Von Bern in die Welt

17. Dezember 2012 13:46; Akt: 17.12.2012 14:07 Print

Schweizer Muslime planen eigenen Fernsehsender

Der Islamische Zentralrat will am TV neue Anhänger rekrutieren. Auf dem eigenen Sender sollen Predigten, Nachrichten und Diskussionen ausgestrahlt werden. Geplant ist ein Studio in Bern.

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Nicolas Blancho, der Präsident des Islamischen Zentralrats, spricht an der Jahreskonferenz bei Freiburg. Der IZRS plant einen eigenen Fernsehsender. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Nach Angaben der Veranstalter haben am Samstag zwischen 1500 und 2000 Personen an der zweiten Jahreskonferenz des Islamischen Zentralrats Schweiz (IZRS) in Granges-Paccot bei Freiburg teilgenommen. Trotz Protesten im Vorfeld verlief die Veranstaltung ohne Zwischenfälle.

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Nach Angaben der Polizei demonstrierten am Samstag rund 30 Personen vor dem Forum Fribourg. Die Gegendemonstrationen waren bewilligt und verliefen friedlich.

Eigener Internet-Sender

Die grössten Schlagzeilen gehören nach der Konferenz den Plänen des Zentralrats, einen eigenen Fernsehsender zu installieren. Laut IZRS-Vorstandsmitglied Qaasim Illi soll er «Unity-TV» heissen und den gesamten deutschsprachigen Raum abdecken.

«Wir wollen nicht nur Predigten senden», sagte Illi der «Berner Zeitung». Auf dem Sender soll demnach auch Platz für Gesellschaftsdebatten, Nachrichten und Kultur sein. Der IZRS will sich auf die Verbreitung per Internet konzentrieren.

Das Konzept stehe und auch die Finanzierung schreite voran, sagte Illi. «So wie es aussieht, können wir Ende 2013 starten.» Geplant sind Studios in Bern, Berlin und allenfalls Wien. In Bern gibt es gemäss Illi zwei oder drei mögliche Standorte «in Industriegebieten am Rand der Stadt».

Züchtigung der Ehefrau

Die Jahreskonferenz hatte bereits seit einigen Wochen für Kontroversen gesorgt. Auslöser war ein YouTube-Video, auf dem der saudische TV-Prediger Mohammed Al-Arifi erklärt, wie eine Ehefrau gezüchtigt werden kann, ohne sie im Gesicht zu verletzen. Al-Arifi wäre als Redner an der IZRS-Jahreskonferenz vorgesehen gewesen.

Der Auftritt musste wegen einer vom Bundesamt für Migration (BFM) verfügten Einreisesperre abgesagt werden. Die Begründung des Entscheids wurde nicht öffentlich gemacht. Der Bund kann Einreisesperren verhängen, wenn er die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Gefahr sieht.

Gerechtigkeit als Leitmotiv

Leitmotiv der diesjährigen Veranstaltung war die Gerechtigkeit. Nach Angaben der Organisatoren beleuchteten 14 Redner aus dem In- und Ausland die Facetten dieses islamischen Grundwertes auf der Ebene von Staat, Gesellschaft, Familie und Individuum.

IZRS-Vorstandsmitglied Qaasim Illi prangerte in seiner Rede die fehlende Einheit in der islamischen Welt an. Dabei sei Einheit gerade wichtig im Kampf gegen die Ungerechtigkeit, sagte der Schweizer Konvertit mit dem bürgerlichen Namen Patric Jerome Illi gemäss Redetext.

Der IZRS wurde 2009 kurz vor der Abstimmung über das Minarett-Verbot gegründet. Nach eigenen Angaben hat die Organisation heute 2600 Passivmitglieder, 45 Aktive und 13 angeschlossene islamische Organisationen. Viele muslimische Organisationen in der Schweiz distanzieren sich jedoch vom IZRS wegen dessen extremistischer Tendenzen.

(rme/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fischer am 17.12.2012 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Brauchen wir nicht - wollen wir nicht

    Ende der Durchsage.

  • Ueli am 17.12.2012 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider Nein

    Kein TV Sender für solche Institutionen.

  • Ruedi W. am 17.12.2012 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Bundesrat

    Allzu lange wird es wohl nicht mehr gehen bis sich einer aus dem Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS) als Bundesrat aufstellen lässt. Unverschämt genug sind Sie auf jeden Fall.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ueli am 17.12.2012 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider Nein

    Kein TV Sender für solche Institutionen.

  • Hans-Peter Sträuli am 17.12.2012 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Aufklärung

    Endlich könnte ein islamischer Sender für Aufklärung gegen die Hetze sorgen. Manchmal wird in der westlichen Propaganda zu sehr gegen den Islam gehetzt!

  • Freiheit am 17.12.2012 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt ja auch einen Bibel-TV

    Warum darf es denn keine Korant-TV geben?

  • Fischer am 17.12.2012 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Brauchen wir nicht - wollen wir nicht

    Ende der Durchsage.

  • Pascal Schnyder 56Jahre Jung am 17.12.2012 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    Lesen bitte

    Liebe leute ich finde das gar keine so schlechte idee wenn man es so anshaut, es gibt in jedem haushalt ca. 5 Sender nur mit bibel tv und solche sachen um aufzuklären wie das Christentum ist Den Medien kann man sowieso nicht mehr trauen da sie sowieso alle gegen die Muslime sind also wieso kein Sender der genau erklärt und aufzeigt was der Islam ist? wenn du schmerzen hast zu wem gehst du? zum arzt oder? alles andere ist schrott wenn dir was gestohlen worden ist zu wem gehst du? polizei oder?? wenn du fleisch brauchst zu wem gehst du? metzger oder? also die lösung ist schon gesagt

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