonst müsste die Schweiz auch den Import aller Kleider, Smartphones und aller anderen Waren verbieten, die nicht unter Schweizer Gesetzgebung und Arbeitsbedingungen hergestellt wurden.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tierbesitzer am 17.12.2014 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pelz fühlt sich am lebenden Tier am schönsten an

    Der Einzige, der einen Fuchspelz braucht, ist der Fuchs selbst.

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  • Chris V am 17.12.2014 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Richtig so, mir kommen die Tränen, wenn ich jeweils die Doku-Filme sehe, wie die Tiere gehalten und damit gequält werden, nur damit sich die Reichen mit einem echten Pelz brüsten können und noch angeben, ha der ist echt und sich nicht um die Hintergründe kümmern.

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  • Natasa am 17.12.2014 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Enough!!!

    Egal ob in der Schweiz oder irgendwo in China - kein Tier muss sterben, damit wir uns mit dessen Fell präsentieren müssen. Es gibt auch künstliches Fell. Es reicht langsam mit unseren Bedürfnissen! Früher galt es noch als wärmedienend aber heute geht es nur um die verflixte Mode!!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bello am 18.12.2014 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetz für Haustiere

    Ich als Nichtschweizer fände es auch an der Zeit, dass in der Schweiz endlich mal das Verbot für das Schlachten von Haustieren durchgesetzt würde... Auch wenn es nur etwa 3% der Schweizer tun - das sind aber immerhin unfassbare 240.000 Menschen, die ihre Haustiere als Sonntagsbraten sehen.....Und ich will nicht wissen, wie die vorher gehalten werden oder wer schlachtet seine Katze oder Hund mit denen er vorher noch schön gekuschelt hat?

  • Tierpartei Schweiz TPS am 18.12.2014 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    aktuelle Petition unterzeichnen!

    Unterzeichnet die Petition "Importverbot für tierquälerisch hergestellte Pelzprodukte" auf der Seite der Tierpartei Schweiz (TPS).

  • Larissa am 18.12.2014 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Pelz

    Ich glaube kaum, dass Pelz wieder mehr gefragt ist. Das Problem ist doch, dass sich viele Leute einen Dreck darum scheren, wie es dem Tier hinter der "schönen" Fellkapuze erging. Ich kaufe bewusst keine Winterjacke mit Fell. Meiner Meinung nach sollte es verboten werden, bei Massenware (H&M, C&A, + andere Ketten) Echtpelz zu verwenden, der irgendwo aus China aus einer Qualzucht stammt. Denn die Kleider müssen ja billig sein. Wer unbedingt Fell tragen will, soll in die entsprechenden Geschäfte gehen und dort Pelz kaufen, der nach den Schweizer Tierschutzgesetzen "hergestellt" wurde.

  • Antonietta/Tumminello am 18.12.2014 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    gegen Pelz !

    Für jeden Pelz sterben Tiere. In freier Wildbahn verbluten sie nach qualvollen Tagen in Tellereisen oder werden totgetreten. In Pelzfarmen wird Füchsen nach einem kurzen Leben in engen, schmutzigen Käfigen ein Metallstab in den Anus geführt, der unter Strom steht und im besten Fall schnell zum Tod führt. Nicht selten wird Füchsen, Kaninchen, Chinchillas, aber auch Hunden und Katzen bei lebendigem Leib die Haut abgezogen.

  • Kunstpelzmensch am 18.12.2014 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Verbieten verbieten verbieten....

    ...aber ja nicht das Problem am Ansatz packen und versuchen solche Produktionen zu verhindern.....