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Fehler im Ständerat
05. Dezember 2012 13:38; Akt: 05.12.2012 16:18 Print
Schlangenleder-Verbot wäre durchgekommen
Peinlicher Fehler im Ständerat: Offenbar wurde die Abstimmung zum Importverbot von Reptilienhäuten falsch ausgezählt. Nun muss die Kleine Kammer über eine Wiederholung der Abstimmung entscheiden.
18:18 lautete das offizielle Resultat der Abstimmung vom Dienstag über die Einfuhr der trendigen Reptilienhäute. Ständeratspräsident Filippo Lombardi
Filippo
Lombardi
CVP, TI
StänderatVerbunden mit
Mediapulse Stiftung, Bern
weitere Verbindungen anzeigen durfte angesichts des Patts den Stichentscheid fällen – und wischte das Importverbot vom Tisch. Die Unterstützer der Motion aus der Feder der Grünen Franziska Teuscher
Franziska
Teuscher
GPS, BE
NationalratVerbunden mit
Schweizerische Verkehrs-Stiftung des Verkehrsclub der Schweiz
weitere Verbindungen anzeigen, die im Nationalrat eine Mehrheit gefunden hatte, guckten in die Röhre.
Doch die Stimmenzähler haben offenbar falsch gezählt, wie Petar Marjanovic von der Firma Politnetz entdeckt hat. Er zeichnet die Abstimmungen im Ständerat auf und wertet sie aus. Wie «NZZ Online» mit Berufung auf Politnetz berichtet, haben tatsächlich 19 Ständeräte für das Importverbot gestimmt und nur 17 dagegen. Die beiden Ständeräte Thomas Minder
Thomas
Minder
-, SH
StänderatVerbunden mit
Dianam SA, Neuhausen
weitere Verbindungen anzeigen (parteilos) und Roberto Zanetti
Roberto
Zanetti
SP, SO
StänderatVerbunden mit
FC Gerlafingen, Gerlafingen
weitere Verbindungen anzeigen (SP) kommen nach Sichtung der Aufnahme ebenfalls zum Schluss, dass es zu einer Falschauszählung kam.
Büro prüft Wiederholung der Abstimmung
Die Chancen stehen gut, dass diese Entdeckung dem Importverbot doch noch zum Durchbruch verhilft. Wie Stimmenzähler und FDP-Ständerat Pankraz Freitag
Pankraz
Freitag
FDP-Liberale, GL
StänderatVerbunden mit
Nagra, Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle, Wettingen
weitere Verbindungen anzeigen auf Anfrage sagt, wird das Ständeratsbüro in den nächsten Tagen über eine Wiederholung der Abstimmung beraten. Freitag betont aber, dass es auf den Videos nicht immer einfach sei zu erkennen, wer nun die Hand oben hat und wer nicht.
Doch auch wenn sich das Büro gegen eine Wiederholung entscheidet, kann ein Ständerat eine solche immer noch mit einem Antrag verlangen. SP-Frau Anita Fetz
Anita
Fetz
SP, BS
StänderatVerbunden mit
Schweizerische Greina-Stiftung (SGS) zur Erhaltung der alpinen Fliessgewässern, Zürich
weitere Verbindungen anzeigen als Befürworterin des Importverbots bestätigt gegenüber 20 Minuten Online, dass sie – falls das Ratsbüro nicht aktiv wird – einen Antrag einreichen wird. Danach würde die Kleine Kammer über eine Wiederholung abstimmen müssen. Sagt diese Ja und das Import-Verbot kommt nochmals vor den Rat, will Ständerat Minder verlangen, dass seine Kollegen mit Namen abstimmen müssen. «Das Volk hat nun umso mehr ein Recht zu erfahren, wer sich gegen einen Schutz dieser armen Tiere stellt.»
Nicht zum ersten Mal
Bereits im März gab es im Ständerat einen Auszählungsfehler, der nur durch Zufall entdeckt wurde. Bei einer Abstimmung über einen Asylvorstoss der SVP lautete das offizielle Ergebnis 22:22, obwohl nur 43 Ständeräte im Saal anwesend waren und der Präsident nicht mitstimmt. Das Büro hatte damals eine Wiederholung der Abstimmung angeordnet.
Der erneute Fehler dürfte die Debatte über die «Dunkelkammer Ständerat» wieder anheizen. Im Gegensatz zum Nationalrat, wo es eine elektronische Abstimmungsanlage gibt, stimmen die Ständeräte per Handerheben ab. Es werden keine namentlichen Abstimmungsergebnisse veröffentlicht. SVP-Ständerat This Jenny
This
Jenny
SVP, GL
StänderatVerbunden mit
Toneatti AG, Bilten
weitere Verbindungen anzeigen wollte das ändern und die Resultate transparent machen. Doch letzte Woche versenkte das Stöckli seinen Vorstoss mit 25 zu 20 Stimmen, wobei die Gegner der Transparenz unter anderem anführten, dass es kaum zu Fehlern bei der Auszählung komme.
(jep/hhs)
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Vielleicht war es tatsächlich ein Fehler
Aber hartes Lobbying kann manchmal auch Zufälle wie diesen Fehler möglich machen. Entweder zählen lernen oder elektronisch abstimmen, würde ich sagen.
Zum Glück ein Fehler, diesmal!
Wie ich den vielen Kommentare entnehme die dieser Artikel und auch der letzte auslöst, sind viele der Schweizer für ein Verbot. Für mich ist deshalb völlig unverständlich, warum ein Ständerat dagegen entscheiden kann, obwohl so viele Schweizer, vielleicht sogar die Mehrheit gegen den Import ist. Und dass dieses Verbot gross der Wirtschaft schadet, glaub ich nicht. Wenn die Bevölkerung unzufrieden mit dem Entscheid ist, kommt es schlussendlich doch vor das Volk. Warum also nicht eine Stichprobe im Voraus machen, um so solche langwirigen Prozesse, hin und her zu vermeiden?
Elektronisch
So jetzt hat die Entscheidung elektronisch zu Stimmen recht erhalten. Sollte nun jeden überzeugt haben