Religiöse Feiertage

04. Oktober 2017 22:15; Akt: 04.10.2017 22:15 Print

Solothurner haben am häufigsten frei

Die religiösen Feiertage sollten überdacht werden, fordern Freidenker. Doch wer feiert eigentlich wann? Und wer hat die meisten Feiertage? Ein Überblick.

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Die Feiertage werden in der Schweiz unterschiedlich gehandhabt. Die meisten sind kantonal geregelt. Doch wer hat am meisten frei (Bundesfeier nicht mit eingerechnet)? Solothurn hat sieben gesetzlich anerkannte religiöse Feiertage. Hinzu kommt der Josephstag, der in neun Gemeinden gilt, sowie der Tag der Arbeit. Ausserdem gibt es noch vier weitere Tage, die in manchen Gemeinden anerkannt sind oder als solche behandelt werden. Das macht dreizehn Feiertage. 30 weitere werden zudem lokal gefeiert. Das Tessin hat den Tag der Arbeit und dreizehn weitere Feiertage – auch den «San Pietro e Paolo». Im Kanton Schwyz gibt es dreizehn Feiertage. Uri hat ebenfalls dreizehn gesetzlich anerkannte Feiertage. Nidwalden hat neun anerkannte Feiertage. Berchtoldstag, Ostermontag, Pfingstmontag und Stephanstag werden aber ebenfalls als solche behandelt. In Obwalden sind neun religiöse Feiertage anerkannt. Vier weitere werden wie solche behandelt. Im Aargau werden zwölf religiöse Feiertage und der Tag der Arbeit gefeiert. Die Luzerner haben zwölfmal im Jahr dank religiöser Feiertage frei. Appenzell Innerrhoden hat zwölf gesetzlich anerkannte Feiertage, inklusive Mauritiustag, der jedoch nur im Inneren des Kantons gefeiert wird. Der Kanton Jura hat zehn religiöse und zwei nicht religiöse Feiertage. Im Kanton Zug gibt es acht anerkannte Feiertage und vier, die als solche angesehen werden. Der Kanton Freiburg hat acht gesetzlich anerkannte Feiertage und vier Tage, die wie solche behandelt werden. Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen und Mariä Empfängnis sind jedoch nicht in allen Gemeinden Feiertage. Im Wallis werden acht Feiertage gesetzlich anerkannt und vier als solche angesehen. Glarus hat neun gesetzlich anerkannte Feiertage und den Berchtoldstag, der als solcher behandelt wird. Im Kanton Zürich gibt es ohne den Tag der Arbeit acht anerkannte Feiertage. Im Thurgau gibt es acht religiöse Feiertage und den Tag der Arbeit. St. Gallen hat acht anerkannte Feiertage und einen, der wie ein solcher behandelt wird. Im Kanton Neuenburg (im Bild: La Chaux-de-Fonds) werden sieben religiöse Feiertage anerkannt. Hinzu kommen zwei nicht religiöse Feiertage. Schaffhausen hat sieben religiöse Feiertage und den Tag der Arbeit. Der Berchtoldstag wird aber auch als Feiertag angesehen. Im Kanton Bern werden acht religiöse Feiertage gefeiert. Im Kanton Waadt gibt es acht gesetzlich anerkannte Feiertage. Baselland hat ohne den Tag der Arbeit sieben gesetzlich anerkannte Feiertage. Genf hat sieben religiöse und einen nicht religiösen Feiertag. In Basel-Stadt werden sieben religiöse Feiertage gefeiert. Dazu kommt der Tag der Arbeit. Appenzell Ausserrhoden feiert sieben gesetzlich anerkannte Feiertage. Graubünden hat sechs anerkannte Feiertage. Der Karfreitag wird aber ebenfalls wie ein solcher behandelt.

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Im Hinblick auf die steigende Zahl Konfessionsloser und Ungläubiger sollen religiöse Feiertage neu diskutiert werden, wie Freidenker fordern. Zurzeit werden diese gesetzlichen Feiertage kantonal geregelt. Je nachdem, wo man wohnt, hat man also mehr Tage im Jahr frei als andere. In allen Kantonen als Feiertag gelten das Neujahrsfest (Marienfest), die Auffahrt und Weihnachten (25. Dezember). Einzig der Bundesfeiertag ist national geregelt, wie aus dem Verzeichnis gesetzlicher Feiertage des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements EJPD hervorgeht. Er hat jedoch keinen religiösen Hintergrund.

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Der Karfreitag gilt in zwei Kantonen nicht als gesetzlicher Feiertag: im Tessin und im Wallis. Im Kanton Graubünden wird er behandelt wie ein Feiertag. Auch der Ostermontag ist nicht in allen Kantonen ein gesetzlicher Feiertag, in Obwalden, Nidwalden, Zug, Freiburg, Solothurn und im Wallis wird er aber wie einer behandelt. Dasselbe gilt für den Pfingstmontag. Allerdings ist dieser einzig im Kanton Genf kein Feiertag.

Einige Gemeinden haben eigene Feiertage

In den Kantonen Waadt und Genf gilt wiederum der Stephanstag (26. Dezember) nicht als gesetzlicher Feiertag. In Uri, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden wird er nicht gefeiert, wenn Weihnachten auf einen Montag oder Freitag fällt.

Weit verbreitet sind auch der Berchtoldstag (2. Januar), Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt (15. August), Allerheiligen (1. November und Maria Empfängnis (8. Dezember). Sie werden aber nicht in allen Kantonen als Feiertage angesehen.

Einige Kantone haben Feiertage, die nur bei ihnen gesetzlich verankert sind: In Obwalden wird etwa das Bruder-Klausen-Fest gefeiert, im Tessin San Pietro e Paolo. Im Kanton Solothurn haben viele einzelne Gemeinden zudem eigene Feiertage.

Bündner und Ausserrhoder bilden das Schlusslicht

Die Solothurner können auch am häufigsten freimachen. Zählt man die gesetzlichen religiösen Feiertage mit jenen Tagen zusammen, die als solche gelten, kommen hier bis zu 13 Ruhetage zusammen. Je nach Gemeinde, in der man wohnt, können es sogar noch mehr werden. Auch der Tag der Arbeit, der in manchen Kantonen gefeiert wird, aber keinen religiösen Hintergrund hat, wird in Solothurn als gesetzlicher Feiertag angesehen.

Viel frei haben auch die Zentralschweizer. In Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden sind es insgesamt 13, in Luzern und Zug zwölf Feiertage. Die Tessiner machen ebenfalls an 13 Tagen im Jahr frei, die Walliser und Aargauer haben zwölf gesetzliche Feiertage, bei Letzteren kommt noch der Tag der Arbeit hinzu. In Zürich und Schaffhausen sind es ohne diesen lediglich acht.

Das Nachsehen haben Appenzell Ausserrhoden und Graubünden. Dort gibt es lediglich sieben gesetzlich verankerte Feiertage. In Basel-Stadt und Baselland sind es zwar gleich viele, hier kommt aber immerhin noch der Tag der Arbeit hinzu.

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Janusch am 04.10.2017 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Feiertage

    Ich bin dafür das alle Feiertage auf die ganze Schweiz ausgeweitet wird alle Feiertage die es gibt egal wo für alle

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  • JanZen am 04.10.2017 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chill Town

    Deswegen sind die Solothurner immer so entspannt.

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  • lina am 04.10.2017 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mehr frei und doch nicht?

    Jaim Kanton Solothurn haben wir mehr Feiertage, jedoch nicht mehr Frei als alle! Denn die Tage werden abgezogen. Bezahlte Feiertage sind wie meist überall 9.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fabian am 08.10.2017 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig irrelevant!

    Kantone können neben dem 1. August nur 8 weitere Feiertage den Sonntagen gleichstellen. Die Teilnahme an zusätzlichen religiösen Feiertagen muss Interessierten jedoch ermöglicht werden. Vom Bezahlen dieser Freitage steht nirgendwo etwas.....

  • Willi Bencic am 05.10.2017 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Frei??

    Hi zusammen. Also der Sonntag ist doch auch zu schleifen. Die Läden öffnen 7/7 24h. Das gibt Umsatz. Wer weiss denn noch warum der Sonntag arbeitsfrei sein soll?

  • DerEine am 05.10.2017 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Witz

    Frei haben wir in Solothurn schon, müssen aber die freien Tage vorarbeiten oder Ferien beziehen. Wenn Feiertag dann sollte dieser auch "geschenkt" werden.

  • andi am 05.10.2017 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    im Kanton Bern

    hat man zwar wenig feiertage dafür hohe steuern. auch gut.

  • Chuchichästli am 05.10.2017 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Dann geht doch arbeiten ...

    Liebe freie Denker, erweitert euren freien Geist und fragt doch einfach euren Chef, er lässt euch bestimmt auch an einem Feiertag arbeiten.