Rekordtief bei Adoptionen

09. Dezember 2012 13:37; Akt: 09.12.2012 13:37 Print

Schweizer adoptieren kaum noch Kinder

In der Schweiz hat sich die Zahl der Adoptionen in den letzten 15 Jahren halbiert. Grund dafür sind der medizinische Fortschritt, sowie die hohen Hürden bei einer Auslandsadoption.

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Früher haben kinderlose Paare eher ein Kind adoptiert als heute. (Bild: Symbolbild/Keystone)

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Kinderlose Paare, die ein Baby adoptieren, werden immer seltener. 2011 wurde mit 509 Adoptionen der tiefste Stand erreicht, seit diese statistisch erfasst werden (also seit 1980). Das geht aus neuen Daten des Bundesamtes für Statistik hervor, welche die Zeitung «Der Sonntag» veröffentlicht.

Innerhalb von 15 Jahren hat sich die Zahl der Adoptionen damit halbiert. Innerhalb von 30 Jahren ist sie sogar um zwei Drittel zurückgegangen – von 1600 auf 509 adoptierte Kinder. Die Ursache für diesen Abwärtstrend ist nicht zuletzt der Fortschritt in der Reproduktionsmedizin, wie die Schweizerische Fachstelle für Adoptionen bestätigt. Früher haben Paare mit Fruchtbarkeitsproblemen eher ein Kind adoptiert als heute.

Viele versuchen es nun zuerst mit einer Befruchtung im Reagenzglas. Rund 3000 Kinder kommen jedes Jahr in der Schweiz so zur Welt – und die Tendenz ist steigend. Bei ihrem Wunsch nach einem Baby greifen Frauen zunehmend zu Methoden, die hierzulande verboten sind: zur Eizellspende oder zur Leihmutterschaft. Dazu müssen sie ins Ausland gehen.

Paare im Herkunftsland werden bevorzugt

Ein weiterer Grund für die Abnahme der Adoptionen ist das Haager Abkommen, welches dem Schutz des Kindes dient. Es bestimmt unter anderem, dass zuerst Paare im Herkunftsland und erst danach ausländische Adoptionswillige berücksichtigt werden. Wartezeiten von bis zu fünf Jahren erschweren die Adoption eines Kindes zusätzlich. Weil es immer schwieriger wird, im Ausland ein Kind zu bekommen, wächst die Nachfrage nach Inland-Adoptionen.

Allerdings gibt es in der Schweiz gemäss «Sonntag» nur rund 30 Babys, die pro Jahr zur Adoption freigegeben werden. Die Neugeborenen stammen mehrheitlich von unverheirateten Frauen aus den Balkanländern. Da uneheliche Schwangerschaften bei ihnen als Schande angesehen werden, gibt man solche Kinder manchmal still und leise zur Adoption frei.

(pre)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • S.Z. am 10.12.2012 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen!

    Der Gedanke, dass genau jetzt im ehemaligen Osten (Europa!) und fast überall, Kinderheime überfüllt und armselig dran sind und es hier Menschen gäbe die Kinder adoptieren wollen und einen gewissen Aufwand nicht scheuen, es aber trotzdem nicht geht, ist unerträglich! Was ist das für eine Gesetzeslogik und Ethik? Aufruf an die Politiker um mehr Menschenverstand und Vertrauen in die Paare hier zu Lande!

  • Ricarda am 10.12.2012 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gott sei Dank

    Zum Glück für dir Kids haben wir so strenge Gesetze. Wer schon den Gedanken hat, ein Kind "go poschte" ist weder reif noch charakterlich gefestigt. Für einmal ein gutes, brauchbares Gesetz zum rigorosen durchsetzen. Dann bald die zu erwartende Scheidung und das Kind ist wieder der Streitpunkt.

  • sandra müller am 09.12.2012 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    auflagen unbegreiflich

    wir haben es uns auch überlegt das zweite kind zu adoptieren wir waren damals 26 jahre alt und haben uns informiert aber die auflagen sind eine katastrophe und man muss sich auf deutsch nackt abziehen und alles offen legen und lange genug verheiratet sein und das alter spielt auch eine rolle wir hätten gerne einem kind ein zu hause gegeben aber leider wid hier on den behörden nur steine in den weg gelegt zweite möglicht wo wir uns überlegten währe ein kind aus dem ausland gewesen einfachhalber haben wir dann unser zweites kind selber gezeugt wir sind eine glückliche fammilie

  • Y Bergoni am 09.12.2012 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld geld geld

    Welch ein wunder bei diesem system und diesen horenten kosten! Bravo schweiz, dies hat unser vaterstaat zu verantworten...

    • Luigi am 10.12.2012 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Danke Bern

      Zum Glück greift hier der Staat ein!

    einklappen einklappen
  • Dreyfuss am 09.12.2012 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Glück für dir Kinder

    Ist auch gut so, weil Atoptieren eine Life Style Sache geworden ist. Das menschlich soziale interessiert niemanden mehr. Dann lässt sich jeder 2. scheiden, auch nicht wirklich förderlich.

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