Anita Fetz

25. Juni 2015 15:34; Akt: 25.06.2015 15:53 Print

SP-Frau will Telefonterror auf dem Handy stoppen

von J. Büchi - Werbeanrufe aufs Handy nehmen stark zu, doch den Behörden sind die Hände gebunden. SP-Ständerätin Anita Fetz fordert nun ein striktes Verbot.

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Anita Fetz (SP/BS) will gegen lästige Werbeanrufe vorgehen. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Die Zeiten, als sich unerwünschte Werbeanrufe auf das Festnetz beschränkten, sind vorbei. Seit einigen Monaten wählen Callcenter immer öfter Handynummern – selbst, wenn diese weder im Telefonbuch noch in einem anderen öffentlichen Verzeichnis stehen. Guido Sutter, Leiter Recht beim Staatssekretariat für Wirtschaft, bestätigt, die entsprechenden Beschwerden hätten seit Anfang Jahr stark zugenommen.

Das Problem: Die Behörden sind machtlos gegen diese Art von Telefonterror. Gesetzlich verboten sind lediglich Werbeanrufe auf Nummern mit Sterneintrag im Telefonbuch. «Wenn ein Callcenter auf ein Handy anruft, dessen Nummer nirgends registriert ist, können wir nicht gegen die fraglichen Anbieter vorgehen», so Sutter. Diesbezüglich bestehe eine Gesetzeslücke.

Komplettes Verbot gefordert

SP-Ständerätin Anita Fetz will das ändern. In einer Motion fordert sie den Bundesrat dazu auf, jegliche Werbeanrufe auf Mobiltelefone «unter Strafandrohung» zu verbieten – ob die Nummern nun im Telefonbuch stehen oder nicht. «In meinem Umfeld haben sich immer mehr Personen über nervige Werbeanrufe aufs Mobiltelefon beklagt», so die Baslerin auf Anfrage. In den Medien habe sie schliesslich erfahren, dass der Telefonterror auf dem Handy System hat.

Dies bestätigt auch André Bähler von der Stiftung für Konsumentenschutz. «Oft kommen die Callcenter an die – nicht publiken – Handynummern, indem ein Computer per Zufallsprinzip Nummern wählt und so überprüft, ob die Nummer tatsächlich in Betrieb ist.» Der eigentliche Werbeanruf erfolge dann später. Laut Bähler haben die entsprechenden Meldungen auch beim Konsumentenschutz «spürbar» zugenommen. «Wir würden ein Verbot deshalb unterstützen.»

«Schwarze Schafe»

Der Schweizer Callcenter-Verband CallNet distanziert sich auf Anfrage von der Masche. Sprecher Raphael Raetzo verweist auf den Ehrenkodex der Branche, der es Mitgliedern verbiete, wahllos auf Handynummern anzurufen. «Es ist uns jedoch bekannt, dass es schwarze Schafe gibt.» Oft handle es sich um ausländische Callcenter, die von Marokko, Deutschland oder Österreich aus operieren würden. Sie versuchten beispielsweise, Krankenkassentermine zu vereinbaren oder Euro-Millions-Lose zu verkaufen.

Den betroffenen Kunden rät Raetzo, die Nummern aufdringlicher Anrufer zu blockieren. Wegen dieser Einzelfälle ein absolutes Verbot für Werbeanrufe auf Handys zu erlassen, sei unverhältnismässig. Bei ausländischen Firmen könne ein Verbot vermutlich ohnehin wenig ausrichten. «Dafür wäre ein komplettes Verbot ein Nachteil für all jene Callcenter, die sich an die Regeln halten.» Anrufe auf Handynummern, die ohne Sterneintrag im Telefonbuch stehen, müssten erlaubt bleiben.

Fetz sieht das anders. Eine Ausnahme sieht sie in ihrem Vorstoss lediglich für Handy-Besitzer vor, «die gern Werbeanrufe erhalten» und sich aktiv in einer «Pro-Werbe-Liste» eintragen lassen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Burkhalter am 25.06.2015 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Vorschlag

    Für einmal ein sehr guter Vorschlag von unserer SP.

  • C.D. am 25.06.2015 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    genervter handy besitzer

    Ehrenkodex, dass ich nicht Lache. Ich sperre wöchtentlich 1-2 Nummern. Bringt einfach nicht viel da die CallCenter so viele verschiedene Nummern haben.

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  • Ruedi Camenzind am 25.06.2015 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmenfang

    Die gute Frau hat gemerkt das sie dringend Stimmen braucht! Gratuliere Ihnen Frau Fetz werde sie aber trotzdem nicht wählen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.Gerber am 29.06.2015 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Versprechen

    Vor den Wahlen wird den Bürgern das Blaue vom Himmel versprochen !!!! Danach LMA

  • Dr. Phlox am 28.06.2015 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    099

    Alle Callcenter in der Schweiz müssen zwingend 099 als Vorwahl verwenden. Einmal 099 geblockt und von 99% von denen Ruhe ist

  • Telephant am 28.06.2015 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Funktioniert

    Seit ich so angefangen habe, habe viel weniger Anrufe. So funktioniert es: Hörer abnehmen, zuhören und dem Anrufer ganz anständig sagen dass dieser Anruf aufgenommen wird. Danach frage ich dem Anrufer woher dass sie meine Nummer haben und sage dass ich keine Anrufe mehr will. Bei wiederholtem Anrufen droht eine Anzeige. Ob ihrs glaubt oder nicht, ES FUNKTIONIERT!

  • Geri Theberi am 26.06.2015 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neues Gesetz ist unnötig und kostet nur Geld

    Es ist ganz einfach diesen Leuten das Handwerk zu legen Dazu braucht es keine neuen gesetze. 1. Mit einem Smartphone lässt siche jede beliebige Nummer sperren. Ebenfalls mit den neuen Angeboten der Festnetzbetreiber Blockieren und Schluss mit lustig 2. spielen sie mit den Leuten die ihnen Anrufen. Die rufen ja meist beim Nachtessen an. Da laesst sich einiges anstellen. Das ist besser als jede Comedy in TV. Sie werden garantiert gestrichen von der prospect liste der Callcenter. Die wollen ja Abschluesse.

  • Arabell Berger am 26.06.2015 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Telefon Terror

    Ich wohne in Norwegen, da kann man sich gegen solche Anrufe reservieren, auf dem Festtelefon sowie auf dem Mobil und es klappt auch.