Reaktion auf Preisvergleich

30. Juli 2017 16:12; Akt: 30.07.2017 21:24 Print

SBB gibt Antwort im Balkan-Slang

Ein Instagram-User kritisierte in Pseudo-Jugendsprache die Preise der SBB. Die Reaktion des Bahnbetreibers ist unerwartet und sorgt für einen Shitstorm.

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Die SBB ging auf diesen Beitrag von «Hajdgenoss» ein und antwortete in einer Pseudo-Jugendsprache. Das kam nicht bei allen gut an.

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Er nennt sich «Hajdgenoss» und hat über 200'000 Follower auf Instagram. Auch auf Facebook ist der User aktiv und erntet Tausende Likes mit frechen Sprüchen und Kommentaren. Jüngst ist in seiner Chronik ein Preisvergleich aufgetaucht. Darin stellt er den Preis eines Fluges von Zürich nach London dem einer Zugfahrt mit der SBB von Zürich nach Genf entgegen. Fazit des «Hajdgenossen»: Der Flug nach London ist mit 70 Franken wesentlich günstiger als die Zugfahrt nach Genf für 174 Franken. «Kolleg, chasch ja grad mitm Flugi uf London und vo London uf Genf. Isch günstiger», schreibt er in seinem Post.

Womit der «Hajdgenoss» wohl nicht gerechnet hat: Die SBB kontert seine Kritik und das noch in seiner Sprache: «Kolleg, dise Billett ims kostet emfall 89 Franken ohni ims Halbetax. Wenn ims krasse Sparbillett nimmsch, kostet wege niceigkeit her nur 53.40. Verstehe dise?»

Shitstorm und Rechtfertigung

Die Antwort löste einen Shitstorm auf den Social-Media-Kanälen des «Hajdgenossen» aus. «Isch das de verzwifleti Versuech cool z würke, wemer selber igseht, dass die eigene Priise absolut übertüüret sind?», so ein User. «So schlächt wenn so Bönzlis probieret Jugo-Slang nachemache. Frömdschämer hoch 1000», schreibt ein anderer. Auch der «Hajdgenosse» selbst doppelte nach: «SBB Zentrale so: Wie chömer guet bide Junge acho im Internet? Mir redet eifach wie ein Jugo und benutzet Ims.»

Doch gab es auch positive Rückmeldungen von jenen, die erkannt haben, dass der Preisvergleich nicht korrekt gewesen ist. Auch bei der SBB steht man hinter der Aktion. Mediensprecherin Franziska Frey sagt zur «NZZ» man habe bewusst in der Sprache kommuniziert, die auf dem Kanal verwendet wurde. Damit soll Nähe zu den Kunden und Followern generiert werden. Das scheint auch tatsächlich zu funktionieren: Innerhalb der letzten 24 Stunden hätte die SBB 200 Follower dazugewonnen, wie es im Bericht weiter heisst.

(kaf)