Frivoler Kurs

06. Mai 2013 17:16; Akt: 06.05.2013 18:29 Print

Sextoys-Bastelabend für Basler Studenten

von Andrea Heeb Perrig - An der Universität Basel können Studenten lernen, wie man Sexspielzeug aus Gemüse, Seife und allem was beliebt schnitzt. Das erregt auch konservative Gemüter.

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Der Flyer für den Genderstammtisch. Dort lernen die Studentinnen, Sextoys zu basteln – zum Beispiel aus Gurken.

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«Was haben Bananen, Schraubenzieher und Seife gemeinsam? Sie wollen mit dir ins Bett oder in die Dusche, die Küche oder den Wald», mit diesen Worten wird auf der Gender Studies Internetseite der Universität Basel der Genderstammtisch «Sextoys basteln» angepriesen. Er findet am Donnerstag im Café Hammer in Basel statt.

Die Fachgruppe Gender Studies organisiert einmal im Monat eine offene Veranstaltung. «Dieses Mal zeigen wir, dass man sich aus Rübli oder anderem Gemüse Dildos genau nach dem eigenen Geschmack und den individuellen Vorlieben herstellen kann», sagt Ledwina Siegrist, Studentin der Geschlechterforschung und eine der Studierenden, welche den Genderstammtisch organisiert hat. Mitbringen sollen Interessierte daher Seifen und Gemüse und dann werde drauflosgeschnitzt. Die Anleitung gebe es vor Ort, auprobiert werde aber erst Zuhause.

Ein wenig befremdet über die Veranstaltung ist der Basler SVP-Nationalrat Sebastian Frehner: «Die Uni sollte der Lehre und Forschung dienen und nicht den etwas speziellen Neigungen eines Teils der Studentenschaft eine Plattform bieten.» Er fragt sich, ob dieses Angebot die Studierenden und die Wissenschaft weiterbringt.

Sextoys wurden schon immer gebastelt

Marc Gilardi, Geschäftsführer von Erotik Markt, hält das Ganze für einen Witz. Gemüse gehöre auf den Teller und sei kein Sexspielzeug. «Unsere Sextoys haben Motoren. Zudem sind die Materialien geprüft und hautverträglich.»

Zahlen für Sextoys möchten Ledwina Siegrist und ihre Kolleginnen aber nicht: «Wir wollen eine positive Haltung gegenüber der Sexualität vermitteln und gegen die Mainstreamhaltung vorgehen, dass nur kommerzialisierte Sexspielzeuge verwendet werden können.» Sie seien kritisch, würden nicht nur konsumieren und sich mit Sexualität jenseits der heteronormativen Regeln und Grenzen beschäftigen. «Wir wollen zeigen, wie man mit Sextoys lustig und unverkrampft umgeht und dafür auch kein Geld ausgeben muss», so Siegrist.

Für Bruno Wermuth, Sexualberater und «Doktor Sex» bei 20 Minuten ist das ohnehin nicht nötig: «Seit es Menschen gibt, werden Sexspielzeuge gebastelt. Dass man diese kaufen kann, ist ein junges Phänomen.» Er warnt aber, dass scharfkantige, spitze und zerbrechliche Gegenstände und Materialien nicht für Sextoys verwendet werden sollten. Ausserdem sei auf Sauberkeit zu achten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ThoM am 07.05.2013 01:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Allerhand!

    Als ich zuletzt geschaut hab, waren aber Gemüse mindestens so stark kommerzialisiert, wie Sextoys. OK, nicht in demselben Laden, aber immerhin. Im übrigen habe ich bis heute noch nicht so viel Fremdwörter in Ihrer Zeitung gelesen, wie in diesem Artikel allein.

  • J.K. am 06.05.2013 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Zum wegschmeissen...

    Also ich weiss ja nicht, aber die Uni Basel scheint mir ein komischer Ausbildungsort zu sein... Gegen das schnitzen von Sexspielzeug aus Gemüse müssten doch vor allem die zahlreichen Vegetarier, die ja bekanntlich an der Uni Basel zur Schule gehen, etwas haben... :-D oder nicht?

  • Aldo Carigiet am 06.05.2013 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    Uni steuert in den Abgrund

    Schlimmer als die Griechen und Römer oder auch schon frühere Kulturen. Alle gingen unter und sind -eigentlich- nicht mehr wieder aufgestanden! Soll nun die UNI Basel den Anfang vom Schweizer-Untergang einläuten? Gibt es keine normalen Menschen, die diesen Unsinn stoppen können? Wie blöd sind die Uni's und deren Verantwortliche geworden? So was nennt man "Intelligenzia", nicht wahr?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz M. am 07.05.2013 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    nicht neu

    Also ich (m) befriedige mich schon lange mit Gurken und Karotten, obwohl ich nie einen Kurs belegt habe. Vielleicht sollte ich den Kurs auch besuchen um etwaige Neuheiten zu erfahren.

  • Michael von Hohenzaun am 07.05.2013 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nahrungsverschwendung???

    Ist ja nicht zu fassen. Es gibt Leute die IMMER was zu meckern haben. Aber ja, ein Rüebli ist ja auch soooo eine Nahrungsverschwendung. Lieber produzieren wir etwas aus Plastik, Gummi und Metall was die nächsten 200 Jahre nicht abgebaut wird. Ist ja vieeeel Umweltschonender. Manchmal frage ich mich wirklich was manche Menschen in ihrer Meckerei antreibt ohne nachzudenken.

    • KatyE am 09.05.2013 11:07 Report Diesen Beitrag melden

      sowieso eine blöde Idee

      Nun ja, den aus gummi würde man natürlich häufiger gebrauchen.. wenn man natürlich für jedes Mal ne neue Karotte "schnitzen" muss, ist das schon nicht ganz korrekt. Schliesslich könnte man diese auch essen, die Spielzeuge aus Gummi nicht..

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  • ThoM am 07.05.2013 01:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Allerhand!

    Als ich zuletzt geschaut hab, waren aber Gemüse mindestens so stark kommerzialisiert, wie Sextoys. OK, nicht in demselben Laden, aber immerhin. Im übrigen habe ich bis heute noch nicht so viel Fremdwörter in Ihrer Zeitung gelesen, wie in diesem Artikel allein.

  • Someone am 07.05.2013 01:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Thema Nahrungsverschwendung...

    Ich mag mich noch erinnern dass man aus Kartoffel und co. Stempfel gebastelt hat um Stoffe zu bedrucken..und das in der Schule! Mag mich nicht erinnern dass sich da irgendwer beschwert hat...

  • M.S. am 07.05.2013 01:28 Report Diesen Beitrag melden

    Do not panic :)

    An alle die sich hier so aufregen: Euch ist schon klar, dass hier nur die Fachgruppe (einfach ein paar engagierte Studierende dieses Studienfaches) von sich aus diese Veranstaltung organisieren. Das hat ja mit der Uni und regulären universitären Veranstaltungen nichts zu tun, findet ja auch nicht in der Uni statt. Und von den Steuern wird das auch nicht bezahlt :) Also beruhigt euch wieder :)

    • Marco am 07.05.2013 13:02 Report Diesen Beitrag melden

      Ich finde es eine Frechheit

      dass es nicht von den Steuern bezahlt wird!

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