Im Spa, im Kino, beim Spaziergang

09. Januar 2018 19:17; Akt: 09.01.2018 19:17 Print

So verbringen die Leser den Schneetag in Zermatt

Viele können in Zermatt wegen des Schnees nicht auf die Piste oder zur Arbeit. Nun erzählen die Leser, wie sie den Tag verbringen.

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Der erste Zug verlässt Zermatt in Richtung Täsch. Ab Mittwoch 17.15 Uhr verkehren wieder Züge zwischen Zermatt und Täsch. Die Gleise sind vom Schnee befreit worden. Mit Hochdruck arbeitete die Matterhorn Gotthard Bahn daran, die Gleise vom Schnee zu befreien. Tewilweise meterhoch hatte sich der Schnee auf den Gleise und vor den Tunneleingängen angehäuft. Der Zug wartet am Mittwoch darauf, die Strecke nach Zermatt endlich wieder in Angriff nehmen zu können. Die Aufräumarbeiten auf der Bahnstrecke sind in vollem Gang. Mittlerweile hat sich die Wettersituation in Zermatt beruhigt. Zwar ist es noch kalt, aber dafür scheint die Sonne wieder. Die Flugverbindung sollte am Mittwoch so lange angeboten werden, bis die Bahn wieder fahre Flug von Zermatt nach Täsch kostet 70 Franken. Touristen warten in einer Schlange, um von der Air Zermatt per Helikopter ausgeflogen zu werden. Es könne zu längeren Wartezeiten kommen. Aufgrund eines Lawinenniedergangs auf der Zugstrecke kann die Bahnverbindung noch nicht geöffnet werden. The river covered with snow this morning in Zermatt, on Wednesday 10th January 2018. Due to heavy snowfall and rain showers, Zermatt can only be reached by air. Swiss authorities have closed roads and train service into the town of Zermatt amid a heightened risk of avalanches, stranding some 13,000 tourists in the town. (KEYSTONE/Dominic Steinmann) Bis zu 13 000 Touristen sind im Dorf von den Schneemassen eingeschlossen. Ein Gemeindemitarbeiter befreit die Strasse vom Schnee in Zermatt. (9 Januar 2018) «Viele Grüsse aus Saas Fee», schreibt ein Leserreporter am Dienstag. Es schneit und schneit und schneit. Man habe aber alles im Griff, meldet der Leserreporter. Am Dienstagnachmittag konnten Helikopter nach Zermatt fliegen. Gäste, die in Zermatt feststecken, warteten auf einen Transfer zum Heliport. Touristen warten auf dem Heliport der Air Zermatt. Innert nur 24 Stunden fielen im Wallis 2 Meter Schnee. Die Mitarbeitenden der Zermatter Bergbahnen sind fleissig am Schneeräumen. Ein Blick auf die auf 1867 m ü. M. gelegene Bergstation Furi. Auf der Bergstation Sunnegga auf 2288 m ü. M. sind die Masten schneebedeckt. Auch der Zugang zur Kombibahn Sunnegga-Blauherd war total verschneit. Die Schneehaufen reichen bis zu den Schultern: Ein Blick auf die Gleise der Gornergrat Bahn in Zermatt. Leserreporterin Nati schickt diese Bilder aus Zermatt vom Dienstagmorgen. Die Pisten sind aus mehreren Gründen gesperrt: Das Personal von Ausserhalb kam nicht nach Zermatt, die Pistenfahrzeuge konnten wegen des Stromausfalls nicht betankt werden und die Lawinengefahr war zu gross. Auf Twitter teilen Leute aus Zermatt Bilder vom Dienstagmorgen. Wegen dem Stromausfall sind praktisch keine Lichter zu sehen. Viel Schnee liegt auch in Grächen VS. Ein verschneites Velo in Zermatt. Meteorologen erwarten 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee in Zermatt. «Wir haben sooooo viel Schnee», schreibt das Hotel Phoenix auf seiner Facebook-Seite. Skifahren können die Gäste heute jedoch nicht. Die Schneeräumung kommt nur schleppend voran. «Momentan geht nichts», schreibt eine Leserin, die uns dieses Bild zukommen liess. «Wir sitzen im Dunkeln im Büro.» Am Dienstagmorgen ist in ganz Zermatt der Strom ausgefallen. Im Best Western Hotel Butterfly gibts ein romantisches Frühstück, wie der Leser schreibt. Kerzenlicht statt Lampen. Das Dorf ist von der Aussenwelt komplett abgeschnitten. Die Bewohner können sich in Zermatt frei bewegen. Jedoch kann niemand kommen und niemand gehen. So sah es gestern um 19 Uhr in Zermatt aus. «Winterlandschaft in Randa» Zermatt versinkt im Schnee. (8. Januar 2018) Der Ort kann weder erreicht, ... ... noch verlassen werden. Strasse und Eisenbahnverbindung nach Zermatt sind unterbrochen. (Archivbild) Via Facebook meldet sich die Gemeinde mit einem Foto vom Montagabend. Der Bahnhof Zermatt ist menschenleer, wie ein Leser berichtet. Der Vispertaltunnel ist nach einem Erdrutsch in beiden Richtungen gesperrt. Der heftige Schneefall führt laut zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen. (Stand: 8. Januar 2018) Dieser Leser genoss einen Spaziergang in Goms... ...«wunderschön», schreibt er. Viel Neuschnee gab es unter anderem in Zermatt. (8. Januar 2018) Blick auf das Schneegestöber am Bahnhof Zermatt. (8. Januar 2018) Das Après-Ski-Rondell in Saas-Almagell wurde statt von Gästen von Schnee besetzt. Bereits letzte Woche kämpfte das Wallis mit den Schneemassen: Hier geht eine Lawine in Zermatt nieder. (4.Januar 2018) Hier schlägt sich ein Leserreporter durch die Strassen von Saas-Fee. (4.Januar 2018) Erst letzte Woche ist im Dorf Savièse ein Hang mitten in einem Wohngebiet ins Rutschen geraten. Seither ist die Feuerwehr im ganzen Oberwallis im Dauereinsatz.

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Pisten, Zufahrtsstrassen, Bahnlinien und Wanderwege sind in Zermatt heute geschlossen. Viele können deswegen nicht zur Arbeit, die Touristen nicht zum Skifahren. Doch es gibt auch andere Wege, den Tag in einem verschneiten Bergdorf zu verbringen.

Skilehrer Markus Heckendorn kann heute nicht auf die Piste. «Ich treffe mich noch mit anderen Skilehrern auf ein Bier und zum Jassen», sagt er. Auch ein anderer Leser, der selbstständig ist, konnte morgens seine Arbeit nicht aufnehmen, da der Strom kurzzeitig weg war. Er sagt: «Heute kann ich wohl nicht sehr produktiv sein. Ich werde einen gemütlichen Tag einschalten.»

Touristen nehmen es gelassen

Ein deutscher Tourist, der erst gestern in Zermatt angekommen ist, wollte eigentlich zum Skifahren gehen. «Es ist aber alles gesperrt und wäre so oder so zu gefährlich. Nun verbringe ich den Tag im Dorf bei einem Winterspaziergang.»

Das erleben auch Hoteliers so. «Die Gäste nehmen es mit Humor», sagt Christian Eckert, Hoteldirektor des Omnia in Zermatt. Es zeige, dass die Natur stärker sei als der Mensch. Viele Gäste würde sich sogar ausserordentlich über das Schneegestöber freuen und im Freien Schneemänner bauen.

Spa- oder Kinomarathon

Andere würden ein Buch lesen, im Dorfkern spazieren gehen oder sich in den Spa-Bereich zurückziehen. Dass sich die Gäste bald langweilen werden, kann sich Eckert nicht vorstellen. «In Zermatt gibt es immer etwas zu tun», sagt er zufrieden. Auch Pierre Pannatier vom Hotel Alpenblick berichtet von Touristen, die Schnee schaufeln und Schneeballschlachten machen.

«Die Leute wissen sich sehr gut zu beschäftigen», sagt eine Angestellte des Hotel Alpen Resorts in Zermatt. «Der Pianist spielt in der Lobby, die Leute sitzen gemütlich beisammen und trinken etwas». Auch im Mont Cervin Palace ist Langeweile laut einem Pressesprecher kein Thema: «Wir haben das Glück, dass wir über einen sehr grossen Spa-Bereich verfügen, den wir extra eine Stunde länger geöffnet haben». Ausserdem gäbe es im Dorf vier zusätzliche Kinovorstellungen.

(duf/dk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gourmet am 09.01.2018 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Monopoli, Schach, Jassen etc.

    Ich würde Menschen finden, die Erwachsenen Spiele noch nicht vergessen haben und richtig gut essen. Alles mit Genuss.

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  • Ch. Mensch am 09.01.2018 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für Kinder und Erwachsene

    Spiele spielen. Drinnen und draussen.

  • Casanova am 09.01.2018 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pures Vergnügen

    Bei 13'000 Menschen würde es mir nicht langweilig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Blue Angel am 10.01.2018 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade, denn das

    möchte ich jetzt auch.

  • Liliane Testeil am 10.01.2018 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Winter in den Bergen

    Genug Leute zum Schaufel. Da brauchts keine zusätzliche Hilfe.

    • Tonio am 10.01.2018 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Liliane Testeil

      Man macht ein riesen Theater wegen dem Schnee weil es Zermatt betrifft. Wenn es ein kleiner Ort wäre gäb es wohl weniger Geschrei.

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  • ShaBijan am 10.01.2018 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schön ist es!

    wir haben uns als freiwillige Helfer gemeldet und so konnten wir wenigstens sinnvolle Arbeit leisten. unser Tipp geht zu den verschiedenen Hotels und fragt ob sie Hilfe brauchen z.b. im Schneeräumen oder sonstige Hilfsarbeiten die ihr ehrenamtlich erledigen könnt meistens bekommt ihr sogar was zum Essen obwohl wir klar gesagt hat dass wir es freiwillig machen werden.

  • E. Klein am 10.01.2018 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Desaster

    Spannender und wichtiger Beitrag, während die Swisscom Festnetztelefonie seit vorgestern nicht mehr geht. Kaum jemand schreibt über dieses Desaster.

    • ShaBijan am 10.01.2018 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E. Klein

      vermutlich bei einer Kupferleitung wär das nicht passiert

    • Blue Angel am 10.01.2018 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E. Klein

      Nur Lesen, es wurde schon am Montag berichtet.

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  • anna am 10.01.2018 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    naja

    Ja das ist wirklich ein schweres Los, nicht so wie wenn man im Kriegsgebiet leben würde oder nichts zu Essen und zu Trinken hätte. Dann drücken wir die Daumen, dass diese sehr schwere Zeit bald ein Ende hat.