Die Argumente der Befürworter

09. Januar 2018 13:23; Akt: 09.01.2018 15:12 Print

So soll sich die SRG ohne Billag finanzieren

Die No-Billag-Befürworter präsentieren einen «Plan B» für die SRG. Ihre Argumente.

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Die Befürworter der No-Billag-Initiative zeigen sich überzeugt, dass die SRG auch ohne Gebührengelder existieren könnte. Am Dienstag haben sie ihren «Plan B» präsentiert, der auf Abonnemente und Werbung setzt.

Das Komitee setzt sich mit dem Slogan «Ja SRG: No Billag Ja» für eine Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren ein, also für ein Ja zur Initiative in der Abstimmung vom 4. März. Es argumentiert, die SRG sei beim Publikum und im Werbemarkt hervorragend positioniert. Der Service public könne somit grösstenteils über Einnahmen aus dem Markt finanziert werden.

Sendungen, die sich nicht im Markt finanzieren liessen, könnten auch künftig gefördert werden, schreiben die Befürworter. Für sprachliche Minderheiten oder Randregionen wäre eine solche Förderung weitgehend unbestritten.

Werbung am Radio

Zwar gingen die Einnahmen zurück, wenn die Gebühren wegfielen, da nicht alle Abonnemente lösen würden. Dafür seien höhere Einnahmen aus der Werbung über TV, Radio und Online zu erwarten. Heute dürfe die SRG weder online noch am Radio Werbung verkaufen. Hier bestehe ein Potenzial.

Die Befürworter legen Szenarien vor, mit welchen die SRG immer noch auf über eine Milliarde Franken käme. Eine der Berechnungen beinhaltet neben Abonnemente- und Werbeeinnahmen auch Fördergelder. Der Bund würde 250 Millionen beisteuern, die Kantone 50 und Private 30 Millionen Franken. Hinzu käme eine Distributions-Verbilligung im Umfang von 80 Millionen Franken.

Chance statt Ende

Die SRG male vor der Abstimmung aus taktischen Gründen schwarz und spreche von einem Lichterlöschen und einer Liquidation bei einer Annahme der Initiative, kritisieren die Befürworter. Sogar Medienministerin Doris Leuthard habe sich dieser «Angstkampagne» angeschlossen.

Diese Position komme einer versuchten Erpressung des Schweizer Stimmvolkes nah, sagte Jean-François Rime, SVP-Nationalrat und Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes. gemäss Redetext. Aus Sicht der Befürworter ist «No Billag» nicht das Ende der SRG, sondern eine Chance für eine neue und unabhängige SRG.

(woz/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ritiker K. am 09.01.2018 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Inkonsistent vom feinsten

    Die Initiative fordert, dass in der Verfassung steht, dass der Bund keine Radio und TV Stationen Subventioniert. In dem nun präsentierten 'Plan B' kommt ein Viertel des Geldes vom Bund - geht irgendwie überhaupt nicht auf.

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  • Tommy F. am 09.01.2018 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Witz

    Soso, die No-Billag-Initianten wollen also, dass der Bund 250 Millionen zu ihrem "Plan B" beisteuert. Kennen diese Typen eigentlich ihre eigene Initiative nicht? Dort steht klipp und klar: "4 Er subventioniert keine Radio- und Fernsehstationen." Das ist ein Aufruf zum Verfassungsbruch, noch bevor überhaupt darüber abgestimmt wurde.

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  • D. Müller am 09.01.2018 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verpasst

    Die SRG hat es verpasst einen Kompromiss zu finden was die Finanzierung angeht. Nun kommt die Quittung. Gut so.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ricka am 12.01.2018 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weniger ist mehr....

    Also...solange ich mir Kriegspropaganda in den Nachrichten anhören muss und die wahren Geschichten weggelassen werden, bin ich FÜR No Billag. Die SRG verschwendet unsere Gelder und der grösste Teil versickert irgendwo..

  • FindeIch am 11.01.2018 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Ich habe mich die letzten Tage mit den Online-Kommentaren auf den verschiedensten Online-Portalen der Hauptzeitungen der Schweiz/Kantone beschäftigt (Deutsch, Französisch, Italienisch). Auf allen Portalen gibt es die Aussage der (eines?) No-Billag-Gegner dass die vielen Zustimmungen für pro-No-Billag Kommentare und Auswertungen/Umfragen die für No-Billag-Sprechen "alles Andere als repräsentativ" seien. Aha.

  • Burgdorf P am 11.01.2018 20:54 Report Diesen Beitrag melden

    Angstmacherei Billag

    Mit den gleichen Argumenten mit denen die No-Billag Initiative bekämpft wird könnte man ja auch jeden Schweizer Haushalt verpflichten ein Tageszeitung Abo zu lösen, ob man nun die Zeitung will oder nicht. Und die Schweiz ging nun ja auch nicht unter ...

  • Josef Imhof am 10.01.2018 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Etliche Korrekturen durchführen

    Wie auch immer das Resultat der No-Billag Abstimmung ausfallen wird, bei den Sendern SRF1, SRF2 und SRFinfo muss einiges geändert werden in der Zukunft. Die Kosten aller Sendungen sind zu hoch. Einige Sendungen sind zu streichen, einige Sendungen sind zu kürzen, in den Chefetagen können die eine oder andere Person entlassen werden, etliche Sportexperten braucht es nicht, etc.. Generell müssen möglichst schnell Korrekturen vorgenommen werden.

  • Die Ida am 10.01.2018 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Solidarität

    Den Menschen wird ständig Angst gemacht, manche glauben leider daran. Aber genau das ist es warum sich nie was ändern wird. Die SRF wird weiter existieren, nur anders und das heisst nicht schlechter. Mit den richtigen Mitarbeitern an der Spitze werden sich so manche Türen öffnen. Das Angebot wird besser werden ohne Bevormundung. Denkt an die Menschen, für welche 400 CHF sehr viel Geld ist und keiner wird auf SRF verzichten müssen aber wir können uns aussuchen was wir sehen möchten und das viel günstiger.

    • Alter Eidgenosse am 10.01.2018 20:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Ida

      Danke Ida. Manchmal bin ich nahe am verzweifeln wie Solidarität von unseren Politikern und Parteien ausgelegt wird, und es scheint dass viele Billag-Befürworter dieser Auslegung unreflektiert folgen. Wie ist das bloss möglich. Ich habe grosse Angst was da zur Zeit in unserem Land passiert. Aber ich habe noch Hoffnung.

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