Höhere Steuern gefordert

13. Juni 2017 05:43; Akt: 13.06.2017 07:40 Print

Puff auf Autobahnen so gross wie noch nie

von Stefan Ehrbar - Auf den Nationalstrassen fährt eine Rekordzahl an Autos. Vertreter der Eisenbahn-Branche wollen nun, dass Autofahren teurer wird.

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Die A1 bei Wallisellen ZH hat einen neuen Rekord gebrochen. Letztes Jahr fuhren hier durchschnittlich 102 Autos durch – pro Minute. Das sind noch einmal zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor.

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Eine ähnliche Zuwachsrate registrierte die Messstelle auf der A1 bei Würenlos, während vor dem Bareggtunnel fast drei Prozent mehr Autos durchbrausten. Das zeigen neue Daten des Bundesamts für Strassen (Astra), die von 20 Minuten analysiert wurden. An den fünf meistbefahrenen Stellen wurden letztes Jahr die höchsten Zuwachsraten seit fünf Jahren registriert.

Verkehr wächst weiter

Nimmt der Verkehr im selben Tempo zu, wird in Wallisellen dieses Jahr zum ersten Mal die Marke von 150'000 Autos pro Tag geknackt. Dadurch müssen Autofahrer häufiger abbremsen. Schon 2015 wurden mit knapp 23'000 Staustunden auf den Autobahnen so viele registriert wie nie.

Die Zahlen kommentiert Astra-Sprecher Thomas Rohrbach nicht, weil das Bundesamt später eine eigene Auswertung publiziert. Das Wachstum sei aber nicht aussergewöhnlich, sondern in der üblichen Grössenordnung. Man könne von «courant normal» sprechen. Auch in den nächsten Jahren dürfte der Verkehr auf den Autobahnen etwa mit dieser Geschwindigkeit anwachsen. Beim TCS heisst es, im Wachstum spiegle sich der Wille, den Verkehr auf die Hauptverkehrsachsen zu verlagern. Da die Bevölkerung um 1,1 Prozent gewachsen sei, kämen die Daten nicht überraschend.

«Autofahren wird immer günstiger»

Zudem werden die Menschen immer mobiler – und der Höhenflug des öffentlichen Verkehrs wurde gestoppt. Während sein Anteil an den zurückgelegten Kilometern seit Ende der 90er-Jahre bis etwa 2011 stetig wuchs, verharrt er seit dann bei knapp über 20 Prozent.

Letztes Jahr ging die Zahl der Personenfahrten bei der Eisenbahn sogar zurück, wie Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen. Ein Alarmsignal, findet der Verband öffentlicher Verkehr. Das Problem seien die Preise. «Während der ÖV laufend politisch gewollt teurer wird, wird das Autofahren immer günstiger», sagt Verbandssprecher Roger Baumann.

Höhere Treibstoff-Steuer?

Neue Autos verbrauchen immer weniger Treibstoff, der zudem günstiger geworden ist. Es dürfe im ÖV nun keine weiteren politischen Tariferhöhungen geben, sagt Baumann.

Daneben müssten sich die Autofahrer stärker an den ungedeckten Kosten beteiligen. Das könne über eine höhere Treibstoff-Steuer oder einen höheren Vignetten-Preis geschehen. Gefordert sei aber auch der öffentliche Verkehr selbst: Vor allem bei Freizeitreisenden gebe es ein grosses Potenzial. Das könne man etwa mit Spartickets ausschöpfen.

In Zürich gewinnt die Bahn

Nicht überall verliert die Eisenbahn. Die SBB hat letztes Jahr einen neuen Passagierrekord verzeichnet und die Zahl der zurückgelegten Kilometer mit der Eisenbahn steigt stetig. Was widersprüchlich klingt, liegt einerseits an verschiedenen Erhebungsmethoden: Der Bund zählt eine Reise mit Umsteigen nur einmal, bei der SBB geht jede Fahrt einzeln in die Statistik ein.

Andererseits müsste der ÖV noch schneller wachsen, um keine Marktanteile zu verlieren. Wie das funktioniert, zeigt das Beispiel Zürich. Nicht zuletzt wegen der neuen Durchmesserlinie überquerten letztes Jahr erstmals mehr als eine halbe Million Menschen pro Werktag die Stadtgrenze mit dem Zug – ein Plus von fast fünf Prozent. Wo das Angebot ausgebaut wird, werden Preiserhöhungen also zumindest teilweise kompensiert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Skipper1 am 13.06.2017 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts?

    Der Verkehr wächst mit der Bevölkerung. In den 60' Jahren lebten etwas mehr wie 4'000'000 Menschen in der CH. Jetzt sind es über 8'000'000 und es werden täglich mehr. Die sind nicht zu Fuss unterwegs.

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  • LeoLU am 13.06.2017 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konzept statt Steuern

    Na schön, zuerst Auto verkaufen und dann Steuern erhöhen weil viele Auto unterwegs sind bzw. verkauft wurden und dann? Wechseln die Leute auf Züge und als Konsequenz werden die Billetprese erhöht weil viele mit dem Zug fahren? Überlegt endlich einen Konzept, welcher in Zukunft auch vertragbar und Nachhaltig ist.

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  • Chief Oporating Officer bei Umrella Corp am 13.06.2017 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wohnen nicht alle in Zürich!

    Die bahn kann mich mal. Überfüllte züge, fast nicht mehr zahlbar, 1 toilette pro zug... bei meinem job bin ich aufs auto angewiesen, hier existiert keine bahn oder öv.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • T.S. am 14.06.2017 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts?

    Kein Wunder nehmen täglich mehr Leute das Auto. Es gibt auch immer mehr Menschen und die in Bern wollen jo 10Mio. In die Schweiz reinquetschen. Zudem wird die SBB auch nur noch teurer und unzuverlässiger was zu einer klarem reaktion führt -> die Menscgen steigen auf das Auto um und nehmen einen eventuellen Stau in kauf.

  • Silvio Buess am 14.06.2017 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Stauvermeidung

    Die Staus wären vermeidbar wenn nur die Komplet Bezahlten Fahrzeuge auf den Strassen wären.

  • Demian Casanova am 14.06.2017 06:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zahlen zahlen...

    Immer mehr zahlen baut doch einfach eine dritte fahrspur das denke ich mir jedes mal

  • Hildi am 14.06.2017 03:32 Report Diesen Beitrag melden

    STOPPT ENDLICH

    ...die Zuwanderung und schaut, dass gewisse Leute wieder gehen, wenn ihre Zeit hier abgelaufen ist! Jetzt ohne Scherz, es fällt wirklich MARKANT auf, ob beim einkaufen, an der Tankstelle oder im ÖV, man hört fast NUR noch Fremdsprachen! Sei es in der zürcherischen "Holzklasse" mit Sprachen, die man nicht versteht, oder geh Richtung See zu den "Edelgemeinden" und es wechselt ins Hochdeutsch und Englisch. In der Annahme, dass die Schweizer auch noch irgendwo sind, MUSS ja alles aus den Nähten platzen! Also packt das Problem endlich an der Wurzel und denkt nicht über Monsterautobahnen nach!

  • Eva Schär am 14.06.2017 03:29 Report Diesen Beitrag melden

    Umbauten

    hmmm der jenige vom Tiefbauamt Zürich ist halt auch schuld für mich. Es gibt 3 Autobahnen die nach Zürich führen und alle 3 werden saniert! Könnte man nicht mehr Arbeiter an eine Baustelle tun, das Projekt abschlissen und dann das nöchste machen? Würde sehr viel Stau verhindern! Plus die Bahnverbindungen auf dem Land sind der Horror mit dem Auto habe ich 30-40 min zur Arbeit mit der Bahn 1.5 Std.