Singen (D)

28. August 2015 22:06; Akt: 28.08.2015 22:06 Print

Schweizer Auto-Rowdys tyrannisieren Deutsche

Mit ihren aufgemotzten Autos bringen einige Schweizer die Anwohner in Singen jeden Freitag auf die Palme. Mittlerweile werden gar Strassensperren errichtet – erfolglos.

Die Autofans drehen ihre Runde im Kreisel in der Nähe des Bauhaus-Areals.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Das deutsche Singen ist im Ausnahmezustand. Jeden Freitag rücken dort nämlich bei schönem Wetter etliche Autofans mit ihren umgebauten Fahrzeugen an – dazu säumen zahlreiche Schaulustige auf Campingstühlen die Strassen des Ortes. Mitten in Wohngebieten gebe es waghalsige und illegale Rennen und gefährliche Stunts, wie der «Südkurier» berichtet.

Angefangen habe alles mit ersten friedlichen Treffen auf dem ehemaligen Bauhaus-Parkplatz. Dort verkehren die Tuningfans zwar noch immer, mittlerweile hätten sie ihre Aktivitäten aber auf die Strassen in der Umgebung ausgeweitet.

Polizei mit Massnahmen bisher erfolglos

Die Bewohner der Stadt haben die Nase voll. «Seit die Rennen im Kreisel gefahren werden, ist es unerträglich», sagt Anwohnerin und Stadträtin Angelika Haberstroh zur Zeitung. «Ein Problem sind auch die vielen Schaulustigen, die sich mit Campingstühlen nahe ans Geschehen setzen.» Doch es seien nicht in erster Linie deutsche Autofahrer, die für Ärger sorgen, wie Szenekenner Werner Pistol von der Singener Polizei ausführt. Rund ein Drittel der Teilnehmer seien «Störenfriede», die aus der Schweiz kommen. Zudem würden auch die Zuschauer, die die Lenker anfeuern, für Unruhe sorgen – und zwar so extrem, dass es schon zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sei.

Seit Monaten häuften sich die Beschwerden über Lärmbelästigung und Strassenverkehrsgefährdungen bei der Polizei, berichtet die Zeitung. Diese habe trotz Grossaufgebot, ständiger Präsenz und Gesprächen mit den Besitzern des Bauhaus-Geländes bisher kaum etwas gegen die Autofans ausrichten können. «Bei schönem Wetter rechnen wir damit, dass sich die Szene freitags auch weiterhin dort trifft», sagt Sprecher Markus Sauter.

Absperrschranken und gesperrte Gelände

Doch jetzt werden gröbere Geschütze aufgefahren: Mitarbeiter der Technischen Dienste Singen montieren jeden Freitag an elf Stellen beleuchtete Absperrschranken und Durchfahrtverbotsschilder. Der Besitzer des Bauhaus-Geländes hat ebenfalls eine Sperre gegen die Tuning-Fans erlassen. Eine dauerhafte Lösung sei das allerdings nicht. Und von ihren Treffen habe es die Autofans bisher genauso wenig abgehalten.

Die Lage in Singen sei ernst. Dessen ist sich auch Matthias Fürst, Mitorganisator der Tuningszene, bewusst. Zusammen mit der Stadt und der Polizei will er eine Lösung finden. Dafür ist er auf der Suche nach einem neuen Standort, wo keine Anwohner belästigt werden. «Wir wollen die Treffen komplett neu aufziehen. Wir sind kräftig am Organisieren. Bis Oktober wissen wir mehr», sagt er zur Zeitung. Das bedeutet wohl: Die Anwohner wissen, dass sie bis Oktober keine Ruhe haben werden. Es sei denn, es regnet.

(vro)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tino am 29.08.2015 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Diese "bösen" Schweizer Rowdys!

    Dem Titel nach könnte man meinen, dass Auto-Banden aus der Schweiz, Deutsche Staatsbürger in Singen tyrannisieren. Jetzt lese ich, dass jedoch nur 1/3 Schweizer sind. Was ist mit den anderen 2/3??

  • Lusso P. am 29.08.2015 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Krallen

    Bei den Durchfahrten sogn. Krallen legen. Nach den geplatzten Pneu's wirds keinem Rowdy mehr einfallen weiterzufahren.

  • Bolide am 29.08.2015 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    für Aerger ist d. Leben zu kurz

    Sollen sich die Bewohner nicht meschugge machen lassen von solchen Benzinbüffeln. Schleppt Eure Grills, Tische, Stühle, Sound und macht jeden Freitagabend mitten auf der Strasse ein Festchen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tino am 29.08.2015 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Diese "bösen" Schweizer Rowdys!

    Dem Titel nach könnte man meinen, dass Auto-Banden aus der Schweiz, Deutsche Staatsbürger in Singen tyrannisieren. Jetzt lese ich, dass jedoch nur 1/3 Schweizer sind. Was ist mit den anderen 2/3??

  • Bolide am 29.08.2015 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    für Aerger ist d. Leben zu kurz

    Sollen sich die Bewohner nicht meschugge machen lassen von solchen Benzinbüffeln. Schleppt Eure Grills, Tische, Stühle, Sound und macht jeden Freitagabend mitten auf der Strasse ein Festchen.

  • Lusso P. am 29.08.2015 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Krallen

    Bei den Durchfahrten sogn. Krallen legen. Nach den geplatzten Pneu's wirds keinem Rowdy mehr einfallen weiterzufahren.

  • Paul P am 29.08.2015 05:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das würden sie verstehen

    Wieso löst man das Problem nicht auf einfachste Weise? Verbot erlassen mit der Auflage das jedes Auto eingezogen werden darf und verwertet wird.

  • eringa am 29.08.2015 04:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach gelöst...

    ...mit Nagelbändern, Ausweisentzug und saftigen Bussen. Kann doch nicht so schwer sein..??!!