Kampf den Abzockern

18. Dezember 2012 09:23; Akt: 18.12.2012 11:24 Print

«Exzessiven Vergütungen einen Riegel schieben»

Der Abstimmungskampf um die Abzockerinitiative kommt in die heisse Phase. Heute erklärte Justizministerin Simonetta Sommaruga, warum sie den Gegenvorschlag des Parlaments für griffiger hält.

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen
Justizministerin Simonetta Sommaruga an der Pressekonferenz vom Dienstag in Bern. Quelle: Keystone Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Initiative nehme ein berechtigtes Anliegen auf, sagte Sommaruga vor den Medien in Bern. Exzessive Vergütungen hätten in den letzten Jahren zu Kritik und Ärger geführt. «Der Selbstbedienungsmentalität gewisser Manager muss man einen Riegel schieben.» Es lohne sich aber, genau zu prüfen, welche Massnahmen hilfreich seien.

Umfrage
Ist Simonetta Sommaruga eine glaubwürdige Vertreterin des Gegenvorschlags zur Minder-Initiative?
23 %
69 %
8 %
Insgesamt 802 Teilnehmer

Aus Sicht des Bundesrates ist der indirekte Gegenvorschlag die bessere Lösung. Manche Punkte der Initiative gingen zu weit und wären teilweise gar kontraproduktiv, sagte Sommaruga. So würde die vorgesehene einjährige Amtsdauer des Verwaltungsrates kurzfristigem Denken Vorschub leisten.

Ausgewogenes Kräfteverhältnis

Der indirekte Gegenvorschlag nehme wesentliche Forderungen der Initiative auf. Er enthalte Massnahmen gegen masslose Vergütungen und stärke die Aktionärsrechte, sagte Sommaruga. Im Unterschied zur Initiative schaffe er aber ein ausgewogenes Kräfteverhältnis zwischen Aktionären, Verwaltungsrat und Geschäftsleitung.

In einigen Punkten gehe der Gegenvorschlag sogar über die Initiative hinaus. So sehe er verschärfte Bestimmungen zur Sorgfaltspflicht des Verwaltungsrates und zur Rückerstattung von ungerechtfertigten Vergütungen vor.

Bessere Lösung

Weil das Parlament keine Abstimmungsempfehlung formuliert hat, muss auch der Bundesrat darauf verzichten, die Initiative dem Volk zur Ablehnung zu empfehlen. Er hält aber klar fest, dass er sie ablehnt.

Auf die Frage, ob sie sich dabei wohlfühle, als SP-Bundesrätin eine von ihrer Partei unterstützte Initiative zu bekämpfen, stellte Sommaruga fest, darum gehe es nicht. Der Bundesrat halte den indirekten Gegenvorschlag für die bessere Lösung, und sie vertrete diese Position «sehr gerne».

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Frei am 18.12.2012 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aktionäre bestimmen!

    Braucht es nicht! Schlussendlich kann der Aktionär, als Teilhaber entscheiden!

    einklappen einklappen
  • glatzi am 18.12.2012 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    bringt nichts, weder noch

    Weder noch, wenn so was kommt, dann stehen die grossen Abzocker nicht mehr in der Schweiz auf der Lohnliste sondern in Ihren Unternehmen in Singapore, China, England, USA usw. Wer leidet schlussendlich? der kleine Unternehmeer aus der Schweiz, der so son genug gepiesackt wird; vom Staat, vom Kanton, von den Gemeinden, von den Kunden usw

  • Bernard D. am 18.12.2012 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Tipp: Initiative annehmen !

    Klar beginnt jetzt wieder die Phase der Angstmacherei. Aber wir sollten uns davon nicht abhalten lassen, Nägel mit Köpfen zu machen und unsäglichen Lohnauswüchsen ENDLICH einmal einen Riegel zu schieben. Seit mehr als 20 Jahren werden Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen mit fadenscheinigen Argumenten Wohlstandsgewinne vorenthalten und Topmanager und Kapitaleigner streichen horrende Boni und Gewinne ein. Wer Risiken trägt, hat Extras verdient, aber bestimmt nicht Manager von anvertrauten Geldern (Banken, Versicherungen, Pensionskassen) ! Deshalb ist Minder's Initiative Gold wert.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter2106 am 18.12.2012 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Klares Ja

    Alles, was der Bundesrat empfiehlt sollte man beiseite legen. Noch nie waren die Empfehlungen des BR gut. Somit: Klares Ja zur Abzockerinitiative.

    • Manfred Eberling am 18.12.2012 19:21 Report Diesen Beitrag melden

      Bundesrat hilft den Abzockern!

      Ja, genau! Früher wollte ich immer zuerst wissen, was der Bundesrat empfiehlt, dann wusste ich gleich, was ich nicht stimmen musste!

    einklappen einklappen
  • Ahmed Acca am 18.12.2012 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das Seine

    Es geht uns allen super gut in der Schweiz, so soll es auch bleiben. Wir sind dankbar, dass wir effektiv im Schlaraffenland Leben dürfen.

  • C.W am 18.12.2012 15:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade...

    Es ist zum verzweifel die einst wirtschaftlich attraktive Schweiz zerstört sich mit ihren "fairen" Initiativen selbst!

  • Erwin B. am 18.12.2012 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocken ?

    Stellt mal eine Liste bei den Politikern zusammen was und wo, von wem alles so abgezockt wird. Fahrkarten Bahn, -Flug, div. Vergünstigungen usw. usw. Da würde so gar mancher staunen. Und dies zahlen alle Bürger inkl.

  • PokerFace am 18.12.2012 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Strafe für Abzocker??

    Also beim Gegenvorschlag würde ich als Manager es ja drauf anlegen weiter abzuzocken. Das schlimmste was passieren könnte ist das ich ein bisschen Geld zurückzahlen müsste (was als über die Mindner initiative hinausgehend dargestellt wird??), während in der Minder Initiative effektive Strafen vorgesehen sind. Straffreies Abzocken, im schlimmsten fall das geklaute zurückgeben, also das klingt nicht sehr effektiv