SP-Präsident Levrat

21. August 2016 04:00; Akt: 21.08.2016 08:36 Print

Schweiz soll Anerkennung des Islams prüfen

Nach der CVP bringt auch die SP die Einführung eines neuen Religionsartikels in der Verfassung ins Spiel. Partei-Präsident Levrat fordert zudem einen Ombudsmann für Flüchtlinge.

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Spielt den Kantonen den Ball zu: SP-Präsident Christian Levrat an der Sommersession der Eidgenössischen Räte im Ständerat in Bern. (13. Juni 2016) (Bild: Keystone/Alessandro della Valle)

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Parteipräsident Christian Levrat fordert eine grundsätzliche Debatte über die Stellung des Islam in der Schweiz. «Wir sollten überlegen, ob wir den Islam als offizielle Religion anerkennen wollen, um damit auch die Ausbildung und Finanzierung der Imame nicht ausländischen und vielleicht fundamentalistischen Kreisen zu überlassen», sagte der SP-Parteichef in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». «Wir müssen uns die Frage nach einem Schweizer Islam stellen.»

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Der Ball liege diesbezüglich aber bei den Kantonen, zumal die Regelung des Verhältnisses des Staates zu den Religionen in ihrer Kompetenz liege. Sie sollten ernsthaft über die Stellung und allenfalls über die offizielle Anerkennung des Islam nachdenken. «Vielleicht steht am Ende der Debatte ein solcher Religionsartikel», sagte Levrat.

Ende Juli hatte bereits CVP-Präsident Gerhard Pfister im Bezug auf den Islam eine Diskussion über Rechtsstaat und Fundamentalismus gefordert. «Wir müssen vielleicht wieder über einen Religionsartikel in der Verfassung diskutieren», sagte er. Ein solcher könne regeln, welche Werte für alle gelten und nicht verhandelbar sind.

Sofortmassnahmen im Tessin

SP-Ständerat Levrat forderte im Interview zudem Sofortmassnahmen für die angespannte Flüchtlingssituation im Tessin. Ein Ombudsmann solle Klagen von an der Grenze abgewiesenen Flüchtlinge aufnehmen und die Praxis der Behörden überprüfen. «Zudem müsste der Bund zusammen mit Hilfswerken an der Grenze ein Beratungsangebot für die Flüchtlinge einrichten, welche die Schweiz nur durchqueren wollen», sagte Levrat.

Denn würden die Ankömmlinge lediglich nach Italien zurückgeschickt, drohe sich im italienischen Como ein ständiges Lager zu entwickeln, wie etwa in Calais (F). «Es wäre inakzeptabel, einfach zuzusehen, wenn vor den Toren der Schweiz Tausende von Flüchtlingen in Como den kalten Winter verbringen müssten.»

(foa/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CookingSamurai am 21.08.2016 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Wiso sollte mann eine Religion anerkennen die selbst keine andere Religion akzeptieren will?

  • Eraser am 21.08.2016 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der islam ist eigenständig 

    Wenn islamisten in die Schweiz kommen haben sie unseren Glauben zu respektieren und nicht umgekehrt. Wenn ich in die islamische Welt reise respektiere ich auch deren Glauben.

  • Diana Karisma am 21.08.2016 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug ist genug! 

    Staatliche Gelder und gesetzliche Verankerung für eine Religion, welche meiner Meinung nach die Frauen nicht gleichstellen und andere Religionen nicht akzeptieren? Nein, danke!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Waterpolo1s am 27.08.2016 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ARBEITGEBER-Meinung bekannt?

    Kennen die Politiker die Meinung Ihres Arbeitgebers = Ihres Volkes ................

  • Waterpolo1s am 24.08.2016 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weinen .... lachen ...?

    Wenn es nicht zum Weinen wäre, würde ich über diesen Irrsinn lachen! Mir ist aber definitin nicht zum Lachen zumute ...

  • Waterpolo1s am 23.08.2016 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SP soll zum Wohle der Schweiz

    Religionsfreiheit genügt vollkommen! Die SP soll sich wichtigeren CH-Themen widmen und schlaue Verbesserung zum Wohle der Schweiz vorantreiben!

  • Luca Pacioli am 23.08.2016 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anderer Vorschlag

    Wie wäre es, gar keine Religion staatlich anzuerkennen? Religion ist Privatsache & das soll sie auch bleiben.

  • Christoph Bosshart am 21.08.2016 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anerkennung Islam

    Ach ja, da wäre ja noch die SP. Auch mit abstrusen Ideen kann man versuchen, sich wieder ins politische Geschehen einzubringen. Hoffe nur, es bleibt beim Versuch, Herr Levrat. Religionsfreiheit in der Schweiz reicht vollkommen.