Tschümperlin fordert

04. November 2012 22:49; Akt: 05.11.2012 08:51 Print

Roter Pass als Belohnung für Freiwilligenarbeit?

SP-Nationalrat Andy Tschümperlin fordert eine raschere Einbürgerung für Ausländer, die hierzulande Freiwilligenarbeit leisten. Selbst bei den Vereinen sind aber nicht alle davon begeistert.

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Andy Tschümperlin will raschere Einbürgerungen für diejenigen Ausländer, die Freiwilligenarbeit leisten. (Bild: Keystone)

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Eine brisante Forderung sorgt für rote Köpfe: SP-Fraktionschef Andy Tschümperlin will Anreize dafür schaffen, dass Ausländer mehr ehrenamtliche Arbeit leisten. «Wer sich drei Jahre lang in der Feuerwehr oder dem Roten Kreuz engagiert, sollte rascher eingebürgert werden können.»

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Sollen Ausländer, die ehrenamtliche Arbeit leisten, schneller eingebürgert werden?
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So werde auch den Vereinen geholfen, denen viele Freiwillige fehlten. Tschümperlin schwebt vor, dass Ausländer bereits nach fünf Jahren ein Gesuch stellen können – analog zur erleichterten Einbürgerung.

Er prüft einen entsprechenden Vorstoss und will die Forderung im Januar auch in der Staatspolitischen Kommission einbringen, wenn diese über die Revision des Bürgerrechtsgesetzes berät. Heute muss man für die ordentliche Einbürgerung zwölf Jahre lang in der Schweiz gewohnt haben.

Österreich als Vorbild

Inspirieren lassen hat sich der Linkspolitiker laut der «Zentralschweiz am Sonntag» von Österreich. Dort sollen Ausländer künftig nach sechs Jahren Aufenthalt eingebürgert werden können, wenn sie unter anderem drei Jahre Freiwilligenarbeit geleistet haben und Deutsch auf Maturaniveau können.

Kritik erntet Tschümperlin von der SVP. Nationalrat Hans Fehr warnt vor Masseneinbürgerungen: «Es ist ein komplett falscher Ansatz, der nur auf den ersten Blick gut klingt. Denn wir brauchen keine raschere Einbürgerung, sondern höhere Hürden. In letzten zehn Jahren wurden rund 400 000 Personen eingebürgert.»

FDP-Präsident Philipp Müller sagt: «Man könnte über eine raschere Einbürgerung reden, aber es müssten die gleich strengen Kriterien gelten wie in Österreich.» Doch selbst die Vereine äussern Vorbehalte: «Wir sind daran interessiert, dass sich auch Ausländer engagieren. Aber es muss aus innerer Überzeugung kommen, und nicht nur, weil man das rote Büchlein will», so Samariter-Sprecher Eugen Kiener.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno S. am 04.11.2012 23:47 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Anreize

    Von solchen Politikern fühle ich mich überhaupt nicht vertreten. Wer an Leib und Leben verfolgt wird und darum hier Asyl beantragt, wird es uns danken, wenn er mit unserer Hilfe überlebt. Hier zeigt sich wer ein echter Flüchtling ist! Nothilfe und Sicherheit vor den Verfolgern ist genug. Wer als Flüchtling nicht alles, was er nicht unbedingt zum Überleben braucht ablehnt, ist keine echter Flüchtling und würdigt die Leute, die ihn aufnehmen nicht. Alles Andere schafft falsche Anreize und ist sofort zu unterbinden.

  • Heiri am 05.11.2012 00:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Träumereien der Linken

    Die linken Parteien machen alles nur Erdenkliche um die Schweiz zu Schwächen und sie an die EU zu verkaufen - stoppt endlich diese linken Träumer bevor es zu sät ist!

  • Andre Wipi am 04.11.2012 23:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwählen

    ist so ein Politiker tragbar, der mit so Ideen kommt. Der solllte sofort vom Volk abgewählt werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Niggi, Zürich am 06.11.2012 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau...

    Wir können natürlich auch einfach die Pässe gratis verteilen...

  • Rafael am 05.11.2012 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Integration

    Die Integration muss gegeben sein. Freiwilligenarbeit kann als Vorstufe dazu dienen. Ob sich jemand integriert hat oder nicht, muss aber eine Einzelfall entscheidung bleiben. Nur weil jemand Freiwilligenarbeit leistet, bedeutet dies doch nicht, dass diese Person sich besser integriert (hat), als die Mutter welche die Landessprache gelernt hat und zu Hause bleibt um die Freiwilligenarbeit erst zu ermöglichen, die Kinder bei den Hausaufgaben unterstützt und den Haushalt schmeisst?

  • Feuerwehroff am 05.11.2012 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht!

    Wir brauchen in der feuerwehr motivierte leute. Wer nur da ist, um während 3 jahren minimalpräsenz zu leisten kann zuhause bleiben. Sowas ist shlecht für die stimmung und alles andere als dienlich! Ich find's super, wenn sich ausländer auf diese weise engagieren und sie itegrieren sich so schnell in die gemeinde. Aber sie sollten das aus den richtigen gründen tun wollen, nicht des passes wegen.

  • Ruth F. am 05.11.2012 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    es reicht

    was soll denn das wieder, dann hätten wir viele Ausländer die sich für 3 Jahre ein wenig einsetzen, und dann das rote Papierchen, und dann kann ich mir das gut vorstellen wie das dann weiter geht. Mich nimmt überhaupt wunder warum immer noch so viele den roten Pass bekommen, wir sind doch schon jetzt überfüllt, mit sozial-Schmarotzer und IV Bezüger die es gar nicht verdient haben, Schweizer schaut zuerst dem eigenen Volk und dann den anderen

  • Ernst F. am 05.11.2012 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    so wie es jetzt ist

    so wie es jetzt ist ist es sicher recht, es braucht nicht ständig alles umgekrämpelt werden.