Andreas Meyer

27. September 2015 15:58; Akt: 28.09.2015 12:06 Print

SBB-Chef will tiefere Ticketpreise

Obwohl die SBB gut dastehen, will CEO Andreas Meyer sparen. Doch die Preise für die Fahrkarten sollen wann immer möglich verschont werden.

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Will die Kosten nicht immer auf den Kunden abwälzen: SBB-CEO Andreas Meyer. (1. Juni 2015) (Bild: Keystone/Urs Flueeler)

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SBB-Chef Andreas Meyer sieht keine Zukunft in ständig steigenden Billettpreisen. Vielmehr müssten sich die Tarife stabilisieren oder gar sinken. Eine angemessene Nutzerfinanzierung sei zwar wichtig, das Preis-Leistungsverhältnis dürfe aber nicht schlechter werden.

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Fernbusse mit ihren Billigangeboten seien nur die Vorboten steigender Konkurrenz, sagte Meyer in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Schlage die SBB die höheren Kosten etwa bei den Trassenpreisen einfach auf die Preise, gehe das vielleicht kurzfristig gut. In zehn Jahren sei die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs aber stark beeinträchtigt.

Schlechte Auslastung

Bei der Diskussion von Preiserhöhungen verliere man sowieso wichtigere Dinge aus den Augen. Das System SBB nämlich sei schlecht ausgelastet - durchschnittlich nur zu 30 Prozent. Die Bahn müsse an kundenfreundlichen Auslastungen arbeiten. Der Pendler müsse wissen, wie die Züge ausgelastet sind. Dazu will Meyer den Online-Fahrplan verbessern. «Wir werden Ihnen den Fahrplan integriert als Service anbieten. Damit Sie sofort erkennen, ob es für Sie bequemer ist, einen früheren oder einen späteren Zug zu nehmen», sagt der SBB-Chef.

Damit könne sie langfristig die Investitionen in Schiene und Rollmaterial reduzieren und so mehr Erträge generieren. Er träume davon, die Preise eines Tages senken zu können, sagte Meyer.

«Geld liegt auf der Schiene»

Bei den Pendlerströmen gehe es darum, die Spitzen zu dämpfen. Dazu müsse aber die Arbeit flexibler organisiert werden, wie zum Beispiel mit neuen Kommunikationstechnologien oder Heimarbeit. Studien zeigten, dass sich so Einsparungen von 140 Millionen Franken pro Jahr erzielen liessen. Dieses Geld liege auf der Schiene.

Dass diese Umorganisation noch Jahre braucht, räumt Meyer ein. Es lohne sich aber. Die SBB müsse die Preise stabilisieren oder senken, um auch in zehn Jahren noch attraktiv zu sein. Wenn die Bahn dann merke, dass Fernbusse und selbstfahrende Fahrzeuge attraktiver und günstiger seien, stehe sie «wie der Esel vor dem Berg». Dann könne sie nicht mehr reagieren, weil die Infrastruktur gebaut und das Rollmaterial gekauft seien.

(dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt N. am 27.09.2015 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Genial

    Aber nicht nur wollen, sondern bitte auch machen.

  • Hugo Meier am 27.09.2015 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Vorsatz!

    Herr Meyer kann doch mit gutem Beispiel vorangehen, und bei seinem Salär den Sparhebel ansetzen!

    einklappen einklappen
  • Heinz Maier am 27.09.2015 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnvolle Verteilung

    Warum nicht einfach das Mobility Pricing entgegen dem Vorschlag umsetzen? Mehr Züge zu Stosszeiten und weniger Züge den Tag durch. Man braucht tagsüber keinen 15min Takt wenn zu diesen Zeitpunkten der Zug gerademal zu 5-10% belegt ist. Das ist Geldverschwendung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anna Schweizer am 07.10.2015 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich billig ?

    Liebe FDP Politiker , liebe Hr.Fluri ....Wieviel bezahlen Sie denn für Ihre Fahrkarte ? Und wieviel verdienen Sie denn ? Ich möchte nur sehr gerne wissen , wie Sie denn die Preise bewerten würden , wenn Sie ein ganz normales Lohn hätten ( wir arbeiten beide- 100 und 80 % ) und eben auch ganz normal für die Zugreise für Sie selber , für Ihre Frau und zwei Kinder bezahlen müssten . Dann wäre es nämlich ganz anders ! Mein Sohn - 16 Jahren geht an die Kantons Schule und braucht ein GA ...

  • Murmeli am 03.10.2015 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billette

    Die Zugbillette müssten man wieder im Zug kaufen können.

  • SBB ma am 29.09.2015 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mich als SBB Mitarbeiter...

    ...würde einmal interessieren wie ein kostendeckender Fahrplan, basierend auf den heute erwirtschafteten Summen aussehen würde und die der öV Nutzer damit umgehen könnte. Einfach einmal als Vergleich wieweit man zurückstecken müsste. Eines aber liebe Kommentatoren/Innen merkt euch bitte wenn ihr über "die SBB" wettert: Die Infrastruktur worauf die SBB fährt gehört dem Bund. Und dieser vergibt den Unterhalt an SBB Infrastruktur, was kostet. Jetzt können wir diskutieren, was an den Billettpreisen geschraubt werden soll und woher künftig der Unterhalt berappt wird wenn nicht aus Billetts...

    • Unnutz am 29.09.2015 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      Mich als SBB-Gegner

      Ich wettere aber trotzdem. Ich bin der Meinung, dass die SBB privatisiert werden sollte. Dass man dann sieht, wie teuer sie wirklich sind. Ein System, wo nicht selbsttragend ist, noch durch Steuerabgaben subventioniert wird und auch gar nicht den Service für alle bringen kann ist einfach S.......

    • Pendler am 29.09.2015 13:22 Report Diesen Beitrag melden

      @SBB na

      Man könnte auch mal an den sehr guten Sozialleistungen der SBB Mitarbeiter schrauben und aufhören, die Autofahrer zu schröpfen!!

    einklappen einklappen
  • Sandro M. am 29.09.2015 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein aber auch

    Will hier Herr Meyer sein Image aufpolieren indem er etwas vorschlägt von dem er weiss, dass es nicht so kommen wird und denkt wir merken das nicht?

  • Bruno Bärtschi am 28.09.2015 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    Giezendanners weise Worte.

    Die Vergeltung der Giezendanner-Lobby für die Annahme der FABI-Vorlage war ein Volltreffer. Die SBB wird per 2016 eine halbe Mia. Franken für den Unterhalt der Infrastruktur, die ihr gar nicht mehr gehört, selber tragen müssen. Da werden Preissenkungen problematisch. Und als plichtbewusster Vertreter des Arbeiterstandes weiß Giezendanner ja, dass dieses Geld mehrheitlich den Büezern von privaten Firmen zugute kommt. Und nicht wahr, Herr Giezendanner: Über Ihre eingesparten Trassenkosten dürfen sich doch sicher Ihre Chauffeure freuen.