E-Banking-Trojaner

06. März 2018 16:40; Akt: 06.03.2018 21:48 Print

Tausende erhalten verseuchte Polizei-E-Mails

Die Polizei warnt vor gefährlichen E-Mails, die in der gesamten Deutschschweiz im Umlauf sind. Anhänge sollten nicht geöffnet werden.

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Die Abteilung Cybercrime der Kantonspolizei Zürich versucht, die Urheber der falschen Mails zu ermitteln. (Bild: Keystone/Archivbild)

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Die Kantonspolizeien mehrerer Kantone warnen vor gefälschten E-Mails, die den Absender «Kantonspolizei» oder «Kriminalpolizei» tragen. Die Polizei empfiehlt, die Mails nicht zu öffnen und ungelesen zu löschen, weil sie einen schädlichen Trojaner enthalten.

So seien bei der Kantonspolizei Aargau am Dienstag mehrere Hinweise auf zugestellte, gefälschte E-Mails eingegangen, wie es in einer Mitteilung heisst. Als Anhang zu den E-Mails wird ein Word-Dokument versandt.

E-Banking-Trojaner

Dieses Vorgehen hat das Ziel, die Empfänger mit dem E-Banking-Trojaner «Retefe» zu infizieren. Die Nachrichten sind personalisiert, sprechen die Empfänger mit ihrem Namen an und enthalten Hinweise auf deren Wohn- oder Arbeitsort.

Bild: Kantonspolizei Aargau

Die Polizei rät dringend, nicht auf solche Nachrichten zu reagieren. Die Mails sollten gelöscht und unbekannte Anhänge auf keinen Fall geöffnet werden. In verschiedenen Kantonen sind in letzter Zeit vermehrt Hacker-E-Mails aufgetaucht.

Deutschschweiz betroffen

Auch die Kantonspolizei Zürich warnt vor solchen E-Mails. Sie können als Absender «Kantonspolizei Männedorf», «Kantonspolizei Nürensdorf» oder «Kantonspolizei Zürich» haben und verbreiten sich seit Dienstagvormittag. Der Dateianhang enthalte Schadsoftware.

Die gefälschten Nachrichten kursieren derzeit auch in den Kantonen Bern, Thurgau, St. Gallen und Basel-Landschaft. Die Abteilung Cybercrime der Kantonspolizei Zürich versucht, die Urheber der falschen Mails zu ermitteln.

Auch bei den Zentralschweizer Polizeikorps seien am Dienstag mehrere Meldungen solcher Mails eingegangen, heisst es in einer Mitteilung. Diese geben an, von einem Polizeiposten am Wohnort der adressierten Person zu stammen, und enthalten angeblich eine Information über eine gefährliche Person im näheren Umfeld.

In den letzten Stunden wurde auch der Schaffhauser Polizei mehrmals gemeldet, dass gefälschte E-Mails im Umlauf seien. Die E-Mails wurden mit dem Absender «Kantonspolizei Schaffhausen» versehen.

«Brutale Straftat»

In den Mails geben sich Unbekannte als Polizisten aus und informieren angeblich über einen Verdächtigen, der im Ort eine brutale Straftat verübt habe. Weiter werden die Empfänger dazu aufgerufen, die Informationen über den Gewalttäter im angehängten Word-Dokument nachzulesen und sie weiterzuleiten.

(oli/sda)