Chaos beim Einsteigen vermeiden

05. Mai 2017 05:46; Akt: 05.05.2017 14:04 Print

SBB drillt Lokführer auf präzisere Stopps

von Stefan Ehrbar - Die SBB nimmt einen neuen Anlauf: Lokführer sollen ihre Züge dank einem neuen Projekt punktgenau stoppen. Motiviert werden sie mit Schokolade.

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Dank eines neuen Projekts sollen Pendler in Zukunft ihre Zugstür der gleichen Kompositionen immer am selben Ort vorfinden. So können sie bereits vor der Einfahrt des Zuges am richtigen Ort stehen. Zu diesem Zweck testet die SBB zurzeit neue Tafeln für die Lokführer in Biel, Lenzburg und Pfäffikon SZ.

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SBB-Sprecher Reto Schärli verspricht dadurch ein angenehmeres Pendelerlebnis: «Die Züge halten präziser an, und die Kunden können sich noch besser auf die Halteortangaben der Wagen in den Sektoren verlassen.» Diese sind etwa auf den Abfahrtstafeln und in der App ersichtlich.

Mehr Pünktlichkeit, weniger Engpässe

So soll einerseits das Ein- und Aussteigen beschleunigt und damit auch die Pünktlichkeit erhöht werden. Die SBB verspricht sich vom Projekt aber auch eine Verringerung der Engpässe auf den Perrons, wie Sprecher Schärli sagt. Dass die neuen Tafeln unter anderem in Lenzburg getestet werden, dürfte denn kein Zufall sein. Der Bahnhof gilt SBB-intern als besonders kritisch, was die Anzahl Pendler auf kleinem Raum betrifft.

Auch in Dutzenden weiteren Bahnhöfen treten sich die Reisenden insbesondere zu Spitzenzeiten auf die Füsse. Eine interne Messung der Aufenthaltsqualität an Bahnhöfen der SBB wies im letzten Jahr den tiefsten Wert seit sechs Jahren auf.

Schokolade für die Lokführer

Wenn die erwarteten Verbesserungen eintreten, sei eine Einführung des Projekts im ganzen SBB-Netz denkbar, heisst es bei der SBB. Bereits heute gibt es Tafeln mit Referenzpunkten, an denen die Lokführer ihre Züge zum Halten bringen sollen. Mit dem neuen Projekt würde ihre Zahl aber verdoppelt.

Das erfordert von den Lokführern, dass sie ihre Züge präzise bremsen und bei den Tafeln zum Stillstand bringen. Im Gegenzug erhielten sie Schokolade geschenkt – als «kleine Aufmerksamkeit», wie SBB-Sprecher Schärli sagt.

«Leute gewöhnen sich schnell»

Ein ähnliches Projekt starteten die SBB bereits im Jahr 2013. Damals waren auch wechselnde Halteorte und Markierungen auf den Perrons für die Pendler vorgesehen. Die Lokführer liefen Sturm gegen das Projekt, ein Jahr später wurde es bereits wieder begraben.

Dieses Mal gibt es keine Opposition: Nichts spreche gegen das Projekt, sagt Hubert Giger, Präsident des Verbands Schweizer Lokomotivführer. Die Leute würden sich schnell an neue Halteorte gewöhnen. Für das Lokpersonal sei der Testversuch kein Problem, zumal das Verfahren bereits bekannt sei.

Ähnlich tönt es bei Pro Bahn. Wenn diese Massnahme wirke, sei es eine gute Idee, sagt Präsidentin Karin Blättler. «Interessant wäre es auch, wenn im elektronischen Fahrplan und auf der Anzeige am Perron vor der Zugseinfahrt bereits die Verteilung der Leute im Zug sichtbar gemacht werden könnte», sagt sie. «So könnten sich die Passagiere bereits vor der Einfahrt auf dem Perron verteilen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mm am 05.05.2017 05:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Tipp

    Rammbock an der Türe montieren, der erstmal alle Drängler aus dem Bereich boxt, wo die Leute aussteigen wollen. Eine Falltüre tut es im Zweifelsfall auch.

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  • Bruno am 05.05.2017 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Exgüsi

    Durchaus ein guter Ansatz. Das grössere Problem sind jene elitären Passagiere, die meinen einsteigen zu müssen, bevor die Aussteigenden draussen sind. Die lernen es nur durch regelmässiges Beinstellen.

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  • Lokführer am 05.05.2017 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Adventskalender

    Lieber mal allen Leuten beibringen, dass es mehr als EINE Türe pro Zug gibt...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Flavii Flaa am 05.05.2017 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie in Japan

    Am besten ein System wie in Japan.Da geht es ja auch als ich dort wahr dachte ich nur warum in der Schweiz nicht mit nummern an perron und wagen?

  • Vagin Analev am 05.05.2017 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dadurch entsteht

    Noch mehr Druck auf die Lokführer, welche mir Leid tun. Tauschen möchte ich durchaus nicht...

  • Daniel80 am 05.05.2017 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Finde ich gut. Wenn ich erste Klasse fahre will ich auch im ausgewiesenen Sektor einsteigen und nicht noch rumlaufen.

    • Pumpi am 06.05.2017 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel80

      Was nicht machbar ist, da die SBB verschiedenes Rollmaterial einsetzt.

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  • Tom-Tom am 05.05.2017 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie weit noch....

    .... für unsere Gesellschaft gibt wohl nur noch die " Gesetzgebung für jede öffentliche Bewegung " ... ich habe aber diesbezüglich eine Einstellung,die nach gesundem Menschenverstand aufgebaut...

    • Pumpi am 06.05.2017 08:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tom-Tom

      Genau, und jeden Tag stehen hunderte am falschen Ort auf den Perrons und drängen durch die Massen und der Zug muss einmal mehr länger stehen und die Verspätungen summieren sich.

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  • Chris am 05.05.2017 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Déjà vu

    Wird genau so funktionieren wie mit den Pfeilen im Bahnhof Bern..... Gar nicht.