Existenzminimum

03. Januar 2014 12:04; Akt: 03.01.2014 12:28 Print

SKOS verteidigt Sozialhilfe-Beiträge

Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe, SKOS, hielt heute in Bern eine Medienkonferenz. Die Leitung verteidigt das soziale Existenzminimum.

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Walter Schmid, Präsident, und Dorothee Guggisberg, Geschaeftsfuehrerin der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe SKOS, an der Medienkonferenz in Bern.

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Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) steht unter Druck, nachdem letztes Jahr einige Gemeinden aus der Organisation ausgetreten sind. Vor den Medien in Bern hat die SKOS-Leitung am Freitag auf die gesellschaftliche Bedeutung des sozialen Existenzminimums hingewiesen.

SKOS-Geschäftsführerin Dorothee Guggisberg sprach von einem «letzten Rettungsnetz» für jene, die alle Möglichkeiten zur Behebung einer Notlage ausgeschöpft hätten. Dieses soll nicht nur das physische Überleben sichern, sondern auch eine minimale Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

Existenzminimum enthält Grundbedarf

Das von der SKOS empfohlene Existenzminimum enthält deshalb neben dem Grundbedarf für den Lebensunterhalt auch situationsbedingte Leistungen, die sich aus der besonderen Situation eines Haushalts ergeben. Guggisberg wies darauf hin, dass sich dessen Höhe nicht zuletzt am Wohlstandsniveau der Bevölkerung orientiert.

Für den abtretenden SKOS-Präsidenten Walter Schmid handelt es sich dabei um eine Kernfrage der Sozialhilfe. Mit dem Existenzminimum sei immer die Fragen verbunden, was ein Mensch in unserer Gesellschaft zum Leben brauche, aber auch, wie die Gesellschaft mit den Armen umgehe.

Heute orientiert sich das soziale Existenzminimum am den einkommensschwächsten 10 Prozent der Haushalte. Ihnen würden die Bedürfnisse der Sozialhilfebezüger gleichgestellt, sagte Schmid.

Private Initiative statt Gesetz

Mangels einer nationalen Gesetzgebung gibt die als privatrechtlicher Verein organisierte SKOS Empfehlungen für die Berechnung der Höhe von Sozialhilfeleistungen ab. Ihre Richtlinien garantieren damit nicht zuletzt die rechtsgleiche Behandlung von Personen, die Sozialhilfe beziehen.

Die SKOS steht jedoch unter Druck, nachdem sich einige Gemeinden nach einem umstrittenen Bundesgerichtsurteil vom Verein distanziert haben. Die Richter in Lausanne hatten die Aargauer Gemeinde Berikon zurückgepfiffen, die einem unkooperativen 22-Jährigen die Sozialhilfe streichen wollte.

Nach Angaben der SKOS beziehen heute rund 235'000 Personen Sozialhilfe. Ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche. Ein weiteres Drittel ist zwar erwerbstätig, verdient aber nicht genug, um die Lebenskosten zu decken.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 03.01.2014 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    und die Gerichte rechnen für die Geschiede Männer/Väter noch weniger für Existenzminimum als das Sozialamt!!! Ein Sozialempfänger der nicht arbeitet hat also mehr Geld, als ein Vater dem die Kinder weggenommen worden sind und arbeitet!!! Warum arbeite ich noch.......????

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  • betroffener am 03.01.2014 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wahr wahr wahr

    Schon komisch da hat es CH die Jahrelang einbezahlt haben (Ahv/Iv/PK/usw.)und dann im Notfall nicht mal das Existenzminimum erhalten!!!! und dann kommen Personen die nie einbezahlt haben und bekommen alles bezahlt!!!!Verkehrte Welt!!!

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  • Myke am 03.01.2014 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Leute

    Bitte den letzten Satz des Artikels gut im Kopf behalten. Darum geht es beim Thema Mindestlohn. Wer arbeitet sollte nicht auf Unterstützung angewiesen sein. Und dass Sozialhilfe "eine minimale Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht" ist politisch-rethorischer Unsinn.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hexe am 03.01.2014 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    nicht nur Schmarotzer

    Komisch, wie viele Leute hier einen Arbeitsvertrag haben der nicht kündbar ist und wie viele einen Garantieschein für 100 Jahre beste Gesundheit haben. Ich beneide keinen der Sozialhilfe beziehen muss. Besser nur die Beiträge bezahlen und mir geht es gut, als auf ein Sozialamt gehen zu müssen und sich wie Abschaum behandeln lassen müssen. Die Schreiber die glauben das es Spass macht sollten vielleicht mal selber in den Dreck schlagen, dann sehen sie wie es ist. Mir tun diese Menschen leid. Ich hatte noch nie Sozialhilfe und hoffe, dass es so bleibt.

  • Luminoso am 03.01.2014 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    Verzehrte Wahrnehmung...

    Nun - ich möchte diejenigen von euch sehen, die z.B. mit CHF 980.-- Grundbedarf (Single-Haushalt, excl. Wohnung und K-Kasse) klarkommen und davon Nahrungsmittel, Kleidung, Schuhe, Kosmetik, Telefon/Internet, Strom, ÖV etc, finanzieren müssen - und damit noch am öffentlichen Leben teilnehmen können? Ich wünsche niemanden, mal in eine solche Situation zu geraten - medial werden immer Einzelfälle von Sozialbetrug hochgepusht, hat aber mit der absoluten Mehrheit der Sozialhilfe-Empfänger nichts, aber auch gar nichts, zu tun!

    • Christoph Grossmann am 04.01.2014 08:34 Report Diesen Beitrag melden

      Verschobene Relationen

      Ein Single Haushalt ist bereits Luxus.

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  • Coldasice am 03.01.2014 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Neid auf Arme (Swiss Phenomenon)

    die meisten hier wünschen sich dass es den Armen in der Schweiz schlechter gehe.Wow ihr könnt richtig stolz auf euch sein, übrigens falls ihr das nicht von euren Eltern oder Freunden oder wo oder wer auch immer gelernt habt, normale halbwegs anständige Menschen wollen den Armen helfen und sind nicht neidisch auf sie.Das nennt man Nächstenliebe, könnt es ja mal googeln.

  • Hansueli am 03.01.2014 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Schmarotzer überall

    Sozialhilfe schön und gut wer's wirklich braucht. Leider gibt es vielzuviele die das schlecht überwachte System ausnutzen! Zb. meine Nachbarin hat Kinder. Arbeitet Schwarz 100%. Auto über einen bekannten registriert usw. Bekommt daher alles bezahlt. +teure Wohnung kt.ZG. Hat im Endeffekt viel mehr übrig als ich 4Schichtarbeiter und ist trotzdem nicht zufrieden! Was bringt es also ehrlich zu sein?

    • ehrlicher am 04.01.2014 10:13 Report Diesen Beitrag melden

      Ehrlichkeit

      ja mit der Ehrlichkeit hast Du recht. mein Vater hat uns oft gesagt Kinder seit ehrlich aber Ihr werdet Haus und Heim verlieren. Und er hat recht gehabt das war 1970

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  • Näbelliiri am 03.01.2014 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Die Mundtoten beschneiden - Geniestreich

    Wieder werden nur die Symptome bekämpft. Anstatt dem Teil, der Sozialhilfebezügern, welche nach einer Selbstmitleid-Phase endlich erwacht, willig und durchaus zur Arbeit bereit sind, zeitlich festgelegt mehr Unterstützung zur Verfügung zu stellen. So dass deren Möglichkeiten erweitert werden und sich die Ärmsten von ihrem untersten Milieu; in dem sie kaum noch Platz haben um zu einem Sprung auszuholen; zumindest das darüber liegende Milieu erreichen können; gibt man den Sozialbezügern viel öfter grad genug um am Leben zu bleiben und das über Jahrzehnte hinweg!