Retourkutsche

04. Oktober 2017 20:12; Akt: 04.10.2017 20:12 Print

SVP-Banker rät Funiciello, heim nach Italien zu gehen

Nach der Störaktion der Juso bei Martullo-Blocher schlägt SVP-Nationalrat Thomas Matter zurück. Funiciello spricht von Rassismus.

Die Jungsozialisten belagerten das Haus von Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher. (Video: 20 Minuten/bz)
Zum Thema
Fehler gesehen?

In den sozialen Netzwerken sorgt der Protest der Jungsozialisten vor dem Haus von Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher für geharnischte Reaktionen. Zum Beispiel fragt SVP-Nationalrätin Natalie Rickli auf Twitter: «Wie wäre es mit arbeiten, liebe Juso-Mitglieder?» Mit der Aktion wollte die Jungpartei auf ihre neue Initiative aufmerksam machen, die Kapitalerträge massiv besteuern will.

Zum Zweihänder greift auch Unternehmer und SVP-Nationalrat Thomas Matter in einem Facebook-Post: «Nun soll es gemäss Juso also nicht mehr erlaubt sein, als Unternehmer erfolgreich tätig zu sein. Denn Erfolg heisst nunmal, Geld zu verdienen», schreibt der 51-Jährige. Und weiter: «Ich schlage Frau Funiciello vor, in ihr Heimatland zurückzukehren und ihre Ideologie dort auszuleben – wenn es denn in Italien überhaupt noch Geld gibt, das man umverteilen kann.» Der Schweiz gehe es besser ohne die abstrusen Ideen der Juso.

«Das ist rassistisch»

Entsetzt ist Juso-Präsidentin Funiciello: «Mit seinem Vermögen von geschätzten 175 Millionen Franken gehört er zu den 300 reichsten Schweizer. Er fühlt sich durch unsere Initiative bedroht.» Funiciello, deren Vater aus Italien stammt und die einen Teil ihrer Kindheit in Italien verbracht hat, sagt: «Es ist rassistisch, wenn er auf meine Herkunft abzielt, nur weil ich von meinen demokratischen Rechten Gebrauch mache.»

Die Aussage sei eines Nationalrats, der als Unternehmer eine Stütze der Gesellschaft sein soll, «unwürdig».

«Die besten Milchkühe tot melken»

Matter weist die Vorwürfe zurück. «Rassistisch ist meine Aussage nicht – Italiener sind ja keine Rasse, sondern höchstens eine Nation. Aber in Italien zeigen sich die Auswirkungen sozialistischer und gewerkschaftlicher Politik drastisch.»

Ziel der Juso-Initiative sei es, die besten Milchkühe zu melken, bis sie tot seien und keine Milch mehr gäben. «Ich bin dafür, dass man diese Kühe pflegt.» Schon heute sei die Schweiz für unternehmerisch tätige Privatpersonen alles andere als ein Steuerparadies. Die zehn Prozent mit den höchsten Einkommen sorgten für über 80 Prozent der Erträge der direkten Bundessteuer.

Optimistische Rechnung der Juso

Die Initiative der Juso sieht vor, dass Kapitaleinkommen zu 150 Prozent steuerbar werden. Die Jungpartei erhofft sich davon Mehrheinnahmen von über 9 Milliarden Franken. Laut einer ersten Einschätzung der eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) ist die Rechnung allerdings mit Vorsicht zu geniessen. Beispielsweise unterstellen die Juso eine Rendite von 5 Prozent auf dem Vermögen, um das Kapitaleinkommen zu berechnen.

Laut der Steuerverwaltung wäre für das geltende Recht aber «wohl eine Rendite von 2 bis 3 Prozent realistisch». Somit sind auch die neuen Steuereinnahmen aus den Kapitaleinkommen zu hoch veranschlagt – allfällige Wegzüge von Steuerpfichtigen ins Ausland nicht berücksichtigt.

(daw)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 04.10.2017 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    Seltsame Auffassung

    Den privaten Grund eines Anderen besetzen, hat nichts mit demokratischen Rechten zu tun.

    einklappen einklappen
  • dani am 04.10.2017 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiten

    Mir gefällt der Spruch "mit mal arbeiten", vermute aber sie müsste als Selbständige gehen, denn anstellen wird sie niemand. Naja, vielleicht der Bund.

    einklappen einklappen
  • Laura am 04.10.2017 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Genau mein Gedanke Herr Matter! Bravo!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Armin am 05.10.2017 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ich wäre für eine Demo Steuer!

    wer an unbewilligten und belästigenden Demos teilnimmt sollte jeweils für 5 Jahre den doppelten Steuersatz entrichten müssen. Natürlich progressiv, d.h. wer an 2 Demos mitmacht zahlt 4-fach etc.

  • H. Donzé am 05.10.2017 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    10% = 80% der Steuereinnahmen!?

    Herr Matter, Sie mögen vielleicht recht haben mir Ihrer Aussage, dass 10% der Reichsten in der Schweiz 80% der direkten Bundessteuer berappen. Warum ist das so? Weil die Reichen, wie Sie wahrscheinlich einer sind, sich auf dem Buckel der Arbeitnehmer/Innen immer mehr bereichern in dem Sie die Löhne drücken um den Gewinn zu maximieren! Ich würde Ihnen gerne etwas von dieser 80%-tigen Last abnehmen, ist leider mit meinem bescheidenen Lohn bei 100%-tiger Arbeit nicht gut möglich! Das ist ja das Problem, genau Ihr Arbeitgeber, Wirtschaftskapitäne, habt den Mittelstand kaputt rationalisiert!

  • Mary J am 05.10.2017 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    viele Gehässigkeiten hier!

    Warum müssen eigentlich die bürgerlichen immer mit fehlendem Anstand kommentieren? Und ja, jene die es betrifft schreien am lautesten!!! Dabei zielt die Initiative auf genau 1 % der Reichsten der Schweiz ab! Matter soll also ruhig sein, es wird ihn nicht mal tangieren!! Und noch was, Frau Martullo hat geerbt und übernommen! Das Geld hat sie nicht selbst erwirtschaftet! Anscheinend haben wir hier sehr viele Leute die glauben zu den 1 % zu gehören! Die 1 % sind übrigens nicht KMU und der Grossteil der Arbeitgeber! Denkt also nach, übrigens Frau Funiciello hat einen Job als Sekretärin!

  • der seher am 05.10.2017 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Umverteilung

    Ein grosser Teil des Vermögen dieser Reichen ist nicht flüssig, sondern steckt in Land, Gebäuden, Mobilien, Entwicklungsabteilungen, Firmen, Patenten, usw. Vielleicht bekäme jemand beim Verteilen Fr. 1000.- und eine Drehbank. Dann müsste er auch noch arbeiten.

  • Marco Piuma am 05.10.2017 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Sozialismus macht alle arm (siehe Russland, Nordkorea, etc.). Ich denke der Grossteil der Bevölkerung in der Schweiz ist zufrieden mit der Situation wie sie jetzt ist, denn wir alle leben im Vergleich zu anderen Nationen sehr gut. Es ist eine Utopie zu denken, dass jeder gleich viel hat. Man kann 10 Personen je 1. Mio. Franken schenken. Nach zehn Jahren haben 9 Personen keinen Franken mehr und die 1. Person 10 Millionen weil sie eine Idee hatte und diese Idee gut verkaufte. Was soll daran schlecht sein? Was kann die 1. Person dafür, dass 9 andere nichts mehr haben? Nichts.