Wahljahr 2018

02. Januar 2018 10:39; Akt: 02.01.2018 11:17 Print

Sieben Wahlen und ein prominenter Kandidat

Ein Jahr vor den nationalen Wahlen: Hier kämpfen die Schweizer Parteien 2018 um Sitze – ein Überblick.

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Darf auf ein Glanzresultat hoffen: Ex-Bundesratskandidat Pierre Maudet kandidiert als Regierungsrat des Kantons Genf für eine weitere Amtszeit. (1. September 2017) (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

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2018, im Jahr vor den nächsten nationalen Wahlen, werden in den Kantonen Bern, Graubünden, Glarus, Ob- und Nidwalden sowie Genf Regierung und Parlament neu gewählt. Im nationalen Fokus stehen auch die Wahlen in der Stadt Zürich.

Bürgerliche wollen Mehrheit im Kanton Bern verteidigen

Im Kanton Bern wollen die Bürgerlichen am 25. März die Mehrheit in der siebenköpfigen Berner Kantonsregierung verteidigen. Zur Wiederwahl treten Christoph Neuhaus (SVP), Pierre Alain Schnegg (SVP), Beatrice Simon (BDP) und Christoph Ammann (SP) an.

Die FDP will den Sitz des abtretenden Hans-Jürg Käser mit dem Stadtberner Grossrat Philippe Müller verteidigen. Für die Sitze von Barbara Egger (SP) und Bernhard Pulver (Grüne) bewerben sich die Nationalrätinnen Evi Allemann (SP) und Christine Häsler (Grüne).

Dazu kommt der Bernjurassier Ex-Grossrat Christophe Gagnebin (SP), welcher der SVP den Jura-Sitz von Schnegg abluchsen soll. Beobachter gehen davon aus, dass die Bürgerlichen ihre Mehrheit verteidigen werden. Auch im Grossen Rat ist bürgerliche Mehrheit nicht in Gefahr.

SVP will in Graubünden zurück in die Regierung

Im Kanton Graubünden stehen im 10. Juni die spannendsten Regierungsratswahlen seit Jahren an. BDP und SP müssen neue Köpfe bringen, und die SVP will endlich zurück in die Exekutive. Sie hat gute Chancen, nach zehnjähriger Absenz mit Walter Schlegel, dem Kommandanten der Kantonspolizei, die fünfköpfige Bündner Kantonsregierung zurückzukehren.

Schwierig wird das Rennen für die BDP, die zwei Sitze hält und Finanzdirektorin Barbara Janom ersetzen muss. Grossrat Andreas Felix, Geschäftsführer des Baumeisterverbandes, soll Janoms Sitz halten. Die SP muss ebenfalls neues Personal aufstellen und schickt für den nicht mehr antretenden Erziehungsdirektor Martin Jäger Grossrat und Gewerkschafter Peter Peyer ins Rennen.

Die CVP ist auf Angriff programmiert und peilt einen zweiten Sitz an. Insgesamt kandidieren für die fünf Sitze sieben Männer – aber keine Frau. Gleichzeitig finden im Kanton Graubünden Grossratswahlen statt.

Gelingt der SP im Glarnerland ein Comeback?

Im Glarnerland lautet am 4. März bei den Regierungsratswahlen die Frage, ob die Exekutive rein bürgerlich bleibt oder die SP nach vier Jahren Abwesenheit zurückkehrt. Bauplaner Christian Büttiker (SP) bewirbt sich um den frei werdenden Sitz des zurücktretenden Robert Marti (BDP). Die BDP selber schickt Kaspar Becker (BDP) ins Rennen.

Vom fünfköpfigen Regierungsrat treten vier Mitglieder erneut an: Landammann Rolf Widmer (CVP), Landesstatthalter Andrea Bettiga (FDP), Marianne Lienhard (SVP) und Benjamin Mühlemann (FDP). Am 10. Juni wird das Kantonsparlament, der Landrat, neu bestellt.

Je zwei frei werdende Sitze in Ob- und Nidwalden

Im Kanton Obwalden werden am 4. März der fünfköpfige Regierungsrat und das 55-köpfige Parlament neu gewählt. Die beiden Regierungsräte Niklaus Bleiker (CVP) und Franz Enderli (CSP) stellen sich nicht mehr zur Wahl.

Der Obwaldner Kantonsregierung gehören aktuell vier Männer und eine Frau an. Neben den beiden Abtretenden sind dies Finanzdirektorin Maya Büchi-Kaiser (FDP), Sicherheitsdirektor Christoph Amstad (CVP) und der parteilose Baudirektor Josef Hess. Am 4. März wählen auch die Nidwaldnerinnen und Nidwaldner ihre siebenköpfige Regierung und das 60-köpfige Parlament, den Landrat, neu. Ihren Rücktritt per Ende Legislatur angekündigt haben Frau Landammann Yvonne von Deschwanden (FDP) sowie Landwirtschafts- und Umweltdirektor Ueli Amstad (SVP).

Neben den Zurücktretenden gehören zur Nidwaldner Kantonsregierung Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser (CVP), Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger (CVP), Baudirektor Josef Niederberger (CVP), Alfred Bossard (FDP) sowie Landesstatthalter und Bildungsdirektor Res Schmid (SVP).

Maudet profitiert in Genf wohl von Bundesratskandidatur

In Genf werden im Frühling Regierung und Parlament neu gewählt. Zu den Wahlen für den Grossen Rat und dem ersten Wahlgang für die Regierung kommt es am 15. April. Für einen zweiten Wahlgang für die Exekutive ist der 6. Mai vorgesehen.

Von den sieben Mitgliedern der Kantonsregierung treten sechs zur Wiederwahl an, darunter auch der im Laufe der Bundesratswahlen in der gesamten Schweiz bekannt gewordene Pierre Maudet (FDP). Er dürfte das beste Resultat erzielen.

Als gefährdet gilt die Wiederwahl von Anne Emery-Torracinta (SP), der einzigen Frau in der Genfer Regierung. Ihr könnten Parteikollegen den Sitz streitig machen. Auch Mauro Poggia vom Mouvement Citoyens Genevois (MCG) muss zittern, weil sich seine Partei in einer schlechten Verfassung befindet. Das MCG muss sogar um den erneuten Einzug ins Kantonsparlament fürchten.

SVP drängt in Zürcher Stadtregierung

Das Stadtzürcher Stimmvolk kann am 4. März anlässlich der Erneuerungswahlen die neun Mitglieder des Stadtrats sowie das 125-köpfige Stadtparlament wählen. Vor allem bei den Stadtratswahlen ist die Ausgangslage spannend.

Gleich 15 Kandidierende kämpfen um die neun Sitze, von denen zwei durch Rücktritte frei werden. Die amtierende Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) bekommt Konkurrenz von Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) und GLP-Kandidat Andreas Hauri.

Aktuell sitzen im neunköpfigen Stadtrat vier Mitglieder der SP, zwei der FDP und je ein Mitglied der AL, der Grünen und der CVP – aber seit Jahrzehnten kein SVP-Vertreter. Dies soll sich nach dem Willen der momentan zweitstärksten Partei im Zürcher Gemeinderat ändern: Die SVP stellt gleich zwei Stadtratskandidaten.

Stärkste Partei im 125-köpfigen Gemeinderat ist momentan die SP mit 39 Vertretern, gefolgt von der SVP mit 23 und der FDP mit 21. Die Mehrheitsverhältnisse sind äusserst knapp: Schlägt sich die GLP auf die Seite der Bürgerlichen, dann haben diese zusammen eine Stimme mehr als die Linke.

SP will linke Mehrheit im Winterthurer Stadtrat

Auch in Winterthur finden am 4. März die Gesamterneuerungswahlen von Regierung und Parlament statt. Der siebenköpfige Stadtrat besteht heute aus je zwei Mitgliedern von FDP und SP sowie einem von CVP, SVP und Grünen, die alle wieder antreten – darunter auch der CVP-Stadtpräsident.

Mit einer dritten Kandidatin will die SP die linke Mehrheit im Stadtrat und das Präsidium zurückerobern. Auch die Grünliberalen kämpfen mit ihrer Kandidatin um das Stadtpräsidium sowie den Einzug in den Stadtrat. Ebenfalls im Rennen sind die Piratenpartei sowie ein Parteiloser.

(ij/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bärner Bär am 02.01.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte wählt bei den kommenden kantonalen

    Geschätztes Stimmvolk: Bitte wählt bei den kommenden kantonalen Wahlen Personen welche sich auch für das Wohl des Mittelstandes und des einfachen Bürgers einsetzen und ein soziales Gewissen haben. Wie sagt man doch so schön: Nur die aller dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.

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  • Worm77 am 02.01.2018 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2019

    Ich freue mich schon auf die nationalen Wahlen nächstes Jahr. Hoffe, dass dann ein Zeichen nach Bern geschickt wird. Dieser Linken Politik muss endlich der Riegel geschoben werden.

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  • Doktor Sommer am 02.01.2018 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Der Brennpunkt, meiner Berechnung

    Ich kann Ihnen versichern, ein Rechtsrutsch ist möglich, alles andere, verursacht nur hohe Kosten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • W.Spahni sen. am 04.01.2018 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ja liebe Zürcher Wähler, es ist Zeit dem

    Rot/Grünen Spuk in Zürich ein Ende zu bereiten! Geht wählen und tut das Richtige!

    • Papierlischweizer am 04.01.2018 14:25 Report Diesen Beitrag melden

      Warum denn?

      Irgendwie scheinen die Stadtzürcher ganz zufrieden zu sein mit ihrem, um es mal Ihrer Rhetorik folgend auszudrücken, "Geisterkabinett". Sonst würden sie es wohl kaum immer wieder im Amt bestätigen. Und auch die Tatsache, dass nach Jahren der Stadtflucht unter der Obhut der FDP die Bevölkerung der Stadt wieder wächst spricht eigentlich nicht gegen den status quo.

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  • curdin am 03.01.2018 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Wegwahl der BDP

    Die BDP muss einfach weggewählt werden. Mir sind Parteien die klaar positionieren lieber, da weis der Wähler welche Wahl er hat. Die BDP trompetet sich als Mitte-Partei, dabei hat sich diese Partei selber zur Steigbügelhalter der Linken degradiert. Die CVP aus lauter Anpassitis hat keine bürgerliche Linie mehr. Früher eine verlässliche Bürgerpartei in den katholischen Stammeslanden. Heute können sich weite Kreise der katholischen Bevölkerung mit diesem zik-zak Kurs nicht anfreunden. Mal da gefallen, mal dort kuscheln sagt man wischi-waschi.

    • Xeno72 am 03.01.2018 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @curdin

      Die BDP ist nur in ganz wenigen Kantonen (BE, GR, GL) eine halbwegs relevante Kraft. Neckischerweise könnte ein Absturz der BDP im Kanton Bern dazu führen, dass die knappe "bürgerliche" Mehrheit im GR (83 von 160 Sitzen) fällt. Das gäbe dumme Gringe bei der SVP.

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  • moreno am 03.01.2018 01:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hat jemand ein Geheimtipp?

    alle Parteien sind für mich nichts spezielles, was soll ich wählen ? nicht einfach wenn man sich mit keine identifizieren kann !!

    • Aus Zürich am 03.01.2018 01:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @moreno

      Geht mir auch so. Sympathiere mit rechten Linken , wie Ch. Gallade, Jositsch, Mario Fehr....Leider sind diese Minderheiten in der SP. Darum wähle ich nur noch einzelne Personen, keine Partei mehr.

    • Cartman1993 am 03.01.2018 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @moreno

      Dann gründe eine eigene Partei, suche Gleichgesinnte und sammle per crowfounding das Geld für den Wahlkampf um deine Ansichten zu verbreiten.

    • Marc am 03.01.2018 10:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cartman1993

      Möchte auch in die Politik Problem ist aber,ich bin Mitte Dänkender mit drang nachrechts. Aber die heutige Mitte ist schon links. Alles andere wird ja als böse und unmenschlich bezeichnet.

    • projektb am 03.01.2018 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      "die heutige Mitte ist schon links"... das ergibt ja mal gar keinen Sinn. Es gibt hier zwei Möglichkeiten: A Sie wissen nicht wo die Mitte ist, oder B: Sie wissen nicht was die Mitte ist. Tippe auf Letzteres.

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  • Feline X am 03.01.2018 00:39 Report Diesen Beitrag melden

    Jahrestag

    Wow, was ist heute mit den Kommentaren los? Ist Jahrestag der SVP-Stammtisch-Polteris?

    • lore am 03.01.2018 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Feline X

      ich lese aber mehr linkes ideologisches parteibüchlein gemotz, über die bürgerlichen! soll das besser sein? gruss von einem parteipolitschen unabhängigen wähler.

    • Stofftier am 03.01.2018 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Feline X

      Mal ehrlich - ist das nicht täglich so? leider.

    • Patriot CH am 03.01.2018 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Feline X

      die allermeisten Pro-SVP Kommentare sind nicht echt. Das sind bloss bezahlte Kommentarschreiber...weiss doch eigentlich jeder oder? Also ich wähle FDP, da geht es wesentlich ehrlicher, volksnaher und professioneller zu und her als bei den rechten Realitätsverweigerern.

    • lore am 03.01.2018 08:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Patriot CH

      genau! der verkauf und abbau des büezerstand und mittelstand kann für die fdp nicht schnell genug gehen! hauptsache global und arbeitssklaven züchten, damit die oberen noch mehr abzocken können. fdp und svp sind die unterjocher des arbeiterstandes mit gütiger mithilfe der (eigentlichen) arbeitnehmer vertretung sp. das schlimmste für mich persönlich sind parteisoldaten der graus und helfen kein bisschen eine lösung für die allgemeinheit zu finden.hauptsache die partei lebe hoch!??

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  • Christian am 02.01.2018 23:52 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Kurzschlusswahlen, bitte!

    Alle die sich einen Rechtsrutsch wünschen, möchten wohl am Liebsten eine Diktatur, oder zumindest so etwas in dieser Nähe! Prost arme Schweiz! Mögen diejenigen welche etwas weiter über ihre Nasenspitze hinaus denken gewinnen! Einen Rechtsrutsch demokratisch zu akzeptieren wäre für Viele ein echter Klotz im Hals. Darum geht wählen, und bedenkt gut WEHN ihr wählt!

    • Weissesned am 03.01.2018 07:19 Report Diesen Beitrag melden

      @Levrat

      Ich wünsche mir weder einen Kommunismus noch eine 2-Klassen-Gesellschaft, weder ein Unterordnung ggü der EU, noch eine 10 Mio Schweiz. In dem Fall gibt's nur eine wählbare Partei: SVP.

    • Christian am 03.01.2018 09:52 Report Diesen Beitrag melden

      @Weissesned

      Auch wenn Sie's offenbar nicht "wissen", steht es Ihnen frei wen Sie wählen! Nur sollten dann von Ihrer Partei vernünftige, brauchbare Initiativen kommen, und nicht solche die den SVP-Leuten nur der eigenen Geldtasche nützen! Polemisieren hilft da nämlich nichts! Und das tut die SVP mehr als nötig. Die bringen unser Land nicht weiter. Echte Demokratie heisst die Entscheide der Andern mittragen, jedoch nicht hetzen und die Meinungen der Bevölkerung derart spalten - sofern man das kann.

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