Elektronische Medien

11. Dezember 2017 18:21; Akt: 11.12.2017 18:37 Print

Snapchat und Instagram überholen Facebook

Erstmals sind Instagram und Snapchat bei den 15- bis 24-Jährigen in der Schweiz beliebter als Facebook. Warum?

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«I never read. I just look at pictures.» Zumindest der zweite Teil dieses Zitats des legendären US-Künstlers Andy Warhol beschreibt den Zeitgeist der jungen Generation. Snapchat und Instagram haben Facebook deutlich überholt. Das zeigt die repräsentative Studie des IGEM-digiMonitor 2017 (siehe Box).

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Zwei Drittel der Jungen nutzen mindestens gelegentlich Snapchat und Instagram. Mehr als die Hälfte der 15- bis 24-Jährigen nutzt täglich Snapchat oder Instagram – wobei Instagram allerdings bei den 15- bis 24-Jährigen langsam den Zenit erreicht haben dürfte.

Derweil hat Facebook laut der Studie bei den 15- bis 24-Jährigen in der Schweiz massiv verloren. Haben 2016 noch knapp 70 Prozent der Jungen mindestens gelegentlich Facebook genutzt, sind dies nur ein Jahr später bloss mehr 55 Prozent. Facebook ist in der Romandie deutlich beliebter als in der Deutschschweiz.


(Video: 20 Minuten/Serano Brazerol)

Selfie-Kultur und Innovation

Social-Media-Experte Jürg Kobel sieht verschiedene Gründe für diese Entwicklung, die sich schon seit einigen Jahren abzeichnet:

• Die Jungen können auf Insta und Snapchat die Selfie-Kultur viel besser zelebrieren. Im Fokus stehen Fotos und Videos und das Sammeln von Likes.

• Auf Facebook werden auch mal politische oder wirtschaftliche Themen diskutiert, die ganz junge Nutzer weniger interessieren als Erwachsene. Insta und Snapchat dagegen sind «Wohlfühl- oder Gute-Laune-Zonen». Die Fotos kann man zwar kommentieren, das Bild spielt aber die weit grössere Rolle als der Text.

• Auf Facebook tummeln sich inzwischen auch Eltern, Tanten und Grosseltern. Mit Snapchat haben die Jungen eine Plattform, auf der sie unter sich sind und die die Älteren nicht verstehen.

• Facebook hat sich wenig erneuert. Snapchat dagegen punktet mit spielerischen Filtern und mit der Vergänglichkeitsfunktion. Beiträge verschwinden innerhalb von 24 Stunden. Diese Funktion bietet Facebook mittlerweile zwar auch an, Snapchat war aber der Erfinder dieser Funktionen und somit zu Beginn einzigartig.

• Auf Facebook erscheint viel Werbung, was die jungen Nutzer abschreckt. Davon bleiben sie auf Insta und Snapchat weitgehend verschont.

Was bedeutet diese Entwicklung für Facebook? «Auch die Jungen werden älter und landen dann vielleicht auf Facebook», sagt Kobel. Zudem lanciere Facebook verschiedene Tools, um die Jungen zurückzuholen oder zu gewinnen. So hat Facebook kürzlich eine kindgerechte Version seines Messengers veröffentlicht. Mit welchem Erfolg bleibe abzuwarten.

Weiter zeigt die Studie:

Überflieger Pinterest
Pinterest verzeichnet in praktisch allen Bevölkerungsgruppen eine Verdoppelung der Nutzung. Was ins Auge sticht: Die Plattform spricht Frauen deutlich mehr an als Männer. Ausserdem ist Pinterest in der Romandie deutlich beliebter als in der Deutschschweiz. Dafür wird Youtube in der französischen Schweiz viel weniger genutzt.

Smartphone
Das Smartphone ist das am intensivsten genutzte elektronische Gerät. Knapp drei Viertel der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren nutzen täglich ein internetfähiges Handy. Mit 98 Prozent sind praktisch alle Jungen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren täglich am Smartphone. Nur 2 Prozent der 15- bis 24-Jährigen in der Schweiz sind nicht über Whatsapp erreichbar. Stationäre Computer und Tablets verlieren an Bedeutung. Nur das TV-Gerät und das Radio-Gerät erreichen insgesamt noch mehr Personen als das Smartphone.

Beliebtes TV-Gerät
Fernsehen und Radio bleiben attraktiv: Zwei Drittel der Bevölkerung schauen täglich fern oder hören Radio. Dabei bleibt das TV-Gerät Favorit fürs Fernsehen – in allen Altersgruppen. 82 Prozent der Personen, die über mehrere Geräte fernsehen, bevorzugen dazu ein klassisches TV-Gerät.

Spotify und Netflix
Die Hälfte der Jungen nutzt Dienste wie Spotify, und knapp 40 Prozent schauen mindestens gelegentlich Netflix. In der Gesamtbevölkerung hören lediglich 10 Prozent täglich via Musikstreaming. Dabei ist das Musikstreaming vor allem in der Romandie überdurchschnittlich beliebt. Die Nutzung von Netflix dagegen hängt nur vom Alter ab: je jünger, desto eher Netflix.

Virtual-Reality-Brille
Knapp jeder Fünfte hat schon mal eine Virtual-Reality-Brille ausprobiert. Die Höchstwerte für Virtual Reality werden bei jüngeren Männern in der Deutschschweiz erzielt (40 Prozent).

Smartwatch
Nur jeder Zwanzigste trägt in der Schweiz eine Smartwatch.

Internet-Werbung und Adblocker
Werbung im Internet stösst auf Ablehnung. Um diese auszublenden, werden Adblocker installiert. 2017 haben ein Fünftel der Gesamtbevölkerung und knapp ein Drittel der Jungen mindestens auf einem Gerät eine solche Software installiert, vor allem junge Deutschschweizer Männer (50 Prozent).

(dp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel Gut am 11.12.2017 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Facebook ist lästig

    Weil Facebook einfach nur noch lästig ist. Diesem Freund gefällt das, du wurdest in einem Kommentar erwähnt, das könnte dir gefallen. Diese attraktive junge Dame aus deinem 800 Seelen Dorf möchte mit dir befreundet sein. Werbung Werbung etc.

    einklappen einklappen
  • Optimalos am 11.12.2017 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werbung über alles

    seit Facebook zeischen den Beiträgen von Freunden & im aufgezwungenen Messenger Werbung anzeigt fühlt es sich so an, als wäre es Beiträge von Freunden in den Kleinanzeigen zu suchen...

  • Sehrgeyfährlich am 11.12.2017 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haha

    Snapchat und Instagram sind wohl die einzigen Software's welche unsere Jugendlichen gut bedienen können. Bei Windows scheitern sie schon beim Dateien abspeichern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • chrizzla am 12.12.2017 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    müll

    lernt es doch endlich! hört auf diesen sozial media müll zu nutzen und falschen leuten geld in die taschen zu stopfen! geht in euch und fragt euch selbst brauche ich dass... es braucht nich von jeder handlung im leben fotos! ich kann mich ohne posts und so sehr gut an geile aktionen abende und bekannte erinnern

  • P-J S. am 12.12.2017 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt drauf an.

    Facebook hat sich zu einer Software entwickelt, wo man einiges Wissen muss. Die Feeds kann man auf sich konfigurieren sowie alle Benachrichtigungen, dass gibts bei Snap und Insta nicht/weniger. Es braucht halt Zeit. Snap ist sowieso der grösste Mist, nach 5 min weiss ich eh nicht mehr was ich geschrieben habe - non-sense Kommunikation - geeignet für Teenies. Insta ist für mich persönlich der Kreis wo sich meine richtigen Freunde aufhalten, habe auch keine Werbung. Also jedem das Seine.

  • Winona J. am 12.12.2017 01:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fortschritt mit zu viel Werbung

    Logisch ist FB nicht mehr so beliebt, 1. die Social-Media entwickelt sich auch weiter, 2. FB ist nun wie Netlog, MSN etc. (das waren noch Zeiten) 3. ist ja sowieso voll mit Werbung, das könnte dich interessieren, kennst du schon xyz? Richtig nervig, aber Insta und SC nervt mich langsam auch, wegen der Werbung. Es muss ja langsam überall Werbung gemacht werden!

  • Terminator am 12.12.2017 00:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so what

    Na und, wen kümmerts, vor allem da Instagram zum Facebook Konzern gehört.

  • Böbi von der Kippe am 12.12.2017 00:17 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe die Schweiz

    Es lebe 20. Minuten. Viel besser als Insta & co.