Online-Drogenhandel

02. Mai 2018 18:40; Akt: 02.05.2018 18:40 Print

Schweiz ermittelt gegen Dealer im Darknet

Ein Hinweis aus den Niederlanden führte in vier Kantonen zu Ermittlungen wegen Online-Handel mit Drogen und Waffen.

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Das Ende von zwei bekannten Handelsplätzen im Darknet, Alphabay und Hansa, hat in der Schweiz zu einer Reihe von Strafverfahren geführt. Es geht um Drogen- und Waffenhandel in einem Sektor des Internets, auf den sich nur mittels Spezialsoftware zugreifen lässt.

Die niederländischen Justizbehörden hatten im Juli 2017 die beiden Plattformen geschlossen und dabei Namen und Adressen von Händlern und Käufern gesammelt. Diese Daten teilten sie mit Fahndern aus anderen Ländern. So gelangten via Bundesamt für Polizei (Fedpol) 22 Alphabay-Fälle und 60 Hansa-Fälle in die Schweiz. Der Bund reichte die Dossiers an die Kantone Aargau, Luzern, St. Gallen und Zürich weiter. Die Luzerner Justiz erhielt 8 Meldungen, die sie zurzeit untersucht; in St. Gallen laufen «mehrere» Verfahren, im Kanton Zürich «einige», wie Sprecher und Staatsanwälte mitteilen.

«Verlagerung ins Internet»

Der Handel mit illegalen Substanzen auf Darknet-Marktplätzen boomt seit 2011, als mit Silk Road die erste Plattform dieser Art online ging. Niederländische und US-Behörden schlossen zwar mehrere Marktplätze, es traten jedoch jeweils neue Anbieter an deren Stelle.

In der Schweiz seien besonders viele Darknet-Dealer aktiv. Spezialisten reden von einer wachsenden Nische: «Wir beobachten eine gewisse Verlagerung des Drogenhandels aus dem realen Leben ins Internet», sagt Staatsanwalt Stephan Walder, Co-Leiter des Zürcher Cybercrime-Kompetenzzentrums.

Bewertungen wie bei Ebay und Amazon

Dealer und Konsumenten sagen, der Vorteil des Handels via Darknet sei die höhere Qualität der Substanzen. Auf Dream Market, dem aktuell grössten Marktplatz, können Kunden Händler bewerten, wie man dies von Ebay oder Amazon her kennt. Spezialisten widersprechen aber: Die Qualität sei bei Netzdealern nicht besser als auf der Gasse, sagt Christian Kobel vom Zürcher Drogeninformationszentrum DIZ.

Wie der Drogenhandel im Darknet im Detail funktioniert, zeigt der «Tages-Anzeiger» in einem interaktiven Beitrag auf Darknet.tagesanzeiger.ch

Übernommen vom «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten

(bus)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wolf Fischer am 03.05.2018 06:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Ansatz

    Man ist sich offenbar bewusst, dass die Leute unter anderem aus Qualitätsgründen aufs Darknet zurückgreifen. Mit solchen Aktionen, die sicher viel Arbeitsaufwand bedeuten, kann man zwar 3-4 Händler vom Markt nehmen, treibt aber die Konsumenten wieder auf die Strasse, wo man gestrecktes Zeug kriegt. Wunderbar. Der Krieg gegen die Drogen ist ein sinnloser und mit dieser Aktion geht man genau gegen die fairsten/saubersten Dealer überhaupt. Bravo Justizsystem, da ht ihr sicher ein paar riesige Fische am Haken...

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  • Gregor Kartoffel am 02.05.2018 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bireweich

    Anstatt Steuergelder für solche winzigen Fischchen, lieber eine absolut liberale Drogenpolitik einführen und zusehen, wie der Schwarzmarkt sich nach und nach von alleine auflöst. Nur zu schade dass die meisten schweizer Bürger und vorallem Lobby-Politiker so verblendet sind.

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  • Fridolin am 03.05.2018 02:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Illelegal?

    Dreammarket und der Rest des Darknets ist mit dem TOR-Browser legal zugänglich, nur die Handlung könnte illegal sein; Für Endkonsumenten von Kleinmengen stellt das Darknet mit dem bestehendem Briefgesetz und der grösseren Auswahl jedoch eine sehr attraktive und zuverlässige Alternative zum Strassenhandel dar (Google, 2018). Bezahlt wird anonym (VPN) mit Bitcoins - erhältlich an jedem SBB Automaten. Aber Achtung: Drogen können bleibende Schäden verursachen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • LordUnix am 03.05.2018 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos

    Der Drogen handel in Darknet macht laut FBi gerade 1% vom gesammten Drogenhandel aus. Reine Zeit und Geldverschwendung was unsere Justiz bereibt.

  • Bountykilla am 03.05.2018 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darknet was sonst?

    Ich frage mich was es denn bringen wird wenn alle Darknet markets geschlossen werden. Dann geht ein Gelegenheitskiffer auf die Gasse und muss Kontakt mit Dealern aufnehmen, die ihm am liebsten Kokain verkaufen wollen. Dazu ist es nicht ungefährlich vor diesen Dealern von der Gasse sein Bargeld zu zeigen.

  • Peter am 03.05.2018 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es sind nicht die Drogen..

    ..das Problem, das einzige Problem besteht darin, dass manche Menschen nicht mit ihnen umgehen können. So ist es auch bei den Waffen und den Autos...

    • Ruedi K. am 03.05.2018 13:31 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Einer der wenigen, welcher sagt, wie es ist, danke!

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  • Kerstin am 03.05.2018 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Ich hoffe diese Leute werden richtig hart bestraft!!

    • Tim am 03.05.2018 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kerstin

      Ja, alle die nicht aus der Schweiz kommen werden garantiert hart drankommen. In der Schweiz aber werden sie noch gelobt dafür.

    • Peret am 03.05.2018 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kerstin

      Die Drogen sind kein Problem, das einzige Problem besteht darin, dass manche Menschen nicht mit ihnen umgehen können. So ist es auch bei den Waffen und den Autos...

    • Bountykilla am 03.05.2018 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kerstin

      Was ist denn Ihre Alternative zur Strafe? Strafe gibts seit 1000 Jahren und es hat nichts gebracht.

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  • Konsumi am 03.05.2018 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Habe keine Ahnung wie das geht!

    Ehrlich gesagt, wüsste ich noch nicht mal, wie man an diese Handelsplattformen rankommt und ich vermute, das wird den meisten unter uns genauso gehen! Nur den Thor-Browser zu installieren reicht vermutlich nicht. Wonach man wohl suchen müsste? Somit wird die Mehrheit der Konsumenten weiterhin auf der Gasse einkaufen! Und wie erwähnt, scheint die Qualität auch nicht wirklich besser zu sein. Lediglich heraus sticht, dass man noch an andere Substanzen rankommt, die auf "meiner" Gasse nur schwer oder gar nicht erhältlich sind.

    • Bölimaa am 03.05.2018 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      Ist genau wie im normalen Web

      Also wenn Du den Thor-Browser installieren kannst, dann kannst Du auch Dr. Google bemühen und eine Suchmaschiene für das Darknet googeln.

    • Remo T. am 03.05.2018 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      Small things change the world

      Richtig. Mit dem Thor-Browser kann es einem höchstens passieren, dass man zuviel Game of Thrones kuckt.

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