Sexskandal

20. Februar 2018 12:07; Akt: 20.02.2018 14:32 Print

Schweiz stellt die Zahlungen an Oxfam ein

Das EDA hat alle Beiträge an das von einem Sexskandal erschütterte Hilfswerk eingestellt. Gleichzeitig wurden 26 neue Missbrauchsfälle aufgedeckt.

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Erst wurde bekannt, dass von der Schweiz bereits über 20 Millionen Franken an Oxfam geflossen sind. Nun hat das EDA die Zahlungen sistiert, wie das Departement gegenüber der «NZZ» bestätigt. Die Vorkommnisse sollen erst vom Hilfswerk lückenlos aufgeklärt werden.

Gleichzeitig gab der Generaldirektor der NGO neue Missbrauchsfälle bekannt. Man habe Ermittlungen in 26 neuen Fällen von «unangemessenem sexuellen Verhalten» eingeleitet. 16 davon betreffen internationale Projekte, wie Mark Goldring heute vor dem britischen Parlamentskomitee ausgesagt hat. Bei den Fällen handelt es sich um «jüngste Vorfälle sowie ältere», präzisierte der Oxfam-CEO.

Die international tätige Entwicklungsorganisation mit Sitz in Grossbritannien wird seit Tagen von Skandalen erschüttert. Neben Sexorgien mit Prostituierten in Haiti und Tschad soll es Fälle von Vergewaltigungen und versuchten Vergewaltigungen im Südsudan gegeben haben. Vergangene Woche trat Oxfam-Vizechefin Penny Lawrence zurück.

Auch aus der Schweiz wurde die Hilfsorganisation seit Jahren mit Spendengeldern unterstützt. Das EDA hat sich im Zeitraum zwischen 2013 und 2017 mit 20,4 Millionen Franken an Oxfam-Projekten beteiligt, wie Sprecher Georg Farago gegenüber der «Sonntagszeitung» bestätigte. Das Geld floss in unterschiedliche Länder, unter anderem Jemen, Irak, Tschad und die palästinensischen Autonomiegebiete.

Das EDA hat die Vorfälle scharf kritisiert. «Die Not hilfsbedürftiger Menschen für sexuellen oder anderweitigen Missbrauch auszunutzen, ist abscheulich», sagt Farago. Eine Beendung der Zusammenarbeit erachtete man am Wochenende aber noch als verfrüht.

(sep)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • LaCHende am 20.02.2018 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Heuchelgelder

    Generell bin ich nicht der Ansicht, dass irgendwelche Steuer-Gelder in solche Kanäle geschleust werden. Wer spenden will, soll das privat tun (Abzüge vom steuerbaren Einkommen sollten ebenfalls wegfallen). Unsere AHV-Rentner schieben sich sparend-schweigend durch restliche Leben und diese Liebmenschen können aus dem Vollen schöpfen.

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  • Gats B. am 20.02.2018 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Geld verschenken

    Die Schweiz zahlt und zahlt.

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  • PM am 20.02.2018 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rasche Reaktion

    Endlich ein guter Entscheid aus Bern

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus H. am 20.02.2018 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was passiert mit Spenden?

    Es sollte endlich mal offengelegt werden, was mit den Spendengeldern gemacht wird, bzw. wie viel von z.B. Fr. 100.- effektiv bei den Bedürftigen ankommt, bzw. wieviel in der Verwaltung versickert!

  • Nur eigene Überwachung, sonst am 20.02.2018 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    aufhören zu spenden - überall

    Wir sollten nur dort spenden, wo WIR die Kontrolle haben, und schon gar nicht Steuergelder verschenken. Wo sie landen sieht man in Palästina. Und Jetzt sind sie wieder daran, sich zu beschweren, und die Hamas und Fatah horden Million aus der ganzen Welt. Hören wir auf zu spenden, es sind dort tausende von jungen Menschen, die arbeiten können - auch im Ackerbau - dann stellen sie weniger Raketen her - wäre doch auch mal einen Anfang und was Vernünftiges!

  • Peter K. am 20.02.2018 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    20,4 Mio. Steuergelder...

    ... sind in Jemen, Irak, Tschad und die palästinensischen Autonomiegebieten gelandet. Da wird mir anders... Wer hat diese Zahlungen veranlasst? Zurückfordern und zusehen, dass die in unsere Sozialwerke eingezahlt werden!

  • nailuz am 20.02.2018 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dies passt schon

    Passt doch zum heutigen System, sei es die Kirche oder die feine Politik.

  • Karl am 20.02.2018 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasset uns Geld verheuen!

    Wohin verteilen wir eigentlich überall Geld und warum? Diese Untugend scheint sich unkontrolliert zu verselbständigen und bereits etabliert zu haben. Danke!