Rekordjahr

18. Februar 2014 21:29; Akt: 18.02.2014 22:27 Print

Schmuggelware: Schweiz wird überschwemmt

Schlepper, illegale Drogen und Waffenschmuggel: Die Grenzwächter und Zollbeamten der Schweiz hatten im vergangenen Jahr viel zu tun – und erzielten Rekordergebnisse.

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In mehreren Bereichen konnte die Eidgenössische Zollverwaltung Rekordergebnisse erzielen. (Bild: Keystone)

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Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) hat ein Jahr der Rekordwerte hinter sich. So wurden 2013 insgesamt 2366 Fälle von Waffenschmuggel registriert. Das sind 22 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Auch die Sicherstellung illegaler Substanzen hat zugenommen. Insbesondere Heroin, Khat, Cannabis und Designerdrogen seien bei den Schmugglern sehr gefragt, wie es in einer Mitteilung heisst.

Weiter hat der Kriminaltourismus die Zollbeamten auf Trab gehalten: Erstmals hat das EZV Fälle mit Verdacht auf Diebes- und Deliktgut in die Statistik aufgenommen. Und diese sprechen eine klare Sprache: Über 1000 Mal wurden an der Schweizer Grenze Kriminaltouristen ertappt. Dabei handelte es sich meist um Tätergruppen und eher selten um einzelne Personen.

Im vergangenen Jahr wurden ausserdem knapp 12'000 illegale Migranten erwischt. Die meisten von ihnen versuchten über die südliche Grenze in die Schweiz zu gelangen. Eine deutliche Zunahme gab es bei den Fällen von Schleppern – 211 Mal musste das Grenzwachtkorps hier eingreifen.

Ein Drittel der Einnahmen des Bundes

Einen weiteren Rekord verzeichnet das EZV bei den Schmuggelfällen im privaten Bereich. Doch auch professionell organisierte Einführungen von illegalen Waren machten den Zollbeamten viel Arbeit. Insgesamt sind ganze 400 Tonnen Lebensmittel beschlagnahmt worden. Die grösste Zunahme wurde beim Schmuggelfleisch verzeichnet: 91 Tonnen sollten in die Schweiz eingeführt werden. Im Jahr zuvor waren es noch 58 Tonnen. «Gerade bei grossen Mengen geschmuggelter Lebensmittel werden oft die Hygienevorschriften nicht eingehalten», schreibt das EZV. Deshalb sei die Bekämpfung gewerbsmässig organisierten Schmuggels auch derart wichtig. Zudem müssten Wettbewerbsverzerrungen verhindert werden. Beim Schmuggeln gehe es heute einzig darum, Steuern und Zollgebühren zu umgehen und so den Gewinn zu maximieren, wie Oberzolldirektor Rudolf Dietrich am Dienstag erklärte.

Es werden allerdings nicht nur Lebensmittel in die Schweiz geschmuggelt. Auch Medikamentenfälschungen scheinen lukrativ zu sein. Zollbeamte hatten 2013 einen Fall, bei dem über eine Million Psychopharmaka-Tabletten beschlagnahmt wurden. Die angeblichen pflanzlichen Gesundheitsprodukte aus China enthielten in Wahrheit überhaupt keine medizinischen Wirkstoffe, wie Dietrich erklärte.

In einem anderen Fall hatte ein Oldtimer-Sammler versucht, Automobil- und Mehrwertsteuern einzusparen und legte den Beamten bei 9 von 24 Oldtimern, die er in die Schweiz einführen wollte, gefälschte Belege mit zu tiefen Wertangaben vor. Laut Dietrich wollte er die Abgaben so um rund eine Million Franken reduzieren.

Der Zoll vermeldet jedoch auch positive Nachrichten: Die Einnahmen konnten mit 24 Milliarden Franken auf einen Rekordwert gesteigert werden. Damit machen sie mehr als einen Drittel der Gesamteinnahmen des Bundes aus. Und auch der Aussenhandel brachte den Grenzbeamten mit 32 Millionen Zollanmeldungen einen Rekord ein: Insgesamt wurden Waren im Wert von 582 Millionen Franken exportiert und für 509 Millionen Franken importiert.

(vro)