Lüsterne Geistliche

05. Januar 2014 13:08; Akt: 05.01.2014 21:55 Print

Schwule Priester wollten Sex mit Gardisten

Ein ehemaliger Schweizergardist erzählt Schockierendes aus seiner Amtszeit: Kardinäle und Bischöfe sollen ihn in Rom sexuell belästigt und versucht haben, ihn mit Alkohol zu bestechen.

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Priester, Pater, Bischöfe und Kardinäle sollen einem Schweizergardisten Sex-Angebote gemacht haben. Der Vatikan sei ein Schwulenparadies, so der junge Mann. (Bild: Keystone/Monika Flueckiger)

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Die Schwulen-Lobby in der Vatikanstadt bevorzugt offenbar Schweizergardisten. Dies behauptet zumindest ein ehemaliger Angestellter. Er habe in seiner Dienstzeit während der Amtsperiode von Johannes Paul II. von 20 Geistlichen Sex-Angebote bekommen. Nicht nur Priester und Pater machten ihm den Hof, sogar von Bischöfen und Kardinälen soll er belästigt worden sein.

«Einmal, als ich etwa um Mitternacht aus dem Ausgang nach Hause kam, rief mich jemand mit unterdrückter Handynummer an», sagt der Ex-Gardist zur «Schweiz am Sonntag». «Was machst du, wo bist du?», habe der Anrufer auf Italienisch gefragt und ihn auf sein Zimmer eingeladen. Auf die Frage, wer da spreche, stellte sich heraus, dass es sich bei dem Mann um einen hohen Geistlichen handelte, der im Papstpalast logierte.


«Der Vatikan ist ein Paradies für Schwule»

Der Gardist überprüfte später die Personennummer, die der Anrufer ihm am Telefon genannt hatte, und konnte somit dessen Identität bestätigen. «Der Vatikan ist ein Paradies für Schwule», so der junge Schweizer. Ein Mitarbeiter des Staatssekretariats habe ihn sogar betatscht. Viele hätten auch versucht, ihn mit Alkohol gefügig zu machen: «Einmal stand beim Posten am Eingang St. Anna eine Whiskeyflasche für mich, zusammen mit der Visitenkarte eines Bischofs.» Und ein Priester habe ihn in seiner Privatwohnung beim grossen Platz Campo dei Fiori abfüllen wollen. Auch zum Essen in ein Restaurant sei der Schweizergardist eingeladen worden. «Als Spinat und Steak serviert wurden, sagte der Priester zu mir: ‹Das Dessert bist dann du.›»

Als der Ex-Gardist nach Ablauf seiner Dienstzeit in Rom einen Job wollte und einen Geistlichen um Rat fragte, empfahl dieser ihm einen Bischof. «Aber geh vorher duschen.» Für ihn war klar: Wenn er den Callboy spielte, würde ihm der Bischof einen Job besorgen. Es sei allgemein bekannt gewesen, dass das Eingehen auf homosexuelle Angebote karrierefördernd war. «Vielleicht wäre ich heute ja Kommandant der Schweizergarde, wenn ich mitgemacht hätte», so der junge Mann. Das habe er aber nie getan. Wie es bei anderen Gardisten aussehe, wisse er nicht.

(tab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • cro am 05.01.2014 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kirche??!!

    wurde als kind streng katholisch erzogen. zum glück konnte ich mich der kirche entziehen. glaube an gott, nicht an die kirche!!

  • Fors vo der Lueg am 05.01.2014 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, ja, genau da wo die 'Moral' hoch

    gehalten werden sollte, ist der Morast am tiefsten! Wer noch Kirchensteuer bezahlt ist selber schuld!

  • Manfred E. am 05.01.2014 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Dass es...

    ...immer noch Menschen gibt, die hier noch Kirchensteuern bezahlen ist eigentlich doch schon ein "göttliches Wunderding".

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heleneina Graber am 06.01.2014 01:46 Report Diesen Beitrag melden

    normal

    hat nichts mit der Kirche zu tun, sondern mit Menschen, die zu viel Macht haben. Das war immer schon so, dass der Mensch in Positionen mit Macht kommen will, um diese dann umfassend für sich zu nutzen (Chef, Politiker, Diktator ...)

  • Ruedi Wyss am 05.01.2014 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Nur beten?

    Wer geglaubt hat die Herren im Vatikan leben nur fürs beten, ist wohl ziemlich naiv!

  • Sandokan am 05.01.2014 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Irritation über Doppelmoral...

    Bin jetzt nicht wirklich irritiert - kommt in allen Branchen und Firmen vor, dass "hochschlafen" karrierefördernd sein kann, unabhängig der sex. Orientierung... ;-). Für mich stossend daran ist die herrschende Doppelmoral im Vatikan - würde mich nicht wundern, wenn dann die genau gleichen "Würdenträger" öffentlich homophobe Thesen vertreten!

  • L. Hunziker am 05.01.2014 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    War doch klar...

    Das überrascht mich ja so überhaupt nicht! Dort werden bestimmt noch ganz andere Dinge geschehen, die wir alle lieber nicht wissen wollen... Kein Wunder wurden schon Verbindungen zwischen dem Vatikan und pornographischen Dingen etc. hergestellt... Alles kein Wunder, denn es sind immer diejenigen die selber am meisten ,,Dräck am Stäckä" haben und dennoch nur auf andere mit dem Finger zeigen und Moralapostel spielen. Ich glaub der Kirche schon lang nichts mehr.

  • Manfred E. am 05.01.2014 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Dass es...

    ...immer noch Menschen gibt, die hier noch Kirchensteuern bezahlen ist eigentlich doch schon ein "göttliches Wunderding".