Befragung

04. November 2016 12:09; Akt: 04.11.2016 14:35 Print

Schweizer Jugend rückt nach rechts

Die 19-Jährigen in der Schweiz interessieren sich stärker für Politik als früher. Das zeigt eine landesweite Befragung.

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Der Anteil der politisch interessierten Jugendlichen stieg innerhalb von 8 Jahren um 20 Prozent: Jugendsession im Nationalratssaal in Bern. (Archivbild) (Bild: Keystone/Alessandro della Valle)

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Parallel dazu haben auch die Fremdenfeindlichkeit und die Homophobie zugenommen. Dies geht aus dem veröffentlichten Bericht «Young Adult Survey Switzerland» (YASS) hervor, der sich auf die Jugendbefragung stützt. Die jüngsten Zahlen stammen aus den Jahren 2010/2011, die vorangehenden Vergleichswerte waren 2006 erhoben worden.

Leicht gewachsen ist in diesem Zeitraum auch die politische Mitte. Markant abgenommen hat dagegen die Zahl der jungen Erwachsenen, die sich links positionieren, nämlich von 41 Prozent auf 28 Prozent. Bei der vorangehenden Befragung von 19-jährigen Frauen und Männern war gemäss der Studie noch ein Linksrutsch festgestellt worden.

Interesse an Politik steigt

Insgesamt stellt der Bericht einen Trend zur politischen Polarisierung fest. Gleichzeitig hat das Interesse an der Politik zugenommen: Der Anteil der jungen Erwachsenen, der sich für Politik interessierte, nahm zwischen 2003 und 2011 um über 20 Prozent zu. Die Teilnahme ist dabei umso grösser, je höher der Bildungsstand ist.

Die YASS-Studie gibt auch Aufschluss über die Wertorientierung junger Erwachsener. Am wichtigsten sind Freundeskreis, Partnerschaft, Genuss und Familienleben. Am Ende der Skala rangieren Traditionen, Macht, politisches Engagement, Gott und Konformismus.

Jeder Achte denkt über Suizid nach

Die psychische Verfassung wurde aus statistischen Gründen nur bei jungen Männern erhoben. Die Autoren sprechen in dem Bericht von bedenklichen Ergebnissen: Einer von acht Befragten hatte in den zwei vorangehenden Wochen suizidale Gedanken. Einer von zwölf gab an, oft oder immer negative Gefühle zu haben.

Die Studie zeigt auch, dass junge Männer ohne Brüche im Bildungsweg und mit anspruchsvollen Ausbildungen weniger zu negativen Gefühlen neigen. Alles in allem waren die jungen Erwachsenen in der Schweiz mit ihrem Leben aber zufrieden: 90 Prozent gaben an, ein zufriedenes Leben zu führen.

Es handelt sich um die ersten Ergebnisse der YASS-Studie. Neu daran ist, dass den 19-Jährigen immer die gleichen Fragen gestellt werden. Die Forscher erwarten, dass sich dadurch Veränderungen beschreiben und Trends und Tendenzen aufzeigen lassen. Die folgende Befragung wurde 2014/2015 durchgeführt, die Resultate werden derzeit ausgewertet.

Die Erhebung erfolgt anlässlich der Aushebung in den Rekrutierungszentren. Ergänzend werden jeweils 3000 zufällig ausgewählte 19-jährige Frauen befragt. Damit lässt die Studie auch Rückschlüsse auf geschlechtsspezifische Unterschiede zu. Die aktuellen Resultate zeigen etwa, dass es für junge Frauen mit geringen schulischen Kompetenzen besonders schwierig ist, eine Lehrstelle zu finden und die Ausbildung abzuschliessen.

(ij)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jason M am 04.11.2016 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry not sorry

    Nur schon die Meldung "fremdenfeindlich und homophob"! Nicht alle in die gleiche Schublade stecken, die 'Rechts' sind. Merci

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  • Bas Ler am 04.11.2016 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Besten Dank nochmal

    Da ich vom Alter her in die letztere Umfrage 2010/2011 reinpasse, kann ich nur sagen "chans gits", wenn man eine Das-Boot-ist-nie-voll-genug-Politik und einen aufgezwungenen Regenbogen-Hype mitbekommt. Auch fürchte ich persönlich um unseren Wohlstand. Von den Grosseltern aufgebaut, von den Eltern an die Wand gefahren steht meine Generation demnächst vor einem riesen Scherbenhaufen.

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  • Thomas M am 04.11.2016 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja und?

    Hoffentlich auch denn Links Rutsch hat lange genug gedauert

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Carlo am 04.11.2016 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unser Land wird an die Wand gefahren.

    Die Jungen stellen fest, dass mit der heutigen linken Politik und linken Richtern, unser Land zusehens an die Wand gefahren wird.

  • Franz am 04.11.2016 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Rechts?

    Das heisst, es wächst wieder eine No-Future-Generation an. Gibt es immer wieder. Damit lösen sie die ü50-er ab.

  • Oje... am 04.11.2016 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich verstehen

    Sehr gut! Kann ich absolut verstehen, wenn man sich die Schulen heute anschaut.

  • Lena Peppa am 04.11.2016 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    10% der Bevölkerung ist wichtig

    Es wird rechts wie links nur noch für die obere 10% politisiert. Links und rechts ist zur Einheitspartei geworden, beide kümmern sich nur noch für diese 10%.

  • Confus am 04.11.2016 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf

    Irgendwann wird der rechtsorientierte und rechtswählende Jugendliche feststellen, dass weder die Linken noch die Sozialhilfebezüger und schon gar nicht die Flüchtlinge daran schuld sind, dass er für immer mehr Arbeit immer weniger Lohn erhält, während Multimilliardäre und Multimillionäre immer reicher werden, weil Grosskonzerne ihre exorbitanten Gewinne unter den Aktionären verteilen, die nur ihr Kapital zur Verfügung stellen, ohne Leistung zu erbringen.