«Er nützt uns hier mehr»

26. Oktober 2016 12:45; Akt: 26.10.2016 12:45 Print

SVP-Reimann unterstützt ausgeschafften Rapper

Rapper Besko beging zahlreiche Straftaten und wurde deshalb ausgeschafft. Nun sieht ausgerechnet SVP-Politiker Lukas Reimann in ihm einen «Härtefall».

Dieses Interview gab Rapper Besko 20 Minuten kurz nach seiner Ausschaffung.
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Vor zwei Wochen wurde der straffällig gewordene Rapper Besko in sein Herkunftsland Kosovo ausgeschafft. Wegen Delikten wie Nötigung, Diebstahl und bewaffneten Raubüberfalls landete er nicht nur fünf Jahre hinter Schweizer Gittern, sondern verlor auch seine Aufenthaltsbewilligung. Den Fall zog er bis vor Bundesgericht – erfolglos. Nun deckt die «Rundschau» auf, dass der SVP-Politiker Reimann Besko unterstützt.

Umfrage
Wurde Rapper Besko zu Recht ausgeschafft?
13 %
42 %
5 %
37 %
3 %
Insgesamt 24018 Teilnehmer

Reimann kritisiert, dass Besko die Schweiz verlassen musste.«Es ist eine verpasste Chance.» Der ausgeschaffte Rapper hätte junge Migranten positiv beeinfussen können. «Man muss abwägen: Er nützt uns hier mehr als im Kosovo.» Reimann interveniert sogar schriftlich beim Chef des Staatssekretariat für Migration, Mario Gattiker. Zwar sei er immer noch für eine strenge Haltung bei der Ausschaffung von kriminellen Ausländern. «Aber was, wenn nicht das, ist ein Härtefall?»

Rapper Besko - Konzert in Zürich statt Ausschaffung

Teure Resozialisierung

Besko, mit bürgerlichem Namen Besijan Kacorraj, begann im Gefängnis zu rappen, bereute seine Taten, sprach in Workshops mit Jugendlichen über seinen Weg. «Es ist sehr selten, dass sich jemand so entwickelt», sagt Psychiater und Gutachter Ramon Vettiger.

Besko absolvierte Therapien und schloss eine Lehre ab. Er wurde Vater und hat sich seit seiner Verurteilung nichts mehr zuschulden kommen lassen. «Es macht doch keinen Sinn, so viel Geld für die Resozialisierung auszugeben, wenn man jemanden nachher ausschafft», findet Vettiger.

Besko plant Rekurs gegen Einreisesperre

Der Neuanfang im Kosovo ist für Besko nicht einfach. «Es ist wie ein Alptraum, die Gefühle spielen verrückt», erzählt er. Er wohnt in einem Hotel in Peja im Norden Kosovos, sucht einen Job und eine Wohnung in der Hauptstadt Prishtina. Zudem plant er, gegen die Schengen-Einreisesperre von fünf Jahren einen Rekurs einzulegen. «Ich bin nicht böse auf die Schweiz, im Gegenteil, ich bin dankbar, was ich in diesen 31 Jahren erleben durfte.»

Heute um 20:55 Uhr äussert sich SVP-Nationalrat Lukas Reimann ausführlich in der «Rundschau» über sein Engagement, das der Linie seiner Partei widerspricht.

(the)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • murrli am 26.10.2016 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    opportunistisch

    Sorry, lieber Herr Reimann, es geht nicht darum, wo er uns mehr nützt, sondern um die Anwendung der bestehenden Gesetze. Gerade die SVP müsste dies genaustens wissen.

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  • Matej am 26.10.2016 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdiger Reimann

    Da frage ich mich ob Reimann noch glaubwürdig ist? Vorallem genau ER?! Das Besko nicht mehr in der Schweiz ist, ist absolut nur seine Schuld! Er hatte mehrere Chancen, jedoch keine genutzt. So schade wie es vielleicht auch ist, gerechtfertig ist die Ausschaffung allemal.

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  • Mirco am 26.10.2016 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dankbarkeit der Schweiz gegenüber

    Find ich super! Genau das schreckt nämlich die "kriminellen Ausländer" ab. Dies sollte eine Nachricht an alle undankbaren Ausländer in der Schweiz sein(gibt es leider immer noch genug): Seit der Schweiz dankbar das ihr hier seid, ihr seht wie schwer es für ihn in "seiner Heimat" ist!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 31 am 27.10.2016 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter kämpfen

    Kämpfen lohnt sich!

  • Bruno Zürcher am 27.10.2016 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .... der will nur spielen..

    Würde mich wundern, wenn die Menschen die zu seinen Opfer wurden, das auch so sehen. Wäre interessiert deren Meinung zu seiner "Unschuld" lesen.

  • Lorry am 27.10.2016 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krimineller Secundo

    Besko's Realität hat nichts mit der tatsächlichen zu tun. Als Krimineller erfüllt er ALLE Kriterien, die eine Ausschaffung verlangen. Es ist absolut richtig, dass solche Mitmenschen nicht unter uns leben dürfen. Dass solche Grössen zum Vorbild einiger Jugendlichen werden, ist unvermeidlich und gefährlich.

  • Ricky85 am 27.10.2016 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausschaffung korrekt

    In diesem Fall sind 2 Punkte von grosser Wichtigkeit. 1). Grundregel verletzt: Wer in der CH Regeln und Gesetze nicht einhält, sich nicht integriert und dem Staat nur Kosten verursacht, sollte wie in diesem Fall die Ausschaffung veranlasst werden! Es gibt sehr sehr viele Ausländer welche diese Grundregel anstandslos befolgen, die wir so auch gerne integrieren wollen. 2). Reputation CH: sollte hier nun ein Rückgang erfolgen und Besko wieder zurückkommen, würde die CH enorm an Glaubhaftigkeit verlieren! Mit fatalen Folgen, denn wer würde unsere Gesetze so noch befolgen wollen??

    • Narnia am 27.10.2016 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ricky85

      Sehe das genau so! Zudem er nennt sich Künstler& findet, dass er viel geleistet hat. Das haben die Meisten hier, ohne dass sie straffällig geworden sind. Mag jetzt hart klingen, aber er soll zuerst die Kosten rückerstatten, welche er verursacht hat& dann mal über viel geleistet& nicht gekostet, nach denken.

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  • gloria derungs am 27.10.2016 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was soll das theater?

    bei einer ausschaffung geht es doch nie darum, ob der verbrecher seine straftaten bereut oder nicht. das geschieht meistens beim prozess im gerichtssaal. das tun die verbrecher auf anraten des verteidigers, damit der schuldspruch etwas milder ausfällt. das allein ist schon falsch und verhöhnt die opfer. mich nervt es einfach, dass ein verbrecher so eine publicity bekommt. soll das bei jedem ausgeschafften so kommen?er ist weg und mögen ihm noch viele folgen. jeder, der zu zwei jahren oder mehr verurteilt wurde, muss ausgeschafft werden.keine diskussion. es gibt keine härtefälle bei verbrechern