Sexgewerbe

04. September 2012 21:09; Akt: 04.09.2012 21:09 Print

Prostituierte gründen eigene Gewerkschaft

von S.Marty - 150 Prostituierte aus Genf kämpfen zusammen für bessere Arbeitsbedingungen. Mit der ersten eigenen Gewerkschaft wollen sie sich unter anderem vor der neuen Billigkonkurrenz schützen.

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Prostituierte in Genf setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen ein. (Bild: Colourbox)

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Das wohl älteste Gewerbe der Welt erhält seine erste Gewerkschaft in der Schweiz. In Genf haben sich 150 Prostituierte zusammengetan und das Syndikat der Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter STTS gegründet.

Mit diesem Schritt wollen sich die Frauen unter anderem gegen die Billigkonkurrenz aus dem Ausland und horrende Mietpreise wehren. «Ein paar Mädchen zahlen für ihre Zimmer bis zu 3000 Franken im Monat. Wenn sie eines mit Küche wollen, kostet dies gar 150 Franken am Tag», sagt die Gewerkschaftsinitiantin und Prostituierte Angelina gegenüber «Le Courrier».

Weigern sie sich die Miete zu zahlen, würden sie auf die Strasse gesetzt. Laut dem Sprecher der Genfer Beratungsstelle «Aspasie» Michel Félix de Vidas kann die Gewerkschaft den Frauen die nötige Anonymität bieten, um sich gegen Diskriminierungen zu wehren.

«Sexarbeit ist auch Arbeit»

Dieser Meinung ist man auch beim Gewerkschaftsbund SGB, weshalb man sogar einem Beitritt der STTS zum SGB «offen gegenübersteht». So könnte die neue Gewerkschaft denn auch in der Deutschschweiz Schule machen.

Beratungsstellen für Frauen im Sexgewerbe aus Zürich, Olten und Bern begrüssen den Schritt. So auch Stéphanie Berger, Vizepräsidentin von Xenia Bern: «Sexarbeit ist auch Arbeit. Die Gründung einer Gewerkschaft ist eine tolle Idee und ich werde sie in der nächsten Vereinssitzung einbringen.»

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Super Sache, macht weiter so. Sex ist eh wichtig für unser Wohlbefinden und darum sollte Sexarbeit auch im Gesundheitsbereich als anständige Arbeit akzeptiert werden. Weg mit falscher Scham oder altmodischem Denken. – Mike

Es ist eine harte Arbeit die diese Frauen tun! Es braucht sie unbedingt. Es muss wirklich geregelt werden, dass sie nicht ausgenutzt werden. Es kann nicht sein, dass sie ihr sauer verdientes Geld einem Zuhälter abliefern müssen. Warum sollen Männer sich nicht bei diesen Frauen holen, was sie zu Hause nicht kriegen können? Tut doch niemandem weh! – Erika

Ich selber habe über Jahre als Prostituierte gearbeitet. Ja und auch Steuern bezahlt. Wieviele Ehen würden kaputt gehen, wenn es uns nicht gäbe. Der Mann geht zufrieden nachhause und sucht sich keine Geliebte, wo es irgendwann um Gefühle und Existenz einer ganzen Familie geht. Die Preise sind sehr gedrückt worden von "billig" Angeboten. Heute reicht es nicht mehr in dieser Branche "nur" Frau zu sein. Es steckt vielmehr dahinter wie ne schnelle Nummer. Gewerkschaft--- genial!! Alles Gute! – Perla

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Perla am 05.09.2012 01:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo 

    Ich selber habe über Jahre als Prostituierte gearbeitet. Ja und auch Steuern bezahlt. Wieviele Ehen würden kaputt gehen, wenn es uns nicht gäbe. Der Mann geht zufrieden nachhause und sucht sich keine Geliebte, wo es irgendwann um Gefühle und Existenz einer ganzen Familie geht. Die Preise sind sehr gedrückt worden von "billig" Angeboten. Heute reicht es nicht mehr in dieser Branche "nur" Frau zu sein. Es steckt vielmehr dahinter wie ne schnelle Nummer. Gewerkschaft--- genial!! Alles Gute!

  • Womanizer am 05.09.2012 05:57 Report Diesen Beitrag melden

    Heureka !

    wird auch langsam Zeit ! Schon längst überfällig !

  • Karl Heinsner am 04.09.2012 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Ein mutiger Schritt in einer heuchlerischen Schweiz! Das horizontale Gewerbe braucht es. Frauen, die diesen Job machen ebenso. Also sollten sie vernünftige, faire Arbeitsbedingungen haben. Es braucht endlich eine Änderung und von uns Schweizern, das ablegen der heuchlerischen "huch"- und "ach"-Haltung gegenüber der Prostitution. Frauen die dies tun sind nicht mehr und nicht weniger wert als andere Arbeiter. Vielleicht ändert sich nun endlich was!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 05.09.2012 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt vor den Frauen

    die eine wichtige Arbeit machen.

  • rolf am 05.09.2012 07:07 Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt ...

    Krieg ich denn nun eine Quittung für die Steuern?

  • Yumaa am 05.09.2012 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Freut mich

    Sehr gut wie die Frauen nun denken und sich wehren. Es ist an der Zeit dass auch die Prostitution als Arbeit anerkannt wird. Würden diese Damen diesem Gewerbe nicht nachgehen müssten wir Frauen uns warm anziehen und die Sexualdelikte würden rapide ansteigen. Gleiche Rechte für alle Frauen, egal aus welcher Schicht.

  • Reisiger am 05.09.2012 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Bordelloase

    Man sollte sich Grundsätzlich einmal fragen, wieso dieses Gewerbe hier dermassen Anklang findet? Liegt wohl an unseren überemanzipierten Frauen. Nur schon in Frankreich, Deutschland usw. hatte ich nie Probleme eine Frau zu finden, in der Schweiz jedoch schon. Wer sich an der Prostitution hier stört, sollte sich vielleicht mal über den Grund der grossen Anfrage hier Gedanken machen... (und ja, seid ruhig empört, wahr ist es trotzdem...)

  • Simu am 05.09.2012 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finde ich richtig...

    das es endlich in die richtige richtung geht. Wir leben in einem land wo heuchelei und feigheit zur tagesordnung gehõren. Und das löst bei mir immer wieder brechreiz aus. Gut das die Prostiutierten von sich aus was machen. Sonst würde ja nie was passieren im land der gaffer.