«Veruntreuung»

25. März 2018 11:01; Akt: 25.03.2018 11:01 Print

SBB verkauft Immobilien für 1,5 Milliarden Franken

Die SBB ist der zweitgrösste Grundbesitzer der Schweiz. Doch die Bahn stösst Land und Gebäude ab. Jacqueline Badran spricht von «Veruntreuung».

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Die SBB hat seit 2007 Land und Immobilien im Wert von über 1,5 Milliarden Franken verkauft. Alleine im letzten Jahr stiess die SBB Immobilien im Wert von knapp 204 Millionen Franken ab, berichtet der «Sonntagsblick». Die Verkäufe hätten dazu beigetragen, die Jahresergebnisse zu verbessern – und vielleicht sogar dazu beitragen können, Bonus-relevante Ziele zu erreichen, so die Zeitung.

Die SP-Nationalrätin Jacqueline Badran spricht von «Veruntreuung von Volksvermögen». Es störe sie, dass viele Immobilien an kommerzielle Privatanleger verkauft würden. Mit der Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» fordert die Politikerin zusammen mit Mitstreitern unter anderem, dass Kantone und Gemeinden in Zukunft ein Vorkaufsrecht haben, wenn die SBB oder andere bundesnahe Betriebe wie die Post Grundstücke verkaufen wollen.

Eigenen Hauptsitz verkauft

Die SBB hält die Initiative für die falsche Lösung, wie Sprecher Daniele Pallecchi dem «Sonntagsblick» sagt. Die SBB stellt sich auf den Standpunkt, dass mit den Erträgen aus dem Verkauf der Unterhalt der Bahninfrastruktur finanziert werde und die Pensionskasse finanziert worden sei. Wie viele Immobilien an private Besitzer übergingen, teilt die SBB nicht mit.

Zu den in den letzten Jahren veräusserten Immobilien gehört auch der SBB-Hauptsitz in Bern-Wankdorf. Ende 2014 verkaufte die Bahn das Gebäude für wohl über 200 Millionen Franken an die Pensimo Management AG und mietet sich seit dann ein, wie die «Berner Zeitung» berichtete. Gleich ging die Bahn auch in Zürich-Altstetten vor, wo sie ihre Überbauung «Westlink Plaza» Ende 2015 an die Basler Versicherungen verkaufte und seit dann Büros mietet.

Dieses Verfahren werde «Sale and Rent Back» genannt und vermeide eine langfristige Bindung von Kapital, teilte die SBB damals mit. Mittelfristig wolle die SBB aber mehr Areale selbst entwickeln und weniger Grundbesitz veräussern, sagt SBB-Sprecher Pallecchi dem «Sonntagsblick». Nichtsdestotrotz schreibe die Bahn im Internet, dass sie mittelfristig Areale für etwa 1,6 Milliarden Franken auf den Markt bringen wolle.

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lexy am 25.03.2018 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte verklage

    Schon der Lohn des Chefs ist Diebstahl am Volk.

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  • Leon am 25.03.2018 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Verkaufen und dann mieten?

    Ja wenn die SBB Gebäude verkauft um dann garantiert teurer zu mieten, handelt es sich um staatliche Steuergeldverschwendung.

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  • A.v.E am 25.03.2018 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Dafuq

    Die SBB sollte als Bahnunternehmen keine Immobilien besitzen, welche sie nicht für den Bahnbetrieb braucht! Sollte der Bund solche Projekte durchführen wollen, sollte es dafür eine eigene Firma geben. Die SBB soll sich auf Ihr eigenes Geschäft fokussieren, dafür bezahlen wir Steuerzahler ja auch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 25.03.2018 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absurd

    Unabhängig vom Fall ist es an Absurdität nicht zu überbieten, dass genau diejenige politische Gesinnung, welche nicht genug Leute ins Land lassen kann, mehr bezahlbaren Wohnraum fordert. Nimmt mich wunder, wann deren Wähler endlich aufwachen. Nicht zuletzt wegen den nachfolgenden Generationen. Wir sind nämlich gerade daran, die ersten Banlieus zu schaffen. Toll.

  • Robert am 25.03.2018 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB von DB lernen !

    Kürzlich war ich am Freitag nachmittag im Zug IC Basel - Berlin Ostbahnhof. Nach Mannheim dann die Info vom Zugchef: Unser Zug ist in der 2. Klasse total überfüllt. Ab sofort wird die 1.Kl. auch für Reisende mit Billett 2.Kl. freigegeben. Nehmen sie bitte aufeinander Rücksicht, geben sie älteren Personen, Kindern Sitzplätze frei.- Super Sache, der DB, sofort wirksam! Bei SBB eher zögerlich, träge, kompliziert, 1 Wagen umklassieren, oder Fr. 5 Aufpreis oder so. SBB: Weniger WC, weniger Kundendienst gibt mehr Bonus, für bonusorientierten Meyer.- SBB könnte von DB Service lernen, verbessern!

  • CH am 25.03.2018 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das eigentlich?

    Die SBB sollte sich wieder um ihr Kerngeschäft kümmern. Aber eben, wie auch die "PTT" und SRF, haben sie dieses wohl aus den Augen verloren....

    • Bachib am 25.03.2018 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @CH

      Sie haben es erfasst. Das Problem ist das Genau diese Unternehmen für Ihr Kerngeschäft Subventionen erhalten weil es im Dienst der Öffentlichkeit ist. Jedoch ist nicht definiert für was diese Subventionen den Eingesetzt werden dürfen. Das Problem ist die Politik und nicht die Unternehmen selber. Würden sie etwa nein sagen, wen sie Geld erhalten für etwas was sie sowieso tun? Und dann noch ohne zu definieren für was sie das Geld verwenden müssen? Dort müsste man ansetzen. Den das Unternehmen selber handelt als unabhängiges Unternehmen das auch noch staatlich subventioniert wird..

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  • Nikki am 25.03.2018 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    oh je

    Der Staat stützt von eine Kriese in die andere....

  • Im Zuge am 25.03.2018 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kerngeschäft?

    Kann mir mal einer erklären, weshalb diese Boni-Ritter wie Meyer auf staatliche Unternehmen losgelassen werden? Sie optimieren das Unternehmen zugunsten ihrer Boni und der BR schaut zu und applaudiert! Wenn die Angestellten mit älteren Jahrgängen frühpensioniert werden anstatt sie in der Wertschöpfung drin zu lassen, ist es klar, dass dann auch die PK saniert werden muss....dies wiederum mit dem erwähnten Verscherbeln des Tafelsilbers. Das ist SchildbürgerMgmt at its best! Und anstatt sich um das Kerngeschäft zu kümmern (SBB ist noch ein Schatten der Qualität von vor 15/20 Jahren).....