Tierarten verwechselt

08. Mai 2017 20:39; Akt: 08.05.2017 20:39 Print

Post druckt falschen Otter auf Briefmarke ab

von Marco Lüssi - Panne bei der Post: Eine Sonderbriefmarken-Serie soll Tierbabys heimischer Arten zeigen. Doch statt eines Fischotters wird eine Art gezeigt, die nur in Asien lebt.

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13 Otterarten gibt es weltweit, doch nur eine ist in der Schweiz heimisch: der europäische Fischotter. Diesen wollte die Post in ihrer Sonderbriefmarken-Serie mit Tierbabys geschützter heimischer Arten zeigen, die seit März erhältlich ist.

Doch dabei hat sich die Post vertan: Die Briefmarke mit dem Namen «Fischotter» zeigt eine andere Spezies. Das bestätigt man bei der Stiftung Pro Lutra, die sich für den Fischotter in der Schweiz einsetzt. Geschäftsführerin Irene Weinberger sagt: «Beim abgebildeten Tierbaby handelt es sich ganz klar um einen asiatischen Zwergotter und nicht um den Fischotter, der bei uns heimisch ist.»

«Immerhin handelt es sich um eine Otterart»

Zu erkennen sei dies unter anderem an den Pfoten, sagt Weinberger: «Fischotter haben bereits als Jungtiere deutlich sichtbare Schwimmhäute und Krallen. Diese fehlen beim Tier, das auf der Briefmarke zu sehen ist.»

Weinberger findet den Fehler bedauerlich. «Es ist sehr schade, dass kein europäischer Fischotter gezeigt wird.» Trotzdem würde sie die betreffende Briefmarke nicht aus dem Verkehr ziehen. «Immerhin handelt es sich ja um eine Otterart, und das Tier sieht niedlich aus.» Sie wünsche sich aber von der Post, dass sie die Briefmarke, die derzeit den offiziellen Namen «Fischotter» trägt, umbenenne.

Post lässt Briefmarke weiterhin im Umlauf

Bei der Post wird man jedoch nichts unternehmen, um den Fehler zu korrigieren, wie Sprecherin Jacqueline Bühlmann sagt. «Die Briefmarke ist wie alle aus der Tierbaby-Serie sehr beliebt, und wir hatten keine negativen Rückmeldungen von Kunden.» Die Sondermarke werde weiterhin wie geplant bis März 2018 verkauft.

Dass irrtümlicherweise die falsche Otterart abgebildet worden sei, bedauere man bei der Post, sagt Bühlmann. «Für dieses Missgeschick möchten wir uns entschuldigen.» Passiert sei es, weil das Foto, das als Vorlage verwendet worden sei, in der Bilddatenbank fälschlicherweise als Aufnahme eines Fischotters angeschrieben gewesen sei. «Diese Angabe haben wir leider nicht fundierter überprüft.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gugguseli am 08.05.2017 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heimische Tiere?

    Wölfe und Bären heimische Tiere? Wäre mir neu. Die werden ja leider immer gleich geschossen, sobald sie eine Pfote in die Schweiz setzen...

  • Düpi am 08.05.2017 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sammlerwert

    Der Fehler wird die Briefmarkensammler freuen. Somut ist eine lustige Geschichte mit dieser Briefmarke verbunden. Peinlich aber ich finde es nicht schlimm!!!!!:)

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  • Leie am 08.05.2017 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    egal oder?

    Wer hätte da bemerkt? wohl niemand, ausser ein Zoologe oder sonst ein Tierprofi.

Die neusten Leser-Kommentare

  • r. am 09.05.2017 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja klar

    frage mich, seit wann wieder bären und wölfe in der schweiz leben, ohne gleich massenpanik auszulösen

  • Simonetta Linggs am 09.05.2017 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gute kommt von oben

    Muss jetzt die Post-Schefin ihren Stuhl räumen?

  • Sceptic am 09.05.2017 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung, Hauptsache PR

    Wer hätte das Gedacht? 5 Minuten Googeln durch den Praktikaten reicht nicht aus, die nächste PR-Kampagne zu stützen. Was war wohl das Motiv dieser Aktion? "Heimische Tiere" wohl kaum - sonst hätten die Autoren zumindest etwas Ahnung davon gehabt; oder zumindest Lust an einer grundlegendsten Recherche. Nächstes Jahr: Schweizer Autos - Mit Lamborghini und Ford auf der Titelseite

  • A. am 09.05.2017 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    guter Witz

    Lüchse, Bären und Wölfe haben doch keine Chance sich in der Schweiz anzusiedeln. Schade dass die Tiere, die mal hier lebten, von hier verngehalten werden.

    • David Stoop am 09.05.2017 11:49 Report Diesen Beitrag melden

      @A. oder so

      Luchs und Wolf sind bereits wieder heimisch. Bei beiden gibt es schon seit Jahren in der Schweiz geborenen Nachwuchs. Wenn man sie nicht jagt, dürften sie den freien Raum recht ausgiebig erschliessen. Bei der Menge an geschossenem Wild im Jahr, scheint kein Mangel an Nahrung vorzuliegen.

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  • Penumbra Noctis am 09.05.2017 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Email und so.

    So als Digital Native gefragt: Wozu benutzt man diese lustigen Aufkleberli genau?

    • Marco am 09.05.2017 13:55 Report Diesen Beitrag melden

      Die werden in grossen Alben eingeklebt

      und sind ein Relikt, das von Nostalgikern (sogenannten Philatelisten) künstlich am Leben erhalten wird. Vergleichbar mit Postkutschen oder dem zürcher Sechseläuten.

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