Leuthard zum Postauto-Skandal

11. Juni 2018 13:54; Akt: 11.06.2018 16:14 Print

«Die Machenschaften sind unentschuldbar»

Post-Chefin Susanne Ruoff trat am Freitag wegen des Buchungsskandals bei Postauto zurück. Am Montag wurde die Geschäftsleitung per sofort freigestellt.

Bundesrätin Leuthard hat sich zum Postauto-Skandal geäussert – und sich energisch gegen den Vorwurf politischer Einflussnahme gewehrt. (Video: Tamedia/Youtube/Der Schweizerische Bundesrat)
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Die Machenschaften bei PostAuto sind aus Sicht von Postministerin Doris Leuthard unentschuldbar. Sie schadeten PostAuto, der Post und dem Vertrauen in den Service public generell, sagte Leuthard am Montag vor den Medien in Bern.

Im gleichentags veröffentlichten Bericht sieht Leuthard eine Bestätigung, dass das Bundesamt für Verkehr mit seinem Verdacht recht hatte: PostAuto habe während Jahren ein System der Manipulation unterhalten und Vorschriften des Departements verletzt.

Lehren aus dem Skandal ziehen

«Die Umbuchungen waren widerrechtlich, unbegründet und wurden dem Bundesamt für Verkehr nie transparent ausgewiesen», sagte Leuthard. Es gelte nun, Lehren zu ziehen und zu fragen, warum die Machenschaften so lange unentdeckt geblieben seien. Erste Hinweise habe es 2012 gegeben. Der Preisüberwacher habe damals Fragen gestellt.

Leuthard äussert sich zum Postauto-Skandal

Personelle Konsequenzen «richtig»

Das Positive sei, dass sich niemand persönlich bereichert habe, sagte Leuthard weiter. Die zu viel bezahlten Abgeltungen würden noch in diesem Jahr zurückbezahlt. Was die Verantwortlichkeiten betreffe, stelle sich die Frage, wer Kenntnisse von den Umbuchungen hatte und wer aufgrund von Hinweisen hätte reagieren müssen. Es sei keine einfache Frage, stellte Leuthard fest.

Auf Ebene Konzern sei der Verwaltungsrat zuständig. Von dessen Massnahmen habe sie Kenntnis genommen. Um einen Neuanfang zu ermöglichen und das Vertrauen wieder herzustellen sei es richtig, personelle Konsequenzen zu treffen.

Von illegalen Buchungen nichts gewusst

Sie habe auch Kenntnis genommen vom Rücktritt von Post-Chefin Susanne Ruoff, sagte Leuthard. Die Post-Chefin habe nichts gewusst von den illegalen Buchungen. Sie habe aber 2013 Hinweise gehabt, denen sie hätte nachgehen müssen.

Ruoff habe die Verantwortung übernommen und damit Platz gemacht für einen Neustart, sagte Leuthard weiter. Sie dankte Ruoff «für ihre ansonsten sehr erfolgreiche Zeit als CEO». Ruoff habe den Konzern umsichtig geführt und wichtige Reformen eingeleitet.


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(bz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf Räber am 11.06.2018 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Postauto-Skandal

    Frau Ruoff bekommt noch 6 Monate den vollen Lohn, das ist der nächste Skandal.

    einklappen einklappen
  • Steuer Zahler am 11.06.2018 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Bye Bye

    Sie sollte auch sofort gehen. Ohne "Lohn", ohne Abfindung, ohne Rente, ohne Privilegien etc. Sie hat ihren "Arbeitgeber", den Steuerzahler betrogen. Es ist eine Frechheit, wie mit dem Volk umgegangen wird.

    einklappen einklappen
  • Ruedi am 11.06.2018 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Saubere Schweiz!

    Ich dachte immer Korruption gibt es nur in Italien!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • steuerzahler am 11.06.2018 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich will "mein"geld zurück

    wann zahlt die post die 100 mio zurück?

  • W.F. am 11.06.2018 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen unentschuldbare

    Machenschafften bewirken, dass eine Geschäftsleitung(en) per sofort freigestellt werden können, dann sollte man das auch mit allen Institutionen wie Versicherungen, Krankenkassen u.s.w., wie auch Banken und Politik tun.

  • Rob de Bob am 11.06.2018 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Preidrückerei

    Unglaublich da wird noch 6 Monate der Lohn bezahlt und über Boni diskutiert und was erhalten all die Postautohalter in der Schweiz die unter der Preidrückerei von Postauto Schweiz leiden oder gelitten haben.

  • Maslik am 11.06.2018 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Spitze des Eisberges

    Diese Frau Ruoff hätte schon viel früher gehen müssen. Der Postautoskandal ist ja nur die Spitze des Eisberges. Sie führte das Unternehmen schlecht. Die Postschliessungen und der Personalabbau gehen auf ihr Konto. Sie hatte es verschlafen, die Paketpost auszuweiten, denn hier läuft es infolge Internet Shopping glänzend. Nein, sie hat gar nichts Gutes getan. Wer ist denn Schuld, dass diese Frau in dieser Position war und dazu moch viel zu viel verdiente ?

  • Blume am 11.06.2018 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Postskandal

    Das versteht nun wirklich keiner, dass so ein bschiss mit 6 Monatslöhnen belohnt wird!!! Und...sie haben sich DOCH pers. bereichert, mit den alljährlichen boni!