Mehr Drogen, weniger Unfälle

13. Oktober 2014 18:29; Akt: 16.10.2014 14:15 Print

Polizei zieht immer mehr Kiffer aus dem Verkehr

Die Zahl der Autofahrer, die auf Drogen sind, nimmt zu. Dennoch gibt es nicht mehr Unfälle. Fährt es sich mit Drogen sicherer?

Drogenkonsum: Auch Komiker Michael Kessler hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt – wenn auch nicht ganz ernsthaft. (Quelle: Youtube / Kesslers Knigge)

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Die Zahl der Verkehrsteilnehmer, die unter dem Einfluss von Drogen fahren, nimmt in der Schweiz zu. So wurden im laufenden Jahr allein in der Ostschweiz 346 Drogensünder aus dem Verkehr gezogen. Zum Vergleich: 2013 waren es noch 333 gewesen, ein Jahr zuvor 261.

Die Kantonspolizei St. Gallen ist über die Entwicklung nicht überrascht. «Cannabis, aber auch Heroin, Kokain und Ecstasy werden im Strassenverkehr zunehmend zu einem Problem», meint Polizeisprecher Hanspeter Krüsi. Dass die Zahl der Drogen-Fahrten auch schweizweit steigt, glaubt man auch bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU). Laut BfU-Verkehrsexperte Uwe Ewert kontrolliert die Polizei häufiger. «Dadurch werden mehr Fälle entdeckt, die früher ein Teil der Dunkelziffer waren», so Ewert.

«Cannabis senkt Risikobereitschaft»

Obwohl die Zahl der Missbrauchsfälle zunimmt, gibt es schweizweit nicht mehr Unfälle. Mancherorts, wie etwa im Kanton St. Gallen, ist die Zahl der Unfälle unter Drogeneinfluss gar zurückgegangen. Laut kantonaler Unfallstatistik kamen im letzten Jahr 95 Personen bei Unfällen mit Drogen- oder Medikamenteneinfluss zu Schaden. In den Jahren zuvor waren es noch bis zu 247 Personen gewesen.

Dass sich der zunehmende Drogenmissbrauch nicht in der Unfallstatistik niederschlägt, könnte laut Markus Meury von Sucht Schweiz an den Kiffern liegen, die für die meisten Drogenfahrten verantwortlich sind. «Im Gegensatz zu Kokain und Ecstasy senkt Cannabis die Risikobereitschaft», so Meury. Bessere Autofahrer seien die tendenziell langsamer fahrenden Kiffer deswegen aber nicht. Im Gegenteil: «Gerade bei Cannabis werden die Risiken oft unterschätzt oder schlicht ausgeblendet», so der Suchtexperte.

Ob der Konsum von Cannabis die Fahrsicherheit beeinflusst, beschäftigt auch die Wissenschaft. In den 1990er-Jahren wurde an der Uni Maastricht erforscht, wie sich der Cannabis-Wirkstoff THC auf die Fahrtüchtigkeit auswirkt. Das Ergebnis: Wer einen Joint raucht, fährt tendenziell zurückhaltender – aber nicht unbedingt sicherer. Am besten fährt es sich nach wie vor nüchtern. Davon ist auch der Gesetzgeber überzeugt (siehe Kasten).

(tbi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blender am 13.10.2014 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Frage ist nicht ob....

    ...Cannabis die Fahreigenschaften einschränkt sondern wie lange? Da Cannabis einige Tage im Blut nachweisbar ist, wird man auch gebüsst wenn man am Abend zuvor gekifft hat. Ich bezweifle aber das die Wirkung noch die selbe ist.

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  • Alpha-beth am 13.10.2014 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Kiffer/Innen sind harmloser als Alkis

    mich wunderts heute noch, dass bei Kiffern Nulltoleranz gefordert ist, aber bei der Volksdroge Nr.1 beim Alk lässt man 0,5 Promille zu. Hab noch nie eine/n agressive/n Kiffer/in erlebt, beim Alkohol schauts anders aus, die Agressivität steigt schnell, je nach dem was intus ist...

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  • Boris J am 13.10.2014 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird anders gemessen

    Dass es immer mehr gibt liegt vielleicht auch ein bisschen daran dass man thc sehr lange nachweisen kann, sprich wenn ich vorgestern eins geraucht hab und heute Blut oder was auch immer abgeben muss, kann man es immernoch nachweisen und entsprechend wird man verzeigt. Ob man jetzt am selben Tag eins geraucht hat oder nicht

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fage am 17.10.2014 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...

    Was ist mit den vielen àltere Menschen die unter medikamenten einfluss autofahren, dazu kommt noch dazu dass sie eine viel längere reaktionszeit haben, bekommen die auch gleich einen ausweisentzug? Nein, dabei wäre dies bei gewiessen rentnern angebracht

  • Cellius am 14.10.2014 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnismässigkeit gesucht

    Es gibt Leute (nicht Kiffer) welche immer wieder behaupten wer am Abend zu vor gekifft hat und nach dem Ausschlafen Autofährt sei immer noch eine Gefahr, was in meine Augen sicher nicht der Fall ist. Das Problem ist, dass Cannabis einiges länger nachweisbar ist als Alkohol, doch ist man mit einem typischen Kater nach Absturz sicher schlechter dran als nach einer Kiffernacht. Der Kopf auf jeden Fall ist genau so klar wie nach dem Ausgeschlafenen Alkrausch und sicher nicht weniger.

  • Souffleur am 14.10.2014 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    bekifft

    Kompletter schwachsinn was die hier schrieben. Ich kiffe seit ich 18 bin und so lange fahre ich schon auto. Habe noch nie!!! eine Busse bekommen wegen gar nix. Weder fahre ich zu schnell noch sonst was. komisch was die hier berichten

  • Kiffer am 14.10.2014 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Old people

    Alte Menschen dürfen auch fahren obwohl nicht mehr alles so schnell schaltet wie es sollte! Ich fahr nicht eingeraucht, dennoch würde ich immer noch besser fahren als die meisten....

  • Lars am 14.10.2014 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man muss nicht mal Auto fahren

    Ich musste meine Führschein abgeben obwohl ich nicht mal Auto gefahren bin. Der witz: Ich musste eine eine UP abgeben...sie wahr negativ. Trozdem ausweiss abgeben..wiso: sucht gefähred.