Bike-Sharing

15. Mai 2018 11:46; Akt: 15.05.2018 14:52 Print

SBB greift in den Kampf um Leihvelos ein

Die Firma Match My Bike will, dass weniger Velos ungenutzt herumstehen. Private sollen ihre eigenen Velos in ihrer Abwesenheit vermieten.

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Publibike, O-Bike, Limebike und Co. erhalten kostenlose Konkurrenz. Zwischen Mai und Juli testet das Start-up Match My Bike (MMB) in drei Städten der Westschweiz seinen Veloverleih. Die Velos werden dabei von Privaten zur Verfügung gestellt.

Konkret sollen Velobesitzer ihr Velo für einen frei wählbaren Zeitraum freischalten können. Im Gegenzug erhalten sie Zugriff auf alle anderen freien Velos. Die Velos werden mit einem Schloss ausgerüstet, das sich über die App von Match My Bike öffnen lässt.

«Idee, Velo zu teilen, überzeugt»

Der Testbetrieb findet seit gestern in Lausanne, Yverdon und Genf statt. Nach dem Pilotprojekt werde entschieden, ob das Gebiet ausgedehnt werde, sagt Jean-Philippe Barras von MMB. «Das System wäre in der ganzen Schweiz und sogar darüber hinaus denkbar», sagt er.

Die Teilnahme an der Plattform sei kostenlos, so Barras. Nur das Vorhängeschloss müsse gekauft werden. Während des Testbetriebs würde auch dieses zur Verfügung gestellt. «Unsere Umfragen belegen, dass die Idee, sein Velo zu teilen, viele überzeugt», sagt Barras. Darüber hinaus seien private Velos sympathischer als die generischen, manchmal schweren Velos der Verleih-Konkurrenz.

Kleine Reparaturen sind kostenlos

Der gestrige Start habe zwar bei Regen und schlechtem Wetter stattgefunden. Es seien aber keine technischen Probleme gemeldet worden, die Rückmeldungen der Pilot-Nutzer seien gut. Insbesondere werde die intuitive und einfach zu bedienende App gelobt, sagt Barras.

Jedes neue Velo werde von einem Team von Mechanikern geprüft Es werde sichergestellt, dass die Velos sicher seien. Kleinere Reparaturen würden kostenlos durchgeführt, grössere seien in der Verantwortung der Teilnehmer. «Mit der App können wir die Verantwortlichkeiten festlegen, falls es zu grösseren Beschädigungen kommt», sagt Barras. MMB rechne aber damit, dass es wenig Probleme geben werde. «Nutzer werden Velos in der Hand haben, die eine Geschichte haben und jemandem gehören. Es sind keine Massen-Velos wie bei anderen Verleihern.»

Die SBB als Partnerin

Hinter dem Projekt MMB steckt die Walliser Firma Oureka, die unter anderem von der Stiftung Inartis finanziert wird. Der Testbetrieb wird von der SBB unterstützt. Die Bahn ermögliche den Zugang zu Bahnhöfen und weiteren Partnern, sagt SBB-Sprecher Oli Dischoe.

«Der SBB ist es ein Anliegen, den umweltfreundlichen und nachhaltigen Langsamverkehr besonders auf der letzten Meile vom und zum Bahnhof zu fördern», sagt Dischoe. So gebe es etwa auch eine Partnerschaft mit dem Bikesharing-Anbieter Publibike, einer Postauto-Tochter. Ob MMB in Zukunft kosten wird, ist noch unklar. Der Fokus liege zurzeit auf dem Pilotprojekt, sagt Dischoe.

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jonas Schmid am 15.05.2018 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Lach

    Glaubt Ihr dass ein Biker oder Radfahrer sein teures Rad jemandem zur Verfügung stellt. Bei vielen ist es leider immer noch so, wenn es nicht das Eigene ist, wird viel weniger Sorge getragen. Leider eine Tatsache.

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  • Marius am 15.05.2018 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwendung und Zeitverschwendung

    Alle diese Projekte scheitern kläglich und sind angesagte Totgeburten. Menschen in unserem Land wollen ihr Eigentum nicht Fremden ausleihen. Sie wollen vor allem auch ihr Individualverkehrsmittel nicht zeitlich verplanen wollen, denn sie wollen es ja individuell nutzen und zwar dann, wenn sie gerade Lust dazu haben oder Bedarf. Das ist jetzt etwa das zehnte Mal in den letzten Jahren, dass ich von exakt den selben Konzepten Lese und es wird auch dieses Mal genau so scheitern wie die letzten zehn Mal. Offenbar haben die Leute keine Ahnung von Nutzerverhalten.

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  • elyas am 15.05.2018 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wow!

    Bikesharing gibt es schon seit Jahren und das noch in der Schweiz!!! Ja richtig gehört, man nennt es einfach Bikestehlen 3 Velos von mir wurden bisher gestohlen und Nein sie werden mir nicht zurückgebracht werden. Ich bin nicht der einzige, ich kenne sehr viele Personen von denen ihre Velos gestohlen wurden! :(

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Die neusten Leser-Kommentare

  • G. Pereu am 16.05.2018 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    Mogelpackung

    Dieses Schreien nach "Teilen" überall ist eine absolute Mogelpackung. Fremde geben keine Acht auf Sachen die ihnen nicht gehören. Und Ressourcen werden auch keine gespart, weil die geteilte Sache einfach schneller ersetzt werden muss. Ein Velo z.B. hält dann zwei Jahre, statt 5 Velos 10 Jahre. Denkt mal nach.

  • Rahmen am 16.05.2018 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    Schuster....

    Schuster....die SBB hat auf den Strassen nichts verloren

  • jaques am 16.05.2018 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Also dass, liebe Damen und Herren ist wieder mal einen typischen Schuss ins Leere! während der Zeit in der ich mein Rad zur verfügung stelle darf ich ein anderes Rad benutzen. Aber ich könnte ja einfach mein eigenes nutzen anstelle es jmd. zur verfügung zu stellen und ein anderes nutzen? no sense?? Ausserdem würde ich mein teueres Fahrrad nicht zum ausleihen hergeben. Dont be gentle it is rental sagt man doch so schön! Bin übrigens gerade in Singapur da funktioniert O-bike und co. Super gut und im gegensatz zur Schweiz werden die Räder hier nicht mutmasslich zerstört!

  • Experten-Projekt-Experte am 15.05.2018 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Projekt-Überdruss

    Solch "abgefahrene" Ideen zeigen doch nur, wie unterbeschäftigt man in den oberen SBB-Etagen ist. Bzw. man versucht, die teuren Velostationen, die sehr gefragt sind bei Pendlern, nicht ausbauen zu müssen. So hat man sich in den edlen Büros mit Leder-Chefsesseln und mit schicker Krawatte geschmückt (und wohl kaum nach Velo-Anfahrt) hochmotiviert diese schlaue Idee ausgedacht. Haben wohl selbst kein Velo oder gebrauchen es zumindest nicht, dass sie eine derartige Idee dem Fussvolk zumuten.

  • DarkMoney am 15.05.2018 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    Alter Zopf

    Meine Erfahrung vor 20 Jahren in Zürich: Kauf ein günstiges Bike und ein Schloss. Stelle das Vélo am Stadelhofen ab und siehe da... der "Ausleihservice" funktionierte schon damals prima. Habe nur mein Radel nie wieder gesehen.

    • Das Rad am 16.05.2018 06:17 Report Diesen Beitrag melden

      Sehr alter Zopf

      Bei mir war es so (auch vor 20 Jahren): jemand brauchte wohl dringend ein Vorderrad. Also hat er sich mein Vorderrad ausgeliehen. Aber leider vergessen, dass man geliehene Sachen wieder zurück gibt....

    • Simi am 16.05.2018 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Das Rad

      Einem Schulfreund ist was ganz ähnliches passiert. Nur war da am Veloständer in seinem Fall das Vorderrad mit Schloss noch vorhanden, nur der ganze Rest vom Velo hat halt gefehlt. Naja seid diesem Tag macht auch er das Schloss dirch Rahmen und Hinterrad. War übrigens im Kanton Neuenburg(nur so als Randbemerkung).

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