Umfrage-Resultate

23. Juli 2013 22:32; Akt: 24.07.2013 09:38 Print

Schweizer, ihr haltet zusammen!

von S. Heusser - Die Schweizer vertrauen ihren Mitbürgern - Junge noch stärker als Ältere. Dies zeigt eine Umfrage von 20 Minuten. Besonders in der Gunst der Umfrageteilnehmer stehen Ärzte und Spitäler.

storybild

78 Prozent der jungen und 76 Prozent der älteren Schweizer bezeichnen sich selber als eher stolze oder sehr stolze Eidgenossen. (Bild: Keystone/str)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im internationalen Radar zum gesellschaftlichen Zusammenhalt innerhalb einzelner Staaten erreichte die Schweiz Spitzenwerte. Doch wie tief reichen die Bande zwischen den Eidgenossen tatsächlich? Welchen Institutionen wird vertraut – und wie sehr? Wie oft treffen Schweizer sich mit Familien und Freunden? Vertrauen sie der Polizei? Die Leser von 20 Minuten haben in einer nicht-repräsentativen Umfrage (siehe Infobox) verraten, wie verbunden sie sich mit ihrem Vaterland fühlen.

60 Prozent vertrauen darauf, dass ihnen in der Badi nichts geklaut wird

Junge erweisen sich als sozial stärker vernetzt, offener gegenüber ihren Mitbürgern und vertrauensvoller gegenüber Institutionen als die ältere Generation. So lassen ganze 60 Prozent der 14-19 Jährigen ihr Portemonnaie in der Badi unbewacht im Rucksack liegen, während sie schwimmen gehen. Nur noch 16 Prozent der über 60 Jährigen tun das. Grosses oder sehr grosses Vertrauen haben die Jungen auch in die Gerichte (56 Prozent), die Polizei (65 Prozent), sowie Ärzte und Spitäler (91 Prozent). Auch die ältere Generation stuft ihren Glauben an die Mediziner mit 82 Prozent als hoch ein. Schlecht steht es hingegen um die politischen Parteien: Nur 31 Prozent der Jungen und 14 Prozent der Älteren vertrauen in sie.

Während 75 Prozent der Jungen täglich oder mehrmals in der Woche mit Freunden, Bekannten, oder privat mit Arbeitskollegen etwas unternehmen – sind bei den über 60-Jährigen nur noch 21 Prozent so aktiv. Von diesen gaben 12 Prozent an, nur noch bei Hochzeiten, Beerdigungen oder in ähnlichen Ausnahmefällen mit Menschen zusammenzukommen. Auch bei der Akzeptanz von Minderheiten zeigt sich die jüngere Generation offener gegenüber ihren Mitmenschen: 70 Prozent finden Homosexualität in Ordnung. Bei den Älteren liegt der Prozentsatz bei 53 Prozent. Tendenziell sind Männer (23 Prozent) der gleichgeschlechtlichen Liebe eher abgeneigt als Frauen (acht Prozent).

Wohnen? Nirgendwo lieber als in der Schweiz

Die Umfrage zeigt, dass eine grosse Mehrheit der Schweizer stolz auf ihr Land ist: 78 Prozent der Jungen und 76 Prozent der älteren Männer und Frauen bezeichnen sich selber als eher stolze oder sehr stolze Eidgenossen. Nur gerade zwei Prozent schämen sich für ihre Herkunft. Laut dem Soziologen Jörg Rössel von der Universität Zürich ist der Patriotismus in der Schweiz damit im internationalen Vergleich sehr stark ausgeprägt. Fast 70 Prozent aller Umfrage-Teilnehmer möchten nirgendwo lieber wohnen als in der Schweiz. Von den zur Verfügung gestellten Alternativen möchten mit 6 Prozent am meisten Menschen in den USA oder in einem anderen europäischen Land wohnen. «In dem Land, in dem man lebt, hat man Freunde, Verwandte, eine Kultur, die man kennt. Auch die Sprache ist ein wichtiger Grund, warum Menschen ihre Heimat nicht verlassen wollen», so der Soziologieprofessor.

Auch Hilfsbereitschaft steht hoch im Kurs: 91 Prozent bezeichnen sich selber als hilfsbereit und 82 Prozent geben im Tram ihren Sitzplatz immer oder manchmal für ältere Mitbürger frei. Noch weiter reicht nur die Nachbarschaftsliebe: Spitzenmässige 96 Prozent würden ihrem Nachbarn mit Zucker oder Mehl aushelfen, wenn er sie danach fragen würde. Dies, obwohl ganze 40 Prozent der 20- bis 29-Jährigen ihren Nachbarn noch nicht einmal kennen. Gespendet wird ebenfalls fleissig: 50 Prozent spenden manchmal oder sogar regelmässig für bedürftige Mitmenschen. In einer Notsituation würden 73 Prozent jederzeit eingreifen. 19 Prozent würden helfen, wenn noch eine weitere Person mithilft.

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wilhelm Tell Schweizer am 24.07.2013 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenhalt??

    Nehmt richtige themen. Würden die Schweizer zusammenhalt dann könnte man die Politiker lenken... würde nicht sinnlos die Gelder ins Ausland verschenkt ( 3 Milliarden für die Eu /Jahr) .... hatte man die Spritpreise im Griff.... Würden die Grenzen geschlossen somit weniger Kriminalität.... Man sollte aufhören mit dieser Selbstverherrlichung nach aussen das Saubermannimage zu pflegen und hierfür das Volk verkauft wird..... wir Schweizer bellen aber lassen die Situation über uns ergehen... wir heissen nicht.... that's the Problem.... und wenn jemand den Mund ausmacht wird er in der Politik rausgeekelt...

  • Daniel am 24.07.2013 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Das Volk wird nur angelogen

    Das ist aber jetzt nicht euer Ernst?? Solche Statistiken werden manipuliert wo es nur geht. So wie die Schweizer sind glücklich und haben genug Geld... Dies tritt dann auf 10 % zu also drehen wir mal ein bisschen dran rum, so jetzt passts. Und aus den 10% wurden 95% so macht man heute Statistiken.

  • Der Schweizer am 24.07.2013 01:43 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer...das gibt's nicht mehr!

    Der Titel der Umfrage ist falsch gewählt. Denn spätestens nach der sehr aufschlussreichen Neujahrsrede von Ueli Mauer weiss man, dass es "Die Schweizer Bevölkerung " nicht mehr gibt, sondern er hat nur noch von der "Bevölkerung der Schweiz" gesprochen. Dies wird wohl auch im Sinne des Gesamtbundesrates sein. Folglich gibt es auch "Die Schweizer" als solche nicht mehr, sondern diese Volksgruppe hält sich parallel mit andern Volkgruppen im Land Schweiz auf. Reine Wortspielerei? Jeder darf sich seine eigene Meinung bilden.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gimbo am 24.07.2013 10:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Korruption ohne ende

    Wir vertrauen uns untereinander mehr, als der heutigen Regierung..!!

  • Jugendlicher am 24.07.2013 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt nicht

    Wurde einmal als ich ca 14 war von einem 30 Jährigen geschlagen. Alle schauten nur dumm zu bis zum glück dann doch jemand vorbei lief und mir half... So von wegen diesen 73% helfen sofort in einer Notsituation!

  • Junge Frau Zh am 24.07.2013 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Habe alles erreicht was ein Eidgenosse auch erreic

    Meine Eltern sind aus dem Kosovo , ich bin hier geboren, habe eine Lehre gemacht , arbeite , bezahle pünktlich meine Rechnungen , bin eingebürgert. Könnte mir niemals vorstellen woanders zu leben.. Habe ein bisschen Mühe mit den " Eidgenossen" die uns Ausländer nicht richtig akzeptieren und alle in einem Topf werfen. Mal ehrlich wir Ausländer oder wie ihr so schön sagt Schweizer mit Migrationshintergrund haben viel beigetragen das die Schweiz so schön ist vom aussehen her meine ich das!! Liebe Grüsse und schöne Ferien

  • Patmo86 am 24.07.2013 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    VergissdieMenschenmitBehinderungnicht

    Auch Schweizern mit Behinderung gehören dazu. Volle Zugang zu den Gesellschaft für Menschen mit Behinderung!

  • Tobi am 24.07.2013 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist so eine Sache mit den Umfragen

    Habe gerade diese Woche erlebt, dass einem Jungen das Portemonnaies in der Badi geklaut wurde, da er es im Restaurant auf dem Tisch liegen lies. Ich glaube nicht dass das mit Vertrauen zu tun hat sondern mit Nachlässigkeit. Nachbarschaftshilfe ist sicher logisch, man weiss ja nie ob man nicht selber mal froh ist, wenn man Hilfe braucht.

Immobilien

powered by

Immobilien finden

PLZ
Preis bis
Zimmer bis

Nachmieter finden? Jetzt bei homegate.ch inserieren