Schweizer Vermieter

25. April 2018 10:23; Akt: 25.04.2018 10:39 Print

«Russen machten in Airbnb-Wohnung Party»

Airbnb hat im letzten Monat weltweit Tausende Gäste wegen Verstössen gesperrt. Gegen Schäden können sich Schweizer Vermieter nun versichern.

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Verlorene Schlüssel, demolierte Inneneinrichtung oder aufgetürmtes dreckiges Geschirr in der Küche: Nicht alle Airbnb-Gäste hinterlassen die Unterkunft so, wie sie sie angetroffen haben. Auch aufgrund solcher Verstösse hat Airbnb im März «Zehntausende Gäste gewarnt und Tausende gänzlich von der Teilnahme an der Plattform gesperrt», wie es in einer Mail heisst, die kürzlich an Airbnb-Gastgeber verschickt wurde und 20 Minuten vorliegt. Wie viele Nutzer in der Schweiz gesperrt oder verwarnt wurden, gibt Airbnb nicht bekannt.

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Wer muss für Schäden bei Airbnb haften?

Klar ist: Negative Erfahrungen mit ungezogenen Gästen mussten aber auch schon Schweizer Airbnb-Vermieter machen. So etwa T. N.* aus Basel. Zwar verhalte sich der Grossteil der Gäste zivilisiert, doch schwarze Schafe gebe es zwischendurch. Einmal habe eine Russin namens Oxana die Wohnung für eine Woche gebucht.

60 Wodka-Flaschen standen auf dem Balkon

Aufgetaucht seien dann aber fünf muskelbepackte, grossgewachsene Männer mit Sonnenbrillen. «Sie waren darauf aus, Party zu machen, und sagten mir später, sie hätten 2000 Franken pro Tag ausgegeben.» Das Bild nachdem sie abgezogen waren: Rund 60 Wodka-Flaschen standen auf dem Balkon und der Parkett war übersät mit Weinflecken.

Ein weiterer Airbnb-Host aus Zürich berichtet, dass er nach einer Vermietung habe feststellen müssen, dass in seiner Wohnung eine Sex-Party stattgefunden habe, bei der grosse Teile der Liegenschaft verwüstet worden seien.

Auch Lukas Wartmann, Co-Gründer der Firma Airhosted, kennt das Problem. Er vermietet Wohnungen auf Airbnb für Personen, die ihre Mietkosten decken wollen, während sie einige Wochen in die Ferien verreisen. Er beziffert die Fälle, bei denen die Wohnung beschädigt oder verunreinigt wird, auf zwei bis drei Prozent. In den acht Monaten, seit es das Schweizer Start-up gibt, hat es rund 150 Gäste betreut.

Küchenreinigung dauerte drei Stunden

«Es gibt einzelne Reisende, die offenbar nicht wissen, wie man sich in einer fremden Wohnung benimmt», sagt Wartmann. Die häufigsten Fälle, bei denen nach der Vermietung zusätzliche Kosten entstünden, seien herumliegender Müll oder verdreckte Bäder. «Am schlimmsten war ein Gast, der die Küche komplett zugemüllt hat: Pfannen waren verkrustet und Essensreste lagen herum.» Das Reinigungsteam habe drei Stunden aufwenden müssen, um das wieder in Ordnung zu bringen. Natürlich habe er danach den Gast bei Airbnb eine negative Bewertung ausgestellt.

«Um herumwütenden Gästen vorzubeugen, prüfen wir sie», sagt Wartmann. Nur Nutzer, die keine negativen Empfehlungen anderer Gastgeber erhalten hätten, könnten eine Sofortbuchung tätigen. Und wenn man mal ein schlechtes Gefühl habe, werde auch mal die Wohnung verweigert. Zudem achtet Wartmann auf die Bewerbungsschreiben der potenziellen Gäste: «Wenn jemand schreibt, er sei für einen Polterabend in der Stadt, läuten die Alarmglocken.»

Versicherung deckt Schäden von bis zu 5000 Franken

In den Geschäftsbedingungen hält das Start-up fest, dass für Schäden der Vermieter selbst haftet. Um dies zu verhindern, bietet Airhosted zusammen mit der Allianz eine neue Versicherung an. Für eine Prämie von 129 Franken pro Jahr können Personen, die über Airhosted vermieten, Airbnb-Schäden versichern. Pro Mietvertrag sind 5000 Franken und pro Mietobjekt 20'000 Franken gedeckt.

Laut Allianz-Sprecher Bernd de Wall habe man seit der Lancierung vor zwei Wochen bereits einige Abschlüsse verzeichnen können. Genaue Zahlen gibt Allianz nicht bekannt, und bisher ist das Angebot der Allianz nur für Airhosted-Kunden verfügbar. Aber: «Die Nachfrage ist da», so de Wall. Airbnb war für ein Statement nicht zu erreichen. Auf ihrer Homepage hält die Firma fest, man biete eine sogenannte Gastgeber-Garantie für Schäden bis 900'000 Franken. Um die Versicherung anzurufen, sind jedoch ein Polizeibericht, Quittungen der Reparatur sowie Fotos nötig.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heidi am 25.04.2018 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Tja, darum würde ich das nie machen. Nur um ein bisschen Geld zu verdienen? Nein danke. Sind doch alle nur geldgierig. Selber schuld.

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  • Thomas am 25.04.2018 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super und weil dann Mieter aus Spargründen ihre Wohnung vermieten und die Versicherung Schäden die von den Gästen verursacht werden bezahlt, steigen irgendwann die Prämien für uns alle.

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  • Reisefüdli am 25.04.2018 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Kenne diese Leute nicht anders, leider

    8 von 10 Russentouris, die mir im Laufe der Jahre so begegnet sind, wollten sowieso nichts anderes als: Party und Saufen, Saufen, Saufen bis der Arzt kommt. Benimm gleich null, Respekt gegenüber fremdem Eigentum oft gar nicht vorhanden! Es gibt allerdings bestimmt auch andere, Anständige Landsleute, nur buchen die nicht bei AirBnB ne Billigübernachtung! Mitleid hab ich echt keins....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Einä us bärn am 26.04.2018 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    untervermieten verboten ist

    Russen sind die schlimmsten. Wir haben im Quartier ein paar russische Studenten, welche immer wieder das Gefühl haben, sie seien die besten, die grössten etc. nur wurden sie schon des öfteren in die Schranken gewiesen. Nur was kann man sonst noch gegen die neu Reichen machen. Keine Wohnungen mehr an die vermieten und dies im Vertrag von fadenscheinigen Mietern festhalten, dass ein untervermieten verboten ist.

  • Alla am 25.04.2018 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Trolling

    Schon wieder Profis aus dem St. Petersburg auf der Platform

  • gloria derungs am 25.04.2018 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    im fall der fälle

    super idee sich mit einer zusatzversicherung zu schützen. so kann man sich vor schaden bewahren. wer hat s erfunden? natürlich schweizer.

  • cartagena am 25.04.2018 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vermiete..

    ..auch via Airbnb eine schöne Wohnung in der Karibik, besonders für Familien zu günstigem Preis, wichtig erscheint mir, dass eine gute Eingangskontrolle gewährleistet ist! dann hat man immer die Möglichkeit dementsprechend zu handeln und vermeidet Ärger!

  • Theo Ironring am 25.04.2018 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    auffällig

    Na ihr paar Russen hier im schönen Westen, merkt ihr was....wenn die Boots nicht die Daumen in die richtige Richtung drehen, seit ihr so ziemlich unbeliebt in der wahren Schweiz.

    • Gruss aus St. Petersburg am 26.04.2018 07:35 Report Diesen Beitrag melden

      Theo Ironring

      Das sind keine Boote mein lieber sondern Bots du ausgelöschte Kerze auf der Torte, aber wem sag ich das.

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